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Altenburg Gebürtiger Ehrenhainer Joachim Krause erhält Historikerpreis
Region Altenburg Gebürtiger Ehrenhainer Joachim Krause erhält Historikerpreis
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19:23 13.12.2018
Joachim Krause (m.) kann sich über den mitteldeutschen Historikerpreis "Ur-Krostitzer Jahresring" freuen Quelle: Westend/Christian Modla
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Leipzig

Große Ehre für Joachim Krause: Der Hobbyhistoriker ist als Gesamtsieger mit dem mitteldeutschen HistorikerpreisUr-Krostitzer Jahresring“ ausgezeichnet worden. Zur offiziellen Verleihung im Leipziger Gewandhaus am Donnerstag konnte Krause die mit 1500 Euro dotierte Ehrung entgegen nehmen.

2000 Briefe und Tagebucheinträge

Der gebürtige Ehrenhainer Krause, der inzwischen im sächsischen Zwickau lebt und sich in seinen Arbeiten auch intensiv mit dem Altenburger Land befasst, hatte die Jury mit der sehr persönlichen Aufarbeitung seiner eigenen Familiengeschichte überzeugt. In seinem Buch „Fremde Elter. Zeitgeschichte in Tagebüchern und Briefen 1933-1945“ nahm er dabei ein besonders dunkles Kapitel deutscher Geschichte ins Visier.

Das Werk, das erstmals 2016 erschien und inzwischen in dritter geänderter Auflage vorliegt, entspringt einem Dachbodenfund im elterlichen Haus. Fast 2000 Briefe und Tagebuchaufzeichnungen seiner Eltern Christian und Margarete Krause bilden die Basis der Publikation. Schriftstücke, die Krause bereits als junger Mensch in den Händen hatte und dann unachtsam zur Seite legte. Nach der Wiederentdeckung nahm er das Konvolut genauer unter die Lupe. Gefragt werden konnte nicht mehr, die Zeit des Dritten Reichs war in Ost und West in den meisten Familien nach Kriegsende kein Thema. Krause indes war nach eigener Aussage „infiziert“ und begann zu lesen.

Junge Menschen im Sog der Gleichschaltung

Monatelang mühte er sich durch die Sütterlinschrift, schrieb in aufwendiger Arbeit mehr als 1800 Briefe ab. Briefe, die sich sein Vater, seine Mutter sowie sein Onkel väterlicherseits, Helmut, schrieben. Sie dokumentieren das gesamte Dritte Reich, besonders jedoch die Zeit des Zweiten Weltkriegs, die beide Brüder an die Front brachte. Helmut selbst kehrte aus dem Krieg nicht zurück. In den Briefen findet sich nicht nur Privates, auch die Umstände des Nationalsozialismus lassen sich erkennen. Die Dokumente zeigen auf, wie junge Menschen, Teenager, im Zuge der Machtergreifung Hitlers in den Sog der Gleichschaltung gerieten, wie ihr Denken zu jener Zeit aussah.

Mit seiner Entscheidung zum Abdruck, so die Jury in ihrer Begründung, erlaube Krause einen unverstellten Blick in die Glaubens- und Gefühlswelt deutscher Männer und Frauen im Nationalsozialismus. Die Zeugnisse beschreiben den Glauben an Führer, Reich und Endsieg, zeigen aber auch, dass nicht jede menschliche Regung dabei auf der Strecke blieb. Zweifel werden sichtbar.

Jury: Ein authentisches Zeitzeugnis

Das Buch sei eine zeitgeschichtliche Quelle, die zu studieren nicht nur für Mitglieder der Familie Krause von Bedeutung sei. Solche Bücher, betonte die Jury, seien noch viel zu wenig geschrieben. Krause sei ein faszinierendes Werk gelungen, das als authentisches Zeitzeugnis zum intensiven Lesen einlade.

Neben Krause wurden weitere, mit insgesamt 3000 Euro dotierte, Auszeichnungen in den Kategorien Dokumentation, Ortsgeschichte, Industriegeschichte, Erinnerungskultur, Personengeschichte und Lebenswerk vergeben. Ein gesonderter Jugendpreis (500 Euro) sowie die Sonderauszeichnung zu „275 Jahre Gewandhausorchester“ (1000 Euro) komplettieren den Reigen.

Von OVZ

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