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Altenburg Experten klären Altenburger über Demenz auf
Region Altenburg Experten klären Altenburger über Demenz auf
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00:34 27.05.2018
Es sind die kleinen Handgriffe des Alltags, die mit Demenz schwerfallen können. Quelle: dpa
Altenburg

„Viele werden noch mit Demenz zu tun haben“, sagte Matthias Bergmann, stellvertretender Landrat im Altenburger Land. Er war am Dienstag zusammen mit mehreren Dutzend weiteren Zuhörern Gast einer Informationsveranstaltung zu dieser Erkrankung. Gebannt lauschte das Publikum den Ausführungen von Experten der Klinik für Neurologie am Klinikum Altenburger Land am Dienstag im Landratsamt zu. „Etwa 1,4 Millionen Menschen in Deutschland leben mit Demenz“, stellte Neuropsychologin Anja Franz-Rockahr die Brisanz des Gedächtnisverlusts dar. Und Jörg Berrouschot, Chefarzt der Klinik für Neurologie, betonte die Aussichtslosigkeit der Fälle: „Wenn ich mir eine Krankheit aussuchen dürfte, dann sicher keine Demenz.“ Das Schlimme sei, dass es nie wieder besser werde, „immer bergab“ ginge.

Dennoch sei eine gründliche Diagnose unerlässlich: Rund 15 Prozent der Demenz-Erkrankungen seien nämlich Folge von Gefäßstörungen, etwa nach einem Schlaganfall, oder Durchblutungsstörungen, erklärte Franz-Rockahr. Die Ursachen könnten medizinisch behandelt werden. Anders die Alzheimer-Demenz, die häufigste Form. Etwa 60 Prozent der Demenz-Patienten in Deutschland leiden daran. Bedingt werde sie durch Eiweißablagerungen zwischen Nervenzellen, die längerfristig zum Zelltod führten, führte Franz-Rockahr aus. Die Eiweißablagerungen träten bereits 20 Jahre vor den ersten Anzeichen für einen Gedächtnisverlust auf. Es gebe zwar Medikamente, diese verlangsamten den Verlauf der Alzheimer-Demenz jedoch lediglich, erklärte Berrouschot.

Von einer Demenz sprechen die Mediziner erst, wenn jemand im Alltag eingeschränkt sei, etwa beim Umgang mit Geld, so Franz-Rockahr. Als Hauptsymptome benannte sie Störungen im Neugedächtnis, bei der Raumverarbeitung und in der Sprachfindung. Eine mittelschwere Demenz bedeute meist, dass der Patient Schwierigkeiten im Umgang mit Haushaltsgeräten habe und die Körperhygiene vernachlässige. Menschen mit schwerer Demenz kämen ohne Pflege nicht mehr zurecht, so Franz-Rockahr.

Wer selbst ab dem 60. Lebensjahr bemerkt, dass sich seine Gedächtnisleistung beunruhigend verschlechtert, oder dies von Angehörigen mitgeteilt bekommt, sollte sich untersuchen lassen, sagte die Neuropsychologin. Auch bei Demenzerkrankungen in der Familie sei eine Beratung in der Gedächtnisambulanz sinnvoll.

Oberärztin Anett Stoll leitet die Ambulanz und erläuterte den Interessierten den Ablauf einer solchen Untersuchung. Sie dauert einen Tag und eine Nacht. Neben Gesprächen und Tests gehört auch eine Laboruntersuchung, ein MRT und die Analyse der Hirnströme dazu. „Die Nervenwasseruntersuchung ist für uns die wichtigste, da wir so Eiweißablagerungen nachweisen können“, erklärte Stoll und versuchte, den Zuhörern die Angst davor zu nehmen. Nach der Untersuchung besprechen die Ärzte Befunde und die weitere Behandlung mit den Patienten.

Mit Sport, sozialen Kontakten, gesunder Ernährung, keinem Nikotin und einem Blutdruck unter 130 zu 80 Torr könne man Alzheimer vorbeugen, betonte Berrouschot. Bildung sei gerade für junge Leute extrem wichtig. „Dadurch hat man mehr Zellen, die kaputt gehen können“, erklärte der Chefarzt anschaulich. Dass die Zahl älteren Menschen im Altenburger Land zunimmt, bedeute daher nicht, dass mehr an Demenz leiden. Da die heute 50- und 60-Jährigen besser ausgebildet sind, schwinde ihre Erinnerung später. „Die Generation danach wird es noch besser haben“, so Berrouschot.

Infos zur Untersuchung: 03447 521380

Von Theresa Held

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