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Altenburg Glück-Auf-Gärtner wollen Bundesjury mit Tradition und Safran beeindrucken
Region Altenburg Glück-Auf-Gärtner wollen Bundesjury mit Tradition und Safran beeindrucken
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09:00 19.06.2018
Wolfgang Preuß (2. von rechts) begrüßt die Jury des Bundesverbandes Deutscher Gartenfreunde sowie Politiker und Gärtner in der Kleingartenanlage Glück Auf. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

Nicht der größte Kürbis steht beim Bundeswettbewerb „Gärten im Städtebau“ im Vordergrund, sondern ökologische, städtebauliche und soziale Leistungen. Um zu prüfen, wie es im Altenburger Kleingartenverein „Glück Auf“ darum steht, besichtigte am Dienstag eine siebenköpfige Jury des Bundesverbandes Deutscher Gartenfreunde (BDG) die Anlage.

Als Sieger des Landeswettbewerbs hat sich der Verein für den Bundeswettbewerb als eine von 23 Anlagen in Deutschland qualifiziert. Alle vier Jahre findet der Wettkampf statt. Bergmänner geleiteten die Jury in die Anlage, Spartenchef Klaus Engelmann verwies auf die Wismut-Vergangenheit des 1975 gegründeten Vereins. Daran erinnert auch eine Grubenlampe, welche die Jugendfreunde für einen zentralen Platz angefertigt haben.

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Safrangarten in Altenburg

Im Garten mit seinen 135 Parzellen verbindet sich die Vergangenheit mit der Gegenwart: Frank Spieth berichtete der Jury, warum er im Safrangarten das edle Gewürz züchtet: Wegen des Klimawandels werde es im Iran zu warm für die Krokusart. Um 1500 nahm Altenburg Tausende von Talern durch den Safrananbau ein. „Safran macht einfach glücklich“, schwärmte er.

Besonders stolz sind die Gärtner in Altenburgs Osten auf die Quelle des Jüdenbaches und das angelegte Feuchtbiotop. Doch die fachkundige Jury gab sich hart und die Gärtner mussten sich kritischen Fragen stellen: Warum wurden Bäume gefällt? Wann werde gemäht? Die Blumenwiese mit dem nahen Bienenstock kam bei den Experten aus ganz Deutschland besser an: „Das ist die einzige Wiese in Altenburg, die so schön blüht“, sagte Engelmann.

Gärten als pädagogisches Mittel

Wichtig für die Juroren sei auch, wie Kommunalpolitiker mit den Gärten umgehen, sagte Werner Heidemann, Juror und Geschäftsführer des Landesverbandes Westfalen und Lippe. Gärten könnten als pädagogisches Mittel eingesetzt werden, etwa als Schulgarten oder für eine soziale Einrichtung. Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) betonte, dass sowohl Öffnung als auch Zukunftsorientierung der Anlagen Voraussetzung für eine kommunale Förderung sind, auch andere Fördermittel sollen akquiriert werden.

Wolfs Nachfolger André Neumann hob das Eigeninteresse der Politik am Potenzial der Schrebergärten hervor. In der Anlage „Glück Auf“ wird deutlich, dass auch Integration über die grünen Parzellen laufen kann. Wolfgang Preuß, Vorsitzender des Regionalverbandes Altenburger Land der Kleingärtner, betonte, dass fünf Familien aus Afghanistan Stücke in der Anlage bewirtschafteten. „Das sind mit die ordentlichsten“, sagte er.

Bis im Bundeswettbewerb feststeht, wie die Glück-Auf-Gärtner abschneiden, müssen sie sich noch gedulden und so lange ihr Gemüse ernten. Denn die Entscheidung der Jury wird erst zum Jahresende bekanntgegeben.

Von Theresa Held