Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Altenburg Heiße Debatte über Zukunft der Schulen
Region Altenburg Heiße Debatte über Zukunft der Schulen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:42 24.08.2018
Im Juni demonstrierten Eltern, Gemeinderäte und Schüler in Ponitz gegen die Schließung der Grundschule. Quelle: Jens Rosenkranz
Anzeige
Altenburg

Wie geht es weiter mit der Schullandschaft im Altenburger Land? Müssen Einrichtungen mangels Schülern oder Lehrern geschlossen werden? Welche Alternativen gibt es, um Schließungen zu umgehen? Diese Fragen waren am Freitag Thema einer Beratung mit Thüringens Bildungsminister Helmut Holter (Linke) im Landratsamt. Der Ressortchef ist in Sachen Schulnetze derzeit auf Tour, hatte sich für den Freitagvormittag zum Arbeitsgespräch in Altenburg angesagt. Landrat Uwe Melzer (CDU) packte die Gelegenheit beim Schopfe, holte Schulleiter aus Grund- und Regelschulen sowie Gymnasien hinzu. Auch die Stadt Altenburg als eigenständiger Schulträger war mit OB André Neumann (CDU) vertreten. Die nicht öffentliche Runde habe fast drei Stunden diskutiert, berichtete Melzer im Nachgang im OVZ-Gespräch.

Durchschlagende Lösungen gab es nicht. „Es ist eine Gratwanderung: Wir wollen einerseits die Schullandschaft im Altenburger Land nicht ausdünnen, andererseits lässt sich der Lehrermangel nicht wegdiskutieren“, konstatierte der Landrat. Laut den Vorgaben im Schulgesetz sind im Landkreis 17 Bildungsstätten zu klein und damit bedroht. Akut wurde es jüngst an der Grundschule Ponitz.

Landrat: Minister zu Kompromissen bereit

Über konkrete Ansätze, wie sich dieses Dilemma entschärfen lässt, wurde am Freitag nichts bekannt. „Aber Minister Holter ist offenkundig zu Kompromissen bereit“, sagte Melzer. Holter soll aus dem Altenburger Land einen Vorschlag erhalten, wie sich das Schulnetz zukunftsfähig aufstellen lässt. „Wir werden an diesem Vorschlag in den nächsten Wochen intensiv arbeiten“, kündigte Melzer an. Wir, das heiße: Landratsamt, Kreistag und Schulamt, aber auch Schulleiter und Bürgermeister. „Es müssen alle Beteiligten ins Boot, damit ein tragfähiges Konzept entstehen kann.“

Die Zeit drängt, nicht nur wegen des Drucks aus Erfurt. Der Kreistag muss noch vor Beginn des Schuljahres 2019/20 den neuen Schulnetzplan beschließen. Außerdem klagen viele Eltern über Unterrichtsausfall und fehlende Pädagogen. Die Lage ist angespannt. Das zeigt auch der kommende Mittwoch. Wie berichtet, startet in Regie des Kreiselternrates in Altenburg eine große Demo. Etwa zu der Zeit, zu der das erste Mal in diesem Schuljahr der Kreistag zusammenkommt.

Von Kay Würker