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Altenburg Haben Jugendliche und Kinder im Landkreis etwas zu sagen?
Region Altenburg Haben Jugendliche und Kinder im Landkreis etwas zu sagen?
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10:37 17.09.2019
Sie nutzen ihre Stimme im Jugendcafé Jucé: Wiebke Schricker, Marie-Louise Birnstingl und Paul Kühn (v.l.). Quelle: Foto: Katharina Stork
Altenburg

Schwungvolle Musik läuft. Lleise genug, um sich noch unterhalten zu können, laut genug, dass es tanzbar wäre. DIY-Day im Jugendcafé Jucé in der Friedrich-Ebert-Straße, angestoßen von der Initiative „Jugend Macht“. Noch ist wenig Betrieb, aber ein kleines Mädchen versucht sich mit ihrer Mutter schon an einer selbst gebastelten Vogelfutter-Station aus Tetrapak. Paul Kühn ist mit Freunden am Billard-Tisch beschäftigt.

Auf die Frage „Haben Kinder und Jugendliche im Landkreis etwas zu sagen?“ geht der 15-Jährige ein bisschen in sich. „Bevor ich mich beim Jugendforum engagiert habe, habe ich noch gar nicht so darüber nachgedacht“, sagt er schließlich. „Ich glaube, um die nötige Aufmerksamkeit zu erreichen, muss man in der Stadt und im Landkreis lange genug präsent sein. Dann kann man was erreichen.“

Zusammen ist man lauter

In das gleiche Horn stößt auch Wiebke Schricker, die gerade eine Kleidertauschparty vorbereitet. „Ich glaube, als Jugendlicher hat man es alleine sehr schwer, seiner Stimme Gehör zu verschaffen“, sagt die 18-Jährige, die ab Oktober auf Lehramt studieren wird. „Um Zugang zur Öffentlichkeit zu erhalten und präsent zu sein, muss man sich einer Organisation anschließen. Der Verein des Jucé könnte junge Menschen zusammenbringen, die sich ihre Meinung zu aktuellen Themen im Gespräch mit Gleichaltrigen bilden.“ Für sie sei es auch wichtig, in diesen Gruppen eine Stimme zu haben.

In Altenburg muss sich etwas drehen

Für die Psychologie-Studentin Marie-Louise Birnstingl ist das alles noch nicht genug: „Es muss sich noch einiges drehen im Altenburger Land“, sagt die 19-Jährige bestimmt. „Die Politiker und Erwachsenen allgemein sollten den Jugendlichen und ihren Ideen gegenüber aufgeschlossener sein und sie nicht ausbremsen, wenn es darum geht, Verantwortung zu übernehmen.“ Denn die Jugendlichen hätten mit Vereinsgründungen wie dem Jugendcafé schon bewiesen, dass sie das Zeug dazu haben. „Ich habe allgemein oft das Gefühl, nicht ernst genommen zu werden mit meinen Anliegen. Und ich will keine Ausreden mehr hören, was die Klimapolitik angeht“, betont Birnstingl. Aufgrund der alternden Gesellschaft seien auch die Angebote für junge Menschen in Stadt und Landkreis noch nicht vielfältig und attraktiv genug. „Da geht noch mehr.“

OVZ-Serie zum Weltkindertag

Am 20. September zelebrieren die Thüringer erstmals einen neuen gesetzlichen Feiertag – den Weltkindertag. Vor 65 Jahren verknüpften die Vereinten Nationen dieses Datum mit einen bewussten Blick auf die speziellen Rechte der Kinder. Die OVZ hakt vorab in einer kurzen Serie nach: Inwieweit können Kinder im Altenburger Land tatsächlich mitreden, welche Sorgen drücken sie, wie familienfreundlich ist der Landkreis?

Bisher erschienen:

Die Initiative „Jugend Macht“ ruft am Kindertag zur Klimademo auf.

Sozialarbeiter Klaus Liebig ist ganz nah an den Problemen der Jugendlichen dran.

Von Katharina Stork

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