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Altenburg Fockendorfer Papiermuseum setzt auf die Kunst der Servietten
Region Altenburg Fockendorfer Papiermuseum setzt auf die Kunst der Servietten
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15:13 23.03.2019
Im Papiermuseum Fockendorf setzt der Verein um Chef Frank Heinzig in dieser Saison auf Servietten. Neu in der Sammlung des Museums ist auch das Zunftzeichen der Papiermacher (kleines Bild).
Im Papiermuseum Fockendorf setzt der Verein um Chef Frank Heinzig in dieser Saison auf Servietten. Neu in der Sammlung des Museums ist auch das Zunftzeichen der Papiermacher (kleines Bild). Quelle: Fotos: Mario Jahn
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Fockendorf

Noch sind zwar einige kleinere Handgriffe zu tun, doch Frank Heinzig ist schon jetzt recht zufrieden. Eine knappe Woche vor dem Saisonstart ist man im Fockendorfer Papier- und Heimatmuseum gut auf die Besucher des diesjährigen Ausstellungsbetriebs vorbereitet.

Buntes Papier, prominente Zugänge

Insbesondere die neue Sonderausstellung zum Thema Servietten dürfte dabei die Blicke auf sich ziehen. „Wir haben über die Jahre immer wieder Angebote von Sammlern erhalten, nun haben wir die Sammlung einer Leipzigerin erworben“, erklärt Heinzig. Aus den zig Exemplaren – Heinzig: „Wir wissen selbst gar nicht, wie groß die Sammlung tatsächlich ist“ – haben die Mitglieder des Traditionsvereins die Schönsten ausgewählt. Und die präsentieren sich äußerst abwechslungsreich: Von eher abstrakten Formen über detailreiche Tier- und Pflanzenbilder bis zu knallbunten Comic-Motiven reicht das Spektrum. Daneben warten kunstvoll gefaltete Exemplare darauf, begutachtet zu werden.

Ein paar Schritte weiter warten zwei weitere prominente Neuzugänge: Eine kunstvoll gearbeitete Zunftlade sowie ein großes hölzernes Wappen der Papiermacher. „Beides haben wir im vergangenen Herbst erworben. Die Exponate sind etwa 1952 entstanden und stammen aus der ehemaligen Papierfabrik in Böhringen“, erklärt Heinzig.

Finanzsituation hat sich stabilisiert

Auch abseits des Ausstellungsgeschehens kann Frank Heinzig gute Nachrichten verkünden. So habe sich die finanzielle Situation des Vereins langsam wieder stabilisiert. Im vergangenen Jahr hatte die lange Trockenheit dazu geführt, dass sich das Rad im Mühlgraben hinter der Fabrik nicht mehr stetig drehte – wodurch deutlich weniger Strom ins Netz eingespeist werden konnte. Entsprechend groß waren die Einbußen bei der dafür gezahlten Vergütung ausgefallen (OVZ berichtete). „Wir sind zum Glück nicht in die roten Zahlen gerutscht“, zeigt sich Heinzig erleichtert. „Inzwischen steigt auch die Einspeisung wieder. Wir haben jetzt schon mehr Strom produziert als im Vorjahreszeitraum.“ Auch die Einnahmen gehen nach oben, zahlreiche Anmeldungen für Gruppenbesuche liegen bereits vor, so der Vereinschef.

Sorgen beim Blick aufs Personal

Für Sorgenfalten sorgt dagegen die problematische Personalsituation. Zwar ist die Mitgliederzahl des Traditionsvereins stabil, allerdings können sich berufsbedingt nur wenige Mitstreiter unter der Woche engagieren. Die Folge: Längst nicht alle Gruppenanfragen können bewältigt werden. „Eigentlich bräuchten wir eine festangestellte Kraft, die sich etwa um die Handschöpfung kümmert und die Maschinen betreut“, erläutert Heinzig. Allein, es fehlt am Geld. Vom Kreis sei keine Hilfe zu erwarten, auch ein Versuch, die Stelle über eine Maßnahme des Jobcenters zu besetzen, fruchtete nicht: „Es hat sich kein geeigneter Bewerber gefunden.“

Etwa zwei Jahre, schätzt Heinzig, müsste eine solche Stelle finanziell unterfüttert werden, dann könne sich der Mitarbeiter selbst tragen, unter anderem über die Einnahmen aus Auftragsarbeiten. Pro Papierbogen werde ein Euro eingenommen, über 850 Bögen seien allein 2018 entstanden – und es sei noch deutlich Luft nach oben. „Das Potenzial ist da, zumal wir eines von nur drei Museen in Deutschland sind, die solche Aufträge realisieren können.“ Heinzig hofft nun, dass sich mittelfristig doch noch eine Lösung findet.

Das Papier- und Heimatmuseum Fockendorf startet am Sonnabend, den 30. März, in die neue Saison. Bis einschließlich November ist dann an jedem letzten Sonnabend im Monat von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 3 Euro (Kinder bis 7 Jahre kostenlos). Zur Eröffnung ist der Eintritt frei.

Von Bastian Fischer