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Altenburg Gießerei-Gruppe übernimmt zehn Prozent von Meuselwitz Guss
Region Altenburg Gießerei-Gruppe übernimmt zehn Prozent von Meuselwitz Guss
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18:54 08.08.2019
Die Meuselwitz Guss hat einen neuen Minderheitsgesellschafter. Quelle: Mario Jahn
Meuselwitz

Unruhe bei der Meuselwitz Guss Eisengießerei: Es ist vor allem Verwunderung, die am Donnerstag die Stimmung in der Belegschaft dominiert – einen Tag, nachdem der Einstieg eines neuen Minderheitsgesellschafters bekannt geworden ist. Ausgerechnet ein Mitbewerber in der Gießerei-Branche hat sich in das Unternehmen eingekauft. Viele haben davon erst am Donnerstag aus den Medien erfahren. Selbst die Unternehmensführung wirkt überrumpelt. „Zu den Motiven von Käufer und Verkäufer können wir nichts sagen“, erklärte ein Unternehmenssprecher im Hinblick auf den Erwerb von zehn Prozent der Gesellschaftsanteile durch die Silbitz Group Beteiligungs GmbH.

Herbert Werner verkaufte Anteile

Auslöser dieses Deals war der frühere Guss-Geschäftsführer und Mitgesellschafter Herbert Werner. „Er hat uns informiert, dass er seinen Anteil an die Silbitz Group veräußert hat“, schilderte der Guss-Sprecher. „Bisher lagen je zehn Prozent der Anteile bei ihm und einem weiteren früheren Geschäftsführer.“ Werner hat im Sommer 2016 den Chefsessel geräumt, blieb dem Betrieb aber als Berater erhalten. Der inzwischen 75-Jährige hatte das Unternehmen Anfang der 1990er-Jahre in die Privatisierung geführt. „Ich bin mir sicher, dass mit der Silbitz Group mein Lebenswerk in meinem und im Interesse der motivierten Belegschaft fortgeführt sowie weiterentwickelt werden kann“, äußerte Herbert Werner in einer Pressemitteilung.

Silbitz Group gehört einer Beteiligungs AG

Die in Silbitz bei Bad Köstritz ansässige Silbitz Group ist ein Firmenverbund von unter anderem drei Gießereien, nachdem der Ursprungsbetrieb 2006 und 2007 mit Gießerei-Zukäufen in Zeitz und im slowakischen Košice ergänzt worden ist. 2015 übernahm die Deutsche Beteiligungs AG die Gruppe. Diese investiert Gelder institutioneller Investoren in Beteiligungen an mittelständischen Unternehmen – mit dem Ziel, „dass Vermögen und Erträge langfristig wachsen“, wie die AG mitteilt.

Was bedeutet das für das Meuselwitzer Unternehmen mit mehr als 300 Mitarbeitern? „Wir sehen keinerlei Auswirkungen auf das operative Geschäft, die Produktpalette und die Belegschaft des Unternehmens“, so der Guss-Unternehmenssprecher. „Mehrheitsgesellschafter der Meuselwitz Guss mit einem Anteil von 80 Prozent ist weiterhin die Dihag GmbH in Essen.“

Stefan Mettler, Geschäftsführer der Dihag Holding GmbH. Quelle: Mario Jahn

Geringer Einfluss als Minderheitsgesellschafter

Dass der Einfluss als Minderheitsgesellschafter recht gering ist, ist auch Silbitz-Group-Geschäftsführer Xaver Schiessl bewusst. „Es ist eine strategische Beteiligung, um die Gießereien in der Region zu stärken“, sagte er am Donnerstag im OVZ-Gespräch. „Es geht darum, das Wissen der Kollegen in Meuselwitz und bei uns zusammenzuführen. Der Austausch von Knowhow ist für beide Seiten ein Mehrwert.“ Als direkte Konkurrenten sieht Schiessl die Gießereien nicht, „weil in Meuselwitz deutlich größere Gussteile mit bis zu 80 Tonnen Gewicht hergestellt werden“.

Dihag verneint strategische Partnerschaft

Von einem neuen strategischen Miteinander will man in Meuselwitz allerdings nichts wissen. „Weder hat die Silbitz Group mit der Dihag bisher über eine strategische Partnerschaft für Meuselwitz Guss gesprochen, noch ist eine solche Partnerschaft angedacht“, teilte der Unternehmenssprecher mit.

Die Veränderungen in der Gesellschafterriege fallen zeitlich zusammen mit dem Abschied von Guss-Geschäftsführer Olaf Wiertz. Über die Gründe der Trennung, die laut Handelsregister offiziell zum 26. Juli erfolgte, wurde nichts bekannt. Einen Zusammenhang mit dem Anteilsverkauf verneinte die Guss am Donnerstag. Der Betrieb wird nun von Benno Hank geleitet, der schon im Dezember parallel zum Geschäftsführer bestellt worden ist.

Meuselwitz Guss geht es wieder besser

Der Betriebsrat habe erst jetzt über die neuesten Entwicklungen Kenntnis erlangt, berichtete Matthias Beer von der IG Metall Jena-Saalfeld und Gera. Die Silbitz Group ist Beer vertraut. Auch dort sei gerade ein Tarifabschluss erreicht worden, der mit dem Meuselwitzer Tarifmodell allerdings nicht vergleichbar sei. Nur so viel: Das Lohnniveau in Meuselwitz liege etwas höher als in Silbitz. Zumal sich die Lage in Meuselwitznach einem schweren Jahr 2018 mit drohenden umfangreichen Kündigungen – wieder entspannt habe. „Die neue Unternehmensstrategie mit Fokussierung auf den Maschinenbau trägt Früchte. Dadurch konnte die Reduzierung der Arbeitszeit auf 35 Stunden pro Woche samt Lohneinbußen abgewendet werden. Der Sanierungs-Tarifvertrag ist vor Kurzem entsprechend geändert worden.“

Von Kay Würker

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