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Altenburg Große Pläne und Träume für den Hof in Kleinmecka
Region Altenburg Große Pläne und Träume für den Hof in Kleinmecka
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10:08 22.05.2019
In Kleinmecka hat Robert Herrmann noch viel zu tun, bis aus seinem alten Hof ein Kleinod für Töchterchen Eluisa geworden ist. Quelle: Jörg Reuter
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Kleinmecka

Raus aus der hektischen Stadt – hinaus aufs ruhige Dorf. Für Robert Herrmann klingt das nicht nur traumhaft, sondern es ist auch schon ein Stück weit Realität für den Jazz-Pianisten. Wie berichtet, hat der gebürtige Leipziger vor reichlich zwei Jahren ein altes Gehöft in Kleinmecka erworben. Dort will er seine Zelte dauerhaft aufschlagen. Darüber hinaus stellt er sich vor, dass Künstlerkollegen dort in Zukunft über den Sommer eine Auszeit nehmen oder die Bewohner der umliegenden Ortschaften regelmäßig vorbeikommen, beispielsweise um Kunst zu erleben.

Wenn der 40-Jährige über seine Pläne, das Gut und den winzigen Ort spricht, dann ist er kaum zu bremsen. Die Ideen sprudeln nur so aus ihm heraus und es scheint fast so, als seien sie zum Greifen nahe. Doch das allermeiste ist Zukunftsmusik, denn das alte Gehöft im Weiler Kleinmecka – als Weiler werden Siedlungen bezeichnet, die kleiner als Dörfer sind – gleicht momentan eher einer Ruine als einem gemütlichen Heim, in das man Gäste einlädt.

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1. LandDialog in Kleinmecka

Doch genau das hat Robert Herrmann am 25. Mai vor. Unter der Überschrift „1. LandDialog im Kulturhof Kleinmecka“ öffnet er ab 15 Uhr Tür und Tor. „Eines meiner zentralen Anliegen ist es, mit den Menschen hier in Kontakt zu treten, mich mit ihnen auszutauschen und Netzwerke aufzubauen“, sagt der Musikpädagoge, dessen großelterliche Wurzeln ins Altenburger Land führen. Nicht anonym, sondern möglichst persönlich soll es an dem Sonnabendnachmittag zugehen. Los geht es mit einer Führung durch das im 13. Jahrhundert erstmals erwähnte und seitdem in seiner Struktur nicht veränderte Kleinmecka. „Denn ein Weiler, der sich Hunderte Jahre erhalten hat und nicht zum Dorf oder zur Stadt gewachsen ist, ist etwas besonderes.“

Später möchte Herrmann dann mit den Gästen, die bestenfalls mit Namensschildern ausgestattet werden, an einer Kaffeetafel direkt ins Gespräch kommen. „Ich möchte dabei auch herausbekommen, welche Bedürfnisse die Menschen hier haben und wie der Hof helfen kann, diese zu erfüllen“, erläutert Herrmann, der zum Abschluss des Tages auch selbst in Tasten greifen wird, um ein kleines Klavierkonzert mit Improvisationen zu geben.

Ohne Fördermittel geht nichts

Finanzielle Unterstützung für die Veranstaltung LandDialog bekommt Herrmann von der Bundeszentrale für politische Bildung. Dort hat er sich um Fördermittel für das Pilotprojekt „Miteinander reden“ beworben und wurde prompt ausgewählt. Unterstützer für seine Vorhaben sowie für den Erhalt des historischen Hofs hat er auch im Landesamt für Denkmalpflege und in der Stiftung Denkmalpflege gefunden. Was enorm wichtig für den Hof-Besitzer ist, denn die Sanierung der Gebäude – Herrmann spricht lieber von Reparatur – bedeute viel Arbeit und nicht weniger Geld.

Ohne Fördermittel wäre für ihn die Rettung des Gutes nicht bezahlbar, gibt er zu und ist froh, weitere Gelder in Aussicht zu haben. Damit könne er in diesem Jahr die Notsicherung des Wohnhauses weiter vorantreiben. Bereits im vergangenen Jahr wurde an diesem auch mit Fördermitteln der Dachstuhl erneuert, was runde 90 000 Euro gekostet hatte. „Ich bin nur etwas unzufrieden mit den Dachziegeln, da müssen Biberschwänze drauf, wie es im Original war“, meint Herrmann. Dafür würde er gern alte, gebrauchte Ziegel verwenden. „Das heißt, wer Biberschwänze übrig hat, ich würde die gern nehmen“, ruft er auf.

Unterstützer sind immer willkommen

Überhaupt sind Hilfe und Unterstützung im Kulturhof Kleinmecka mehr als willkommen, sagt der Eigentümer. Das beginne bei Baumaterialien von der historischen Dielenbohle bis hin zu alten Türen und dergleichen, aber auch helfende Hände – etwa von Handwerkern – könne er jederzeit gut gebrauchen. „Es geht hier ja darum, einen historisch wertvollen alten Hof zu erhalten und mit einer neuen und modernen Nutzung als Kultur- und Bildungsstätte für die Zukunft zu erhalten“, wirbt er um Unterstützung.

Für einen bessere Planung würde Robert Herrmann sich freuen, wenn Besucher ihr Kommen am Sonnabend per Mail oder Telefon ankündigen. Auch wer helfen möchte oder Baumaterialien hat, kann sich über die Kontakte melden. E-Mail: post@kleinmecka.de oder Tel: 0178 7151452

Von Jörg Reuter