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Altenburg Erstes Altenburger Filmfest richtet den Blick abseits des Mainstreams
Region Altenburg Erstes Altenburger Filmfest richtet den Blick abseits des Mainstreams
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18:54 16.09.2019
Drei Preise sind beim 1. Filmfest Altenburg 2019 vergeben worden. Gewonnen hat ein Animationsstreifen aus Japan zum Thema Handysucht. Quelle: Foto: Andy Drabek
Altenburg

„Allein die Außenwirkung und der Marketing-Effekt für Altenburg lohnen es“, ist Initiator Mike Langer sicher wenn er an das vergangene Wochenende denkt. Drei Tage lang wurde auf dem 1. Altenburger Filmfest „Everything Is A Game“ im Paul-Gustavus-Haus außergewöhnliche internationale Kinokost gezeigt, die sich abseits des Mainstreams bewegte. Viele der 42 Filme laufen ausschließlich auf Festivals und werben nun mit ihrer Teilnahme am Filmfestival der Skatstadt. „Wir freuen uns dass Mike das ausprobiert hat“, meint auch Marco Heinke vom Paul-Gustavus-Haus.

Zwischen 30 Sekunden und 90 Minuten

Dass die Filmvorführungen am Sonnabend bereits um 10 Uhr morgens beginnen, ist gewiss ein Wagnis, aber gegen Abend ist die zum Kinosaal umfunktionierte Fabrikhalle gut gefüllt. Manch einer verbringt fast den gesamten Tag vor der Leinwand und mit Gesprächen zwischen den Einstundenblöcken.

Mike Langer ist gerade von den internationalen Filmbeiträgen angetan: „Man lernt, wie Geschichten in anderen Ländern erzählt werden.“ 21 Nationen sind auf dem Filmfest vertreten, und wer sich von den englischen Untertiteln löst und nur auf die Körpersprache der Darsteller einlässt, dem eröffnen sich faszinierende fremde Welten – ein Blick über den eigenen Tellerrand inklusive.

Die Filme mit einer Länge von 30 Sekunden bis anderthalb Stunden sind erfrischend anders und teilweise thematisch höchst kontrovers.

Publikum lobt die Abwechslung

Die Reaktionen des Publikums reichen von „Da sind tolle Sachen dabei“ bis „heftig“. Eine Zuschauerin stellt fest: „Hier wurden sehr sachkundig Filme mit Tiefe ausgewählt, teilweise sehr aufwühlend und verstörend. Man wurde wachgerüttelt.“ Eine andere meint: „Ich mag das Absurde sehr, Bilder mit viel Mimik.“ Mitunter ist nicht klar was die Filmemacher mit ihrem Werk sagen wollen. Mehrdeutige Inhalte und offene Enden lassen viel Raum für Interpretationen und bieten Gesprächsstoff. Was alle Filme eint ist ihre hohe Professionalität und die Unvorhersehbarkeit der Handlung. Hier verrät keine Mainstreamkameraführung, was gleich passieren wird.

Drei Preise vergeben

Bevor am vergangenen Sonntag die Preisträger verkündet werden, plaudern Manuel Kressin und Mike Langer im Café noch ein wenig aus dem Nähkästchen und das Publikum erfährt, wie es ist, aus über 1000 Filmen zweiundvierzig Stück auszuwählen. Eins ist schnell klar: Die beiden sind auf jeden Fall Filmsüchtige. Die dotierten Preise des 1. Altenburger Filmfestes gehen für den besten Kurzfilm an den Animationsstreifen „Like And Follow“ aus Japan zum Thema Handysucht und an „Such A Long Way“ aus Frankreich als besten Langfilm. Hier wird die Aufarbeitung von Kriegsschicksalen in der Normandie 1944 thematisiert. „Paradox“ aus den Niederlanden gewinnt in der Kategorie „Gemacht mit oder über ein Computerspiel“. Da die Filmemacher verständlicherweise die Preise nicht persönlich entgegennehmen können, werden ihnen die von der Farbküche kreierten Unikate zugeschickt.

Filmgespräch über „Tote Tiere“

Im Anschluss an die Bekanntgabe der Preisträger nutzt Mike Langer im Filmgespräch mit Nolundi Tschudi die Gelegenheit, sie zu ihrem Kurzfilm „Tote Tiere“ zu befragen. Die Altenburger Schauspielerin hat das Drehbuch verfasst und verkörpert eine Präparatorin, die verstorbene Tiere ihrer „wahren postmortalen Bestimmung“ zuführt. Das kann eine Handtasche sein oder ein schwimmfähiges Katzenboot aus dem dahingegangenen Liebling. Der berührende und ein wenig makabere zehnminütige Film hat im April dieses Jahres auf dem Mitteldeutschen Kurzfilmfestival „Kurzsüchtig“ in Leipzig sowohl den Jury- als auch den Publikumspreis geholt.

Mike Langer resümiert zum Abschluss über sein Kinoexperiment: „Das Filmfest war eine tolle Veranstaltung, hat viel Spaß gemacht. Es wird auf jeden Fall eine zweite Auflage geben.“

Von Dana Weber

Reger Betrieb herrschte am Sonnabend an der Altenburger Brüderkirche und am Rande des Marktes. Während das Familienzentrum mit einem Kinder- und Jugendtag sein Zehnjähriges feierte, rollten neben dem Rathaus die Skatstadtflitzer.

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