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Altenburg Garbisdorfer Quellenhof wird neues Zuhause für Sammlung historischer Alltagsgegenstände
Region Altenburg Garbisdorfer Quellenhof wird neues Zuhause für Sammlung historischer Alltagsgegenstände
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07:04 06.01.2019
Um die Inventur der schätzungsweise 1000 Teile der Sammlung kümmert sich Susann Schatz gemeinsam mit anderen Vereinsmitgliedern.
Um die Inventur der schätzungsweise 1000 Teile der Sammlung kümmert sich Susann Schatz gemeinsam mit anderen Vereinsmitgliedern. Quelle: Jörg Reuter
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Göpfersdorf

Ein Holzfass auf eisernen Füßen und im Inneren ein einfaches Drehkreuz – so sahen noch bis in die 1950er-Jahre Waschmaschinen aus. Für die junge Generation, die mit Computer und Smartphone aufwächst, ist kaum noch vorstellbar, wie vor noch nicht einmal 100 Jahren der Alltag aussah. Im Laufe des Jahres möchte der Heimatverein Göpfersdorf quasi ein Fenster in diese Vergangenheit aufstoßen. Und zwar mittels eines neuen Museums, dass im Dachgeschoss der Scheune des Quellenhof eingerichtet wird.

Vom Pferdestall in Göpfersdorf in den Quellenhof Garbisdorf

„Das ist unser großes Projekt für 2019“, kündigt Vereinschefin Susann Schatz an. Im September zum Tag des Denkmals, so ist der Plan, soll das Heimatmuseum in Garbisdorf eröffnet werden. Durchaus ambitioniert, denn auf die ehrenamtlichen Vereinsmitglieder wartet reichlich Arbeit, bis aus dem derzeit komplett leeren Dachboden ein modernes Museum wird. Bei Null fängt der Heimatverein freilich nicht an. Und das gleich in mehrfacher Hinsicht, weshalb Schatz guter Dinge ist, den Zeitplan einhalten zu können.

So sind beispielsweise die Ausstellungsstücke längst vorhanden und warten eingelagert im ehemaligen Wohnhaus des Quellenhofes darauf, wieder öffentlich gezeigt zu werden. „Bevor wir mit dem Verein aus dem Pferdestall in Göpfersdorf in den Quellenhof nach Garbisdorf umgezogen sind, gab es ein Heimatmuseum“, so Schatz.

Nach zehn Jahren wenig optimaler Lagerung drängt die Zeit

Damals waren die historische Schusterwerkstatt und die zahllosen Zeugnisse des dörflichen Alltags inklusive der Fasswaschmaschinen im Pferdestall ausgestellt. Von dort wanderte alles für über zehn Jahre auf den Boden des Quellenhof-Wohnhauses. „Nun drängt die Zeit. Die Sachen lagern hier oben nicht optimal“, meint Schatz und zeigt das Sammelsurium.

Ein Konzept, wie das Museum gestaltet wird, gibt es bereits. Dieses habe Marlene Hofmann, Marketingverantwortliche auf Burg Posterstein, erarbeitet. „Das war nötig, weil die Einrichtung des Museums über das Programm Leader gefördert ist“, so Schatz. Immerhin geht es um fast 35 000 Euro Gesamtkosten, die jedoch zu 75 Prozent über das Förderprogramm finanziert werden. Viel Geld, mit dem sich einiges anstellen lässt.

Kurzfilme zeigen den Alltag vor rund 100 Jahren

Exponate nur ausstellen sei langweilig und nicht zeitgemäß, findet Susann Schatz. „Es gibt Museumsbesucher, die Ausstellungsstücke betrachten wollen. Andere vertiefen sich gern in Texte. Und wieder andere schätzen vor allem Multimediapräsentationen.“ Und alle werden laut Konzept künftig auf ihre Kosten kommen. Denn im neuen Heimatmuseum werden die Ausstellungsstücke nicht nur beschrieben, sondern zudem werden auch Filme laufen.

„Die Kurzfilme dreht Gunter Auer. Unter anderem mit einem Göpfersdorfer Schumacher, der in einer historischen Werkstatt zeigen wird, wie seine Vorfahren gearbeitet haben. Oder mit den Landfrauen, die zeigen, wie früher ein Waschtag aussah“, nennt Schatz zwei Beispiele. Die Filmchen werden später auf Monitoren laufen, die an extra angefertigten Holzwänden befestigt sind. Diese Wände teilen den Raum auf und ermöglichen Platz für wechselnde Sonderausstellungen, erläutert Schatz im großen Dachgeschoss der Scheune.

Fast 1000 Teile der Sammlung werden gesichtet

Dorthin wird nun Stück für Stück Sammlung geräumt, damit der Zimmermann Anhaltspunkte hat, wo und wie die Wände am sinnvollsten stehen. Parallel dazu müssen die Leute vom Heimatverein aber noch eine Inventur durchführen. Schatz schätzt die Zahl der zu sichtenden Exponate von Kleinigkeiten bis zu den großen Objekte auf irgendwo zwischen 500 und 1000.

Interessierte können ab September die Ausstellung zu Veranstaltungen im Quellenhof besuchen. Durchgängige regelmäßige Öffnungszeiten wird es voraussichtlich nicht geben.

Von Jörg Reuter