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Altenburg Im Altenburger Schlosshof wird es beim Mittelalter-Spektakel wieder urig
Region Altenburg Im Altenburger Schlosshof wird es beim Mittelalter-Spektakel wieder urig
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14:01 24.09.2018
Richtige Ritter kennen keinen Schmerz. Ein paar von ihnen zu sehen gab’s zum Schlossspektakel am Wochenende in Altenburg. Quelle: Foto: Wolfgang Riedel
Altenburg

Einmal im Jahr verwandelt sich der Altenburger Schlosshof wieder zum Mekka der Mittelalterfans. Seit über zehn Jahren veranstaltet eine Cottbuser Veranstaltungsagentur unter Regie von Eberhard Heil dieses Spektakel unter anderem mit Ritterschaft, Handwerks- und Künstlerständen, Tänzen und Balladen bis hin zur Feuer- und Fakirshow.

Gäste pilgern in die Taverne

„Die Thüringer sind sehr geschichtsbewusst“, betonte Cheforganisator Heil auch mit Blick auf die vielen kostümierten Gäste, die zur Garküche, in die Taverne und zur „Bäckerey“ pilgerten. Eine Gästetraube um den Frohburger Andreas Böttcher im Ritterkostüm schaute der Waldenburger Handwerkerin Antje Poppitz aus „Freyas Sippe“ beim Korbflechten zu, während eine große Kinderschar der Märchenhexe lauschte. Denn die gespenstisch schöne „Chibraxa“ erzählte eine heitere Geschichte vom Kampf des Ritters Kunibert gegen einen Drachen.

Ritterkampf mit Dudelsack

Der fahrende Sänger Ekkehard der Barde aus dem Vogtland und sein Companion von den „Rabenbrüdern“ betörten derweil die vielen Schlossbesucher mit einem Minnegesang rund um die Heldentaten von König Richard Löwenherz. Der Altenburger Alexander Tzik tänzelte, mit Tochter Klein-Anna in den Armen, im Liedrhythmus beschwingt mit. Unterdessen bereicherten auch die Musiker von „Neumentroll“ aus Bayern das Ritterkampfszenario mit Dudelsackklängen.

Australier haben von Rittern wenig Ahnung

Eine Schar Kinder um die Altenburgerin Charlin Lodyga und deren Eltern folgte nun der „Ritterschaft zu Reychenfels“, die unter Führung von Graf Stefan von Sperlingstein alias Steven Weber aus Nobitz zu ihrem Zeltlager marschierte. Dort zeigten die geharnischten Recken ihre Kampfkunst an Schwert, Lanze und Streitaxt. Auch Lian Òbarroll, der mit seinen Eltern Patrick und Julia aus Australien anreiste, schlüpfte gern mal in die Rolle eines Knappen und schwang so schon ganz geschickt sein Plastikschwert. „Dergleichen Ritterspektakel gibt es in meiner Heimat nicht“, sagte dessen Vater Patrick Òbarroll.

Handbrot mit Bärenblut

Der Australier amüsierte sich über seinen Sohn Lian, der beim Graf von Henneberg alias Uwe Henneberg aus dem brandenburgischen Beeskow per Pfeil und Bogen auf ein Plastikwildschwein schoss.

„Prima, dass hier auch die Jüngsten aktiv das Ritterleben miterleben können“, sagte Landsknecht Markus Zeuner aus Gera mit Blick auf seine Ehefrau Margit und Tochter Mathilde, die ebenfalls im Kostüm mittelalterlicher Bürgerinnen am bunten Schlosstreiben teilnahmen.

Hier kann sich keiner drücken

Beim Tresenteam um den Tavernenwirt Rico Welz aus Chemnitz ließ man sich den Odintrunk oder Bärenblut schmecken. Nach einem Gang vorbei an den rund 40 Marktständen machten die Altenburger Geschwister, Studentin Hanna und Gymnasiastin Klara, halt bei der Handbrotbackstube, um mit geräuchertem Schinken belegte Brote zu genießen.

Beim Bader und Medicus Ludwig der Enterbte konnten sich die Spektakelbesucher unter dem Motto „Geschrubbt mit Bürste, bedient vom Weib – hier kann sich Keiner drücken!“ im großen Holzbottich „den Dreck vom Leibe“ waschen lassen.

Gäste wollen wiederkommen

„Ich fühle mich heute wie zu Zeiten des Ritters Kunz von Kauffungen, als der hier im Schloss mit dem Prinzenraub für Schlagzeilen sorgte“, sagte Besucher Knut Maierford mit Blick auf einen der Ritterkämpfe mit teils sehr humorvollen Einlagen. „Ich komme auf alle Fälle im nächsten Jahr wieder“, kündigte der Leipziger an.

Von Wolfgang Riedel

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