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Altenburg Für Naturschutz: Angler und Wirtschaft proben in Meuselwitz den Schulterschluss
Region Altenburg Für Naturschutz: Angler und Wirtschaft proben in Meuselwitz den Schulterschluss
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06:09 31.05.2019
Auftakt fürs Gemeinschaftsprojekt mit Firmen-, Vereins- und Stadtvertretern am Haselbacher See: Außer einem Blockhaus am Ufer sollen auch Insektenhotels entstehen. Quelle: Mario Jahn
Meuselwitz

Gemessen an der Größe, sind sie sich durchaus ebenbürtig. Rund 200 Mitglieder zählt der Angelfischereiverein Schnaudertal, etwa 230 Mitarbeiter sind bei der Hanns Glass GmbH & Co. KG beschäftigt. Allerdings haben die beiden Meuselwitzer Institutionen unterschiedliche Ansinnen: Die einen beschäftigen sich mit Fischen und Gewässern, die anderen haben sich der Ausstattung von Fahrzeugen verschrieben. Die in den 1930er-Jahren gegründete Hanns-Glass-Gruppe ist einer der weltweit führenden Hersteller von Autoeinlegeteppichen.

Was aber erst auf den zweiten Blick auffällt: Das Unternehmen und der Verein teilen eine Gemeinsamkeit – das Engagement für den Naturschutz. Damit das künftig offensichtlicher wird und bestenfalls Schule macht, trafen sich Vertreter beider Seiten am Dienstag am Haselbacher See, begleitet von Bürgermeister Udo Pick (BfM). Startschuss für eine Kooperation mit großen Vorhaben: Es geht um Jugendbildung, Baumpflanzungen und eine Investition in Höhe von 32 000 Euro.

Jugendumweltbildungsstätte am See-Ufer

Der Treffpunkt für die Besiegelung der grünen Partnerschaft war bewusst gewählt: Vor allem am Haselbacher See ist einiges geplant. Der Angelfischereiverein hat im Thüringer Teil des Gewässers auf rund 100 Hektar das Fischereirecht gepachtet, will dort nun eine Jugendumweltbildungsstätte errichten. „Dabei handelt es sich um ein Blockhaus, wo wir Kinder- und Jugendgruppen empfangen können und wo auch Platz ist für Lehrtafeln, Material und Werkzeug“, schildert Vereinspräsident Karl Heinz Bergner. Es gehe darum, die Schüler an den Naturschutz heranzuführen, zum Beispiel mit Anschauungsobjekten oder beim Bau von Nistkästen und schrankgroßen Insektenhotels.

Die Angler bringen da einige Erfahrung mit, haben sie doch seit Langem eine aktive Jugendgruppe in ihren Reihen. Eine Anlaufstelle indes, wie sie am Haselbacher See entstehen soll, fehlt ihnen. 2015 verlor der Verein sein Gelände am Waldsee in Schnauderhainichen, als im Altbergbaugebiet das Ufer abrutschte.

32 000 Euro für Blockhaus und weitere Vorhaben

Eine Spende in Höhe von 32 000 Euro soll nun das neue Blockhaus möglich machen. Geld, das die Freudenberg-Gruppe, zu der die Hanns Glass GmbH seit 2018 gehört, über ihre Stiftung bereitstellt. Damit soll der lokale Umweltschutz gezielt unterstützt werden, teilt die Gruppe mit. „Und es geht nicht nur um Geld“, betont Michaela von der Heyde, die bei Hanns Glass fürs Qualitäts- und Umweltmanagement zuständig ist. „Ein Förder-Kriterium der Stiftung ist, dass sich auch Mitarbeiter unseres Unternehmens aktiv einbringen.“

Rund 50 Mitarbeiter wollen mit anpacken

Genau das sei bereits auf gutem Wege. „Wir haben eine Liste ausgelegt und gefragt, wer sich an der Kooperation mit dem Verein beteiligen will. Rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben sich spontan eingetragen. Und mancher wird wohl auch seine Familie begeistern.“ Auftakt ist Mitte Juni, wenn die Jugendgruppe des Vereins gemeinsam mit Kindern von Angestellten auf dem Firmengelände Nistkästen und Insektenhotels baut. Später soll es gemeinsame Baumpflanzungen geben – am Heidesee Falkenhain, am Silbersee Kriebitzsch und an der Schnauder. Am Haselbacher See entsteht ein Eiben-Hain mit mehr als 20 Bäumen. Und sein 70-jähriges Bestehen dieses Jahr feiert der Angelfischereiverein wohl nun auch in größerer Runde.

Von Kay Würker

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