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Altenburg Engstelle in Lohma soll Ampel und Gehweg bekommen
Region Altenburg Engstelle in Lohma soll Ampel und Gehweg bekommen
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04:26 23.08.2018
Diese Straße müssen sich derzeit die Fußgänger und mit dem rollenden Verkehr teilen, wenn sie in Lohma zur Bushaltestelle wollen. Quelle: Jörg Reuter
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Gera/Lohma

Gerade erst hat das neue Schuljahr begonnen. Für die Eltern der Kinder im Langenleuba-Niederhainer Ortsteil Lohma startete damit eine ziemlich stressige Zeit. Denn gerade die Mütter und Väter von Grundschulkindern pendeln nun wieder als Hol- und Bringedienst der Kleinen zwei Mal am Tag zwischen Zuhause und Bildungsstätte. Dabei hält im Ort der Schulbus, doch der Weg zur Bushaltestelle ist den Eltern zu gefährlich (die OVZ berichtete). Das soll sich ändern. Darauf haben sich jetzt die Gemeinde Langenleuba-Niederhain und der Freistaat Thüringen geeinigt.

„Die Gemeinde wird bei uns den Antrag stellen, einen Fußweg zu bauen, und wir werden dem zustimmen. Wir begrüßen alle Maßnahmen, die der Verkehrssicherheit dienen“, erklärt Frank Herzer, Leiter der Technischen Abteilung beim Straßenbauamt Ostthüringen, gegenüber der OVZ. Während die Fahrbahn der Landesstraße 1357 in die Zuständigkeit des Freistaates fällt, ist innerorts die Kommune für den Gehweg zuständig.

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Bauliche Situation vor Ort schwierig

In Lohma ist das jedoch nicht das Problem an sich. Viel mehr verlangt die bauliche Situation vor Ort nach Kompromissen, denn zwischen dem Wohnhaus des Gehöfts auf der einen Seite und der Kirchenmauer auf der anderen ist schlicht nicht genug Platz für eine normgerechte zweispurige Fahrbahn samt Fußweg.

Viele Optionen gibt es nicht. Der Vierseithof ist in privater Hand. „Da gibt es keine Bestrebungen, das Gebäude wegzureißen. Im Gegenteil: Der Eigentümer möchte die Nutzung sogar intensivieren“, sagt Herzer. Die mittelalterliche Stützmauer gegenüber steht unter Denkmalschutz. Ganz davon abgesehen, erfüllt sie eine wichtige statische Stützfunktion für die Kirche selbst und vor allem für das Wohnhaus im Kirchgarten.

Damit ist eine Verbreiterung der Engstelle nahezu ausgeschlossen. Deshalb wird im Straßenbauamt davon ausgegangen, dass die Fahrbahn einspurig ausgebaut und der Verkehr per Ampel geregelt wird. „Und wenn wir sowieso eine Ampel aufstellen, wäre es sinnvoll, auch noch eine Fußgängerampel zu installieren. Ob das möglich ist, wird gerade geprüft“, so Herzer.

Bauliche Umsetzung nicht vor 2020

Damit steht auch fest: Die bauliche Umsetzung wird nicht sofort erfolgen. Herzer nennt 2020, dann soll gebaut werden. In diesem Zusammenhang verweist er darauf, dass die Gemeinde bis März einen Förderantrag stellen muss, um Geld für den Fußwegbau zu bekommen.

Doch mit dem Förderantrag ist aber noch nicht getan, ergänzt Niederhains Bürgermeister Carsten Helbig (SPD). Denn bereits unter seinem Vorgänger Jürgen Schneider war der Ausbau der Straße Thema und seinerzeit war im Gespräch, dass der Stromnetzbetreiber in Lohma die letzten Freileitungen im Gemeindegebiet durch Erdkabel ersetzt. Außerdem sind wohl Gas- und Wasserleitungen betroffen, weil die Straße streckenweise im Ort abgesenkt werden muss, sodass danach möglicherweise die Leitungen nicht mehr in der Normtiefe liegen würden. „Das bedeutet, wir müssen jetzt die Versorger, dazu gehören auch die Telekommunikationsunternehmen, fragen, ob sie sich beteiligen“, sagt Helbig.

Von Jörg Reuter

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