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Altenburg Fotografien sorgen für besonderes Flair in Fockendorfer Papierfabrik
Region Altenburg Fotografien sorgen für besonderes Flair in Fockendorfer Papierfabrik
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07:23 17.03.2019
Annett Bundesmann und Dirk Henkelmann haben die Ausstellung in der alten Papierfabrik in Fockendorf organisiert. Quelle: Bastian Fischer
Fockendorf

Es war einer der Hingucker der vergangenen Saison in der ehemaligen Fockendorfer Papierfabrik: Parallel zu den Ausstellungen im Papier- und Heimatmuseum sowie beim „Oldtimer & Technik Verein“ zogen im Treppenaufgang und vor den Ausstellungsräumen zahlreiche Fotografien die Blicke auf sich. Verantwortlich zeichnete die Gruppe „Bildermacher und Co“. 25 Werke aus den Händen der Hobbyfotografen aus dem sächsischen Deutzen fanden sich damals an den Wänden.

27 Fotografien zieren die Wände

Und das mit durchschlagendem Erfolg, wie Annett Bundesmann berichten kann. „Das Ganze kam so gut an, dass uns der Traditionsverein die Rahmen abgekauft hat. Einzige Bedingung: Wir sollen nun jedes Jahr neue Motive präsentieren“, so die Gründerin der „Bildermacher“. Ein Angebot, über das die Gruppe nicht lange nachdenken musste. Ganze 27 Fotografien zieren in diesem Jahr die ehemalige Fabrikanlage, insgesamt 14 verschiedene Fotografen drückten auf den Auslöser.

Viele sind dabei erstmals in einer Ausstellung vertreten, freut sich Bundesmanns Mitstreiter Dirk Henkelmann. „Wir versuchen immer, dem Publikum auch neue Gesichter zu präsentieren“, betont er. Hilfreich sei da sicher auch gewesen, dass Annett Bundesmann in den Räumen des Papiermuseums einen Workshop gezielt für Fotografieneulinge organisiert hat. „Dabei ging es um ganz grundlegende Dinge wie das Einstellen von Blende und Belichtung oder um Iso-Werte. Wir haben beim Urschleim angefangen“, schmunzelt sie.

60er-Jahre-Chic trifft DDR-Nostalgie: Im Fuhrpark des Oldtimervereins wurden die Fotografen und Models ebenfalls fündig – und lassen so vergangene Zeiten wieder aufleben. Quelle: Dirk Henkelmann

Fockendorf ist anspruchsvolles Fotografen-Pflaster

Das sei gerade in Fockendorf nicht zu verachten. „Hier zu fotografieren ist schon ein wenig anspruchsvoller. Die Räume sind eher dunkel, die technischen Herausforderungen höher“, spricht sie aus Erfahrung. „Gerade die Anfänger gehen zwar mit viel Elan an die Sache, laufen aber auch schnell Gefahr, in einer Sackgasse zu landen.“ Der Workshop habe geholfen, typische Anfängerfehler zu reduzieren. „Ohne die Unterstützung der Vereinsmitglieder in Fockendorf wäre das aber nicht möglich gewesen“, betont Annett Bundesmann ausdrücklich. „Sie haben nicht nur einen Sonntag für uns geopfert, sondern auch ohne Probleme ein paar Exponate verschoben, um sie ins richtig Licht zu rücken.“

Vom Knirps bis zum Damen-Duo

Und die Ergebnisse der Mühen können sich auch in diesem Jahr sehen lassen: Da lässt eine Detailaufnahmen eine winzige Waagenaufhängung plötzlich wie ein riesiges Maschinenteil erscheinen. An anderer Stelle beugen sich zwei junge Damen im schmucken 60er-Jahre-Outfit über einen knallbunten Trabant, ein paar Fotos weiter entspannt sich ein Mann wie nach einem langen Arbeitstag an einer Maschine mit einer Flasche Bier.

„Wir wollen, dass auf den Fotos kleine Geschichten erzählt werden, dass gerade auch Industriegeschichte plastisch und lebendig gehalten wird“, erläutert Dirk Henkelmann beim Gang durch die Ausstellung. Der Ansatz funktioniert, immer wieder bleibt man stehen, fühlt sich beim Betrachten mancher Bilder, als blicke man durch ein Fenster zurück in die Vergangenheit, wenn etwa ein als Hausfrau zurecht gemachtes Model im DDR-Wohnzimmer des Heimatmuseums posiert oder ein Knirps glücklich mit allerlei historischem Spielzeug seinen Spaß hat. Hingucker sind in Fockendorf reichlich gesät – und sollen auch künftig fester Bestandteil der Ausstellungssaison sein. „Wir haben bereits jetzt Pläne fürs kommende Jahr“, kündigt Annett Bundesmann lächelnd an.

Zu sehen sind die Fotos der „Bildermacher“ ab Sonnabend, den 30. März. Dann öffnen die Museen in der ehemaligen Papierfabrik wieder bis November an jedem letzten Sonnabend im Monat von 10 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist zur Saisoneröffnung frei.

Von Bastian Fischer

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