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Altenburg Großer Auftritt für Altenburger Gitarristen und Landesjugendzupforchester
Region Altenburg Großer Auftritt für Altenburger Gitarristen und Landesjugendzupforchester
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18:06 07.05.2019
Überzeugender erster Auftritt: Das Gitarrenensemble der Musikschule Altenburg hatte in der Brüderkirche seinen ersten öffentlichen Auftritt.
Überzeugender erster Auftritt: Das Gitarrenensemble der Musikschule Altenburg hatte in der Brüderkirche seinen ersten öffentlichen Auftritt. Quelle: Foto: Mario Jahn
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Altenburg

Wird die Brüderkirche als Konzerthalle für bekannte Stars genutzt, ist sie meistens voll besetzt. Das war sie am vergangenem Sonntagnachmittag beim Konzert des Landesjugendzupforchesters Thüringen nicht der Fall. Das muss niemanden grämen, denn für die Umstände dieser Veranstaltung – wie die kurzfristige Ansetzung, damit zu geringe Werbung und die Tatsache, dass die meisten potenziellen Gäste mit dem Begriff „Zupforchester“ wenig anfangen können – war der Besuch erfreulich und der Beifall für die frisch aus einem dreitägigen Probelager in der Jugendherberge Windischleuba angereisten rund 30 jungen Zupferinnen und Zupfer so stark und herzlich, als wäre die Kirche voll gefüllt.

Die da im Altarraum saßen, waren die Besten aus den Thüringer Musikschulorchestern, die nicht blasen und streichen, sondern eben zupfen – die Saiten ihrer Mandolinen, Mandolas und Gitarren. Und damit einen Klang zaubern, der mit keinem anderen vergleichbar ist. Und dieses Einmalige wird unterstützt durch die virtuose Meisterschaft und sichtbare Begeisterung der jungen Musikerinnen und Musiker. Sie sind die Besten Thüringens an diesen Instrumenten und erfolgreiche Teilnehmer an den jährlichen Wettbewerben „Jugend musiziert“.

Premiere für zehn Nachwuchsgitarristen

Dieses „Zupffieber“ grassiert seit einiger Zeit auch im Altenburger Land und wird „behandelt“ an der hiesigen Musikschule von Petra Hetzel an zehn Nachwuchsmusikern, was bei zweien so gut angeschlagen hat, dass sie ans Landesjugendzupforchester „verlegt“ werden konnten. Diese zehn nun traten als Altenburger Gitarrenensemble zum ersten Mal ans Licht der musikalischen Öffentlichkeit und eröffneten das Konzert mit dem Morgen, dem Abend und der Nacht aus der Suite „Aus vier Tageszeiten“ von dem modernen Komponisten Torsten Ratzkowski und überzeugten sowohl mit den melodieführenden Instrumenten wie auch mit den bassbegleitenden mit einem angenehm harmonischen Klang. Das wiederholte sich in dem Stück „Malaguenita“ von Joachim Teschner, was insgesamt eine gute Premiere des kleinen Ensembles war.

Landesjugendzupforchester bringt Anspruchsvolles zu Gehör

Dann belegten die Großen, also die Spielerinnen und Spieler des Landesjugendzupforchesters – verkürzt genannt LJZO – den Altarraum und füllten den großen Kirchenraum unter Leitung von Martina Lübbecke mit anspruchsvoller, aber schön klingender Musik. Sowohl das Thema und die Variation 1 von Joachim Krauße als auch die Suite in G-Dur mit den Teilen Bourree-Sarabande und Menuett von Konrad Wölk war wunderschöne Orchestermusik.

Diese steigerte sich zu großer Orchestermusik in dem nun fast schon klassisch zu nennenden sinfonischen Oratorium „The Magic Lute“ (Der Zauber der Laute) des Orchestermitgliedes Robert Hartung, der selbst das Klarinettensolo spielte und neben der Aufgabe des Gitarristen im Orchester als Komponist, Instrumentallehrer und Buchautor tätig ist. Der Titel seines Werkes: „Gehirngerechtes Musizieren im Instrumentalunterricht“.

Drei Sätze des sehr umfangreichen Oratoriums erklangen und neben dem Klarinettensolo gab es solche mit Mandola und Mandoline, und durch die Verwendung eines Glockenspiels erhielt die Musik einen ganz und gar mystischen Charakter. Die langjährige Chefin des ganzen Unternehmens, Daniela Heise, hatte nun das Dirigat übernommen und führte es zu einem beeindruckenden Abschluss.

Die gut vorbereitete Zugabe mit einer Musik des japanischen Komponisten Yasuo Kuwahara mit dem Titel „Japanischer Herbst“ zeigte noch einmal alle Stimmungsmöglichkeiten eines Zupforchesters und war sicher für alle, denen dies neu war, ein segensreicher Gewinn ihrer musikalischen Erfahrungen.

Von Manfred Hainich