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Altenburg „Herr Kolpert“ lädt zum Silvester-Dinner
Region Altenburg „Herr Kolpert“ lädt zum Silvester-Dinner
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18:00 11.12.2018
Sie wollten eigentlich nur gemütlich zusammen essen. Doch dann eskaliert das Dinner... Quelle: Ronny Ristok
Altenburg

„Herr Kolpert“ ist der geheimnisvolle Titel einer Komödie von David Gieselmann, mit der das Schauspielensemble das Publikum von Theater&Philharmonie Thüringen mit schwarzem Humor unterhalten will. Die Altenburger Premiere steht am Jahresende auf dem Spielplan im Heizhaus: am 30. Dezember um 19.30 Uhr. Die zweite Altenburger Vorstellung ist ein Silvester-Spezial und beginnt um 20.00 Uhr.

Regie führt Philipp Kugler, Bühne und Kostüme entwirft Anika Wieners. In den Rollen: Ines Buchmann (Sarah Dreher), Alexandra Sagurna (Edith Mole), Markus Lingstädt (Bastian Mole), Bruno Beeke (Ralf Droht) und als Pizzamann kommt Danijel Gavrilovic.

Dinner for Four

Obwohl weder Sarah noch Ralf kochen können, laden sie das Ehepaar Edith und Bastian zum Dinner ein. Essen kann man ja schließlich bei einem der unzähligen Lieferdienste bestellen! Das Paar begrüßt seine Gäste mit einem Geständnis: Herr Kolpert – ein Kollege von Sarah und Edith – liegt angeblich tot in der Wohnzimmertruhe. Dieser absurde Witz führt nicht nur zu Missverständnissen und verhindert eine stimmungsvolle Konversation, auch Bastians plötzliche Wutausbrüche tragen nicht zu einer angenehmen Atmosphäre bei. Als dann der Pizzadienst auch noch die falsche Bestellung liefert, gerät der Abend außer Kontrolle. Was als scheinbar normales Abendessen unter Kollegen beginnt, wird zumindest für Edith und Bastian ein unerträgliches Spiel mit Unbekannten und einem zutiefst schwarzen Humor, der in bitteren Ernst umzukippen droht.

Wenn die Fassade bröckelt

Spannend und skurril entwickelt sich dieser Theater-Krimi, den das Regieteam als Gesellschaftssatire sieht, in der sich die Figuren in einer perfekt sitzenden Fassade präsentieren, unter der die Lust nach immer neuen Grenzüberschreitungen brodelt. Der animalische Trieb nach dem Ausbruch aus der Hochglanzwelt und dem Abstieg in das niedere Reich der instinktgeleiteten Aktionen wird als eine Art Fallbeispiel gezeigt; wie in einem Museum, wo wir kopfschüttelnd an den Vertretern einer längst ausgestorbenen Spezies vorbeischlendern, mit der wir nichts, aber auch gar nichts zu tun haben. Die Versuchsanordnung konfrontiert den Zuschauer auf lustvolle Weise mit den elementaren Fragen unserer Zeit: Wie wollen wir leben und was würden wir dafür tun?

Freud lässt grüßen

Inspiriert von Alfred Hitchcocks Klassiker Cocktail für eine Leiche hat David Gieselmann (46) mit „Herr Kolpert“ eine schwarze Komödie geschaffen, die sich an irrem Dialogwitz voll Freudscher Versprecher und absurden Wiederholungen ergötzt. Gieselmanns bekanntestes Werk wurde 2000 am Royal Court Theatre London uraufgeführt; im selben Jahr fand die Deutsche Erstaufführung an der Schaubühne Berlin statt. Seitdem wurde es auf zahlreichen Bühnen weltweit gespielt.

Info: Karten sind an der Theaterkasse erhältlich, telefonisch unter 03447 585177 oder online unter www.tpthueringen.de

Von OVZ

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