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Altenburg Im Open Lab in der Moritzstraße wird angerichtet – Projektideen gesucht
Region Altenburg Im Open Lab in der Moritzstraße wird angerichtet – Projektideen gesucht
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09:18 05.08.2019
Die Arbeiten in der Moritzstraße gehen voran, die Akteure der Stadtmensch-Initiative packen entschlossen an – nicht nur fürs Foto. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

Mittlerweile laufen die Arbeiten im neuen Open Lab der Stadtmensch-Initiative in der Moritzstraße 6 auf Hochtouren. Die Fußbodenheizung ist verlegt, der Estrich gegossen und die Elektroinstallation hat begonnen. „Wir gehen fest davon aus, dass wir das Ladengeschäft als offiziellen Anlaufpunkt rund um die Stadtmensch-Initiative im September dauerhaft eröffnen können“, sagt Susann Seifert, eine der Hauptinitiatoren.

Eigentlich war geplant, die Stadtmensch-Zentrale unmittelbar nach dem Startschuss des drei Jahre laufenden Projektes im Mai in Betrieb zu nehmen. Allerdings sei da ein Verzug eingetreten. Einerseits, weil die Stadtmenschen sich noch mit dem Vermieter abstimmen mussten, wie das Ladengeschäft am besten baulich hergerichtet werden soll. Andererseits erwies sich die Suche nach Handwerkern angesichts überall voller Auftragsbücher als komplizierter als ursprünglich angedacht. Anfang September soll das Open Lab nun bezugsfertig sein. Ab Mitte September sind dann regelmäßige Sprechzeiten vorgesehen, die jeweils mittwochs von 9 bis 19 Uhr und samstags von 8 bis 12 Uhr stattfinden.

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Kein Stillstand

Stillstand herrschte bei dem Projekt, das bis 2021 durch das Bundesministerium des Innern mit knapp 700 000 Euro als eines von deutschlandweit nur vier Projekten gefördert wird, aber zu keiner Zeit. Ziel der vom Bund unterstützten Initiativen, von denen Altenburg die einzige im Osten Deutschlands ist, soll sein, dass sich Einwohner mit eigenen kreativen Ideen und Projekten in die Gestaltung des öffentlichen Lebens einbringen und so das städtische Leben bereichern.

Erste öffentliche Aktionen realisiert

„Unter dem Label Stadtmensch gab es ja bereits eine ganze Reihe öffentlicher Aktionen“, betont Seifert und zählt in diesem Zusammenhang den Welttanztag und den ersten Mitmachmarkt als Beispiele auf. Ein weiterer Mitmachmarkt ist zum Tag des offenen Denkmals am 8. September rund um die Brüderkirche geplant.

Das Jahr 2019 sei aber ohnehin vorwiegend dafür vorgesehen, die notwendigen Netzwerke für das in dieser Größe für Altenburg einzigartige Projekt zu knüpfen sowie die baulichen Voraussetzungen in den insgesamt vier Ankerobjekten zu schaffen. „Allein dafür sind rund 170 000 Euro vorgesehen“, sagt Seifert und meint damit nicht nur die Moritzstraße 6, sondern auch das Paul-Gustavus-Haus in der Wallstraße 29, wo in diesem Jahr neue Brandschutztüren mit Stadtmensch-Unterstützung eingebaut werden. Auch in der Geschichtswerkstatt auf dem Schloss sollen in absehbarer Zeit bauliche Veränderungen vorgenommen werden.

Scharfer Start 2020 geplant

Ansonsten ist die Runde der bereits fest in das Stadtmensch-Projekt eingebundenen Mitstreiter gerade intensiv dabei, die Pläne für den scharfen Start ab 2020 zu schmieden. Dafür sind alle interessierten Altenburger aufgerufen, eigene Projektideen an die Stadtmenschen heranzutragen. „Das läuft schon sehr erfolgversprechend. Bislang sind um die 80 Anregungen bei uns eingegangen. Die müssen freilich auf die Umsetzbarkeit geprüft werden“, lässt sich Seifert noch nicht tief in die Karten schauen. Nur so viel: Die Bandbreite der schon jetzt vorgebrachten Ideen reiche von alternativen und unkonventionellen Wohnformen, wie der Tiny-House-Siedlung, bis hin zu einer nachhaltigen Begrünung der Innenstadt und Ähnlichem.

Auf jeden Fall erhalten die für machbar befundenen und in die Initiative integrierten Projekte und Aktionen bei Bedarf aus dem Budget auch eine finanzielle Förderung.

Transparente Entscheidungen

Keineswegs wolle man um die Initiative Geheimniskrämerei betreiben. Das genaue Gegenteil soll der Fall sein. „Wir setzen bei der Auswahl auf eine größtmögliche Transparenz. Die Auswahl der sich für eine Umsetzung eignenden Projekte soll von den Bürgern unter anderem via Online-Voting erfolgen, was noch in diesem Jahr geschehen soll“, verspricht Seifert. Zudem ist über das gesamte Jahr verteilt geplant, dass bei Informationsveranstaltungen diverse Projekte live von den Initiatoren vorgestellt werden und direkt von den Gästen abgestimmt wird, ob das Vorhaben für Altenburg tragen kann. „Die Projekte sollen dann übers Jahr verteilt stattfinden, damit immer etwas los ist, woran sich die Bürger aktiv beteiligen können.“

Im Mai 2020 ist dann auch das zweite Stadtmensch-Festival geplant, in dessen Rahmen die einzelnen Projekte öffentlich präsentiert werden. „Da darf man gespannt sein“, wirbt Susann Seifert.

Von Jörg Wolf

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