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Altenburg Göpfersdorf, Trebula, Waltersdorf: Feldbrände beschäftigen Polizei und Feuerwehren
Region Altenburg Göpfersdorf, Trebula, Waltersdorf: Feldbrände beschäftigen Polizei und Feuerwehren
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15:05 28.07.2019
Meterhohe Flammen bedrohen am Freitag ein Wohngebiet im Schmöllner Ortsteil Trebula. Bei den Löscharbeiten wurde ein Feuerwehrmann verletzt. Quelle: privat
Meuselwitz/Nobitz/Schmölln

Heißes Wochenende im Altenburger Land: Während viele die hochsommerlichen Temperaturen nutzten, um sich in Badeseen abzukühlen, gerieten die Einsatzkräfte ordentlich ins Schwitzen. Grund waren drei Feldbrände, die von Polizei und Feuerwehren Höchstleistungen abverlangten. Den Anfang machte ein Acker nahe des Schmöllner Ortsteils Trebula am Freitagnachmittag. Bei den Löscharbeiten wurde dort ein Feuerwehrmann verletzt. Zudem vernichteten die Flammen Teile der Ernte.

Gleiches gilt für ein Feuer im Nobitzer Ortsteil Göpfersdorf, das nur kurze Zeit später auf einem von der Jückelberger Agrargenossenschaft bewirtschafteten Feld ausgebrochen war. Trotz massiven Feuerwehreinsatzes fielen hier rund zwei Hektar Getreide den Flammen zum Opfer. Noch folgenreicher war der Brand einer Agrarfläche am Samstagabend in der Meuselwitzer Ortslage Waltersdorf. Dadurch musste zeitweise eine Landstraße gesperrt werden. Auch die Zufahrt zum Musikfestival Jagd auf am See (JAAS) war dadurch eingeschränkt.

Offenbar keine Brandstiftung in Trebula, aber Wohngebiet in Gefahr

„Schon wieder“, werden die Feuerwehren der Region Schmölln am Freitag gedacht haben, als sie zu einem Feldbrand gerufen wurden. Gegen 14.30 Uhr stand ein Schlag nahe Trebula lichterloh in Flammen, wo es in den letzten Tagen und Wochen wiederholt zu Brandstiftungen gekommen war. Aktuell schließt dies der Schmöllner Stadtbrandmeister und Einsatzleiter Mirko Kolz aber mit ziemlicher Sicherheit aus: „Ursache waren hier wahrscheinlich Mäharbeiten, die gerade liefen.“

Kritisch war die Situation dennoch. „Als wir eintrafen, standen rund drei Hektar in Flammen“, schildert Kolz. „Das Feuer breitete sich dann auf dem teilweise noch nicht abgeernteten Feld auf bis zu zehn, 15 Hektar aus. Die Flammen schlugen vier bis fünf Meter hoch und ständig wechselnde Winde erschwerten die Löscharbeiten.“ Ein Feuerwehrmann aus Schmölln wurde beim Löschen verletzt. Er kam mit dem Verdacht einer Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus, konnte dieses aber schnell wieder verlassen.

Besonders kritisch: Die Flammen liefen direkt auf bewohntes Gebiet zu. „Dank des Einsatzes aller eingesetzten 43 Feuerwehrleute konnten die Flammen vier Meter vor den ersten Grundstücken gestoppt werden“, erzählt der Einsatzleiter erleichtert. Auch die Agrargenossenschaft habe mit viel Mut beim Löschen geholfen. „Mit einem Mähdrescher haben Mitarbeiter eine Brandschneise geschlagen.“ Neben der Schmöllner und der Altkirchener Wehr kamen auch die Floriansjünger aus Altenburg, Meuselwitz und Rositz mit ihren Tanklöschfahrzeugen zum Einsatz, um eine ausreichende Löschwasserversorgung abzusichern. Der Einsatz war gegen 16.30 Uhr beendet.

Kein brennendes Fahrzeug in Göpfersdorf

Allerdings wurden Teile der auswärtigen Wehren schon während des Einsatzes wegen des Brandes in Göpfersdorf wieder abgezogen. Dort war laut Bürgermeister Klaus Börngen (Linke) gegen 15.30 Uhr Feuer ausgebrochen, was sich aufgrund der Trockenheit schnell auf zehn Hektar ausbreitete. Auch wenn eine offizielle Brandursache noch aussteht, lag es hier offenbar auch an erhitzter Technik während der Ernte. Wie Börngen sagte, stand das Getreide auf etwa einem Fünftel der Fläche noch und wurde durch das Feuer vernichtet.

Neben den Göpfersdorfern waren auch die anderen Wierataler Wehren sowie die der sächsischen Nachbarn aus Waldenburg mit ihren Tanklöschfahrzeugen im Einsatz. „Sie haben größeren Schaden verhindert“, sagte Börngen und verwies auf ein nahe Waldstück, das ebenso unversehrt blieb wie Technik und Personen. „Es hat kein Fahrzeug gebrannt“, so der Gemeindechef und widersprach damit einem zwischenzeitlich bei Facebook aufgetauchten Video von einem brennenden Gerätschaft. „Wir hatten Glück im Unglück.“ Auch seien die herbeigerufenen Altenburger Kameraden ohne Einsatz wieder abgerückt. Am frühen Abend war der Brand gelöscht.

In Waltersdorf Hubschrauber im Einsatz

Heftig ging es auch bei Waltersdorf zu. Wie die Polizei mitteilte, geriet dort aus bislang ungeklärter Ursache am Samstag gegen 18 Uhr ein bereits abgeernteter Acker in Brand. Aufgrund des Großeinsatzes musste die Landstraße 1355 und somit auch der Weg zum JAAS-Festival am Haselbacher See zeitweise gesperrt werden. Die Kameraden konnten aber ein Übergreifen der Flammen auf ein nahes Waldstück und ein Ausbreiten Richtung Wintersdorf verhindern. An den Löscharbeiten beteiligte sich zudem ein Hubschrauber der Thüringer Polizei. Die Ermittlungen zur Brandursache dauern an.

Von Jörg Wolf und Thomas Haegeler

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