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Altenburg In Beiern ist der Straßenausbau für Sandlaster umstritten
Region Altenburg In Beiern ist der Straßenausbau für Sandlaster umstritten
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08:06 16.08.2018
In der Sandgrube in Frohnsdorf baut die Firma Heim gerade eine neue Nassaufbereitung für Kies. Quelle: Mario Jahn
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Langenleuba-Niederhain

Bevor der Gemeinderat in Langenleuba-Niederhain am Dienstag zur Vergabe von Bauaufträgen kam, konnten die Bürger ihre Fragen loswerden. Was ihnen diesmal besonders auf den Nägeln brannte, ist der LKW-Verkehr im Ortsteil Beiern. Wie berichtet, intensiviert die Firma Heim in Frohnsdorf den Sandabbau, was mit einer Zunahme des Verkehrs einhergeht.

Kürzlich fand eine Beratung mit Bürgermeister, Anwohnern und dem Bergbauunternehmen statt. Dabei sagten die Heim-Vertreter zu, die Zufahrtsstraße, die eher ein Feldweg ist, auf eigene Kasse grundhaft zweispurig auszubauen und einen Radweg anzulegen.

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Für Teile der Anwohner ist das aber kein Grund zur Freude. Im Gegenteil. Sie wollen keine Laster, die durch Beiern zur Sandgrube fahren. Auch das Argument von Bürgermeister Carsten Helbig (SPD), dass die Fahrzeuge ja irgendwo lang müssen, ließen sie nicht gelten. Es sei nicht mehr wie zu DDR-Zeiten, heute müsse der Bürgerwille und nicht der der Wirtschaft zählen. Und der Bürgerwille möchte eben keine Sandlaster im beschaulichen Dörfchen. Begründet wurde das mit Staub, den die LKW aufwirbeln, den gesundheitsschädlichen Abgasen und den störenden Geräuschen der LKW und des Tagebaus.

Bürgermeister hält Firmen-Vorschlag für guten Kompromiss

Auch Helbig ist kein großer Fan der Heim-Aktivitäten, was er mit den Umwelt-Problemen begründet, die Tagebaue naturgemäß verursachen. Dennoch hält er den Vorschlag der Firma für einen guten Kompromiss. „Denn das bedeutet für alle das geringste Übel.“

Übrigens: Bei der „Heim-Straße“ handelt es sich nicht um die Hauptstraße durch Beiern gen Autobahn, sondern um den Abzweig Richtung Frohnsdorf. Die Hauptstraße werde nicht vor 2020 ausgebaut, erklärt die Landesregierung auf Anfrage des Beiern Jürgen Schneider. Eher könnte demgegenüber der Abschnitt dieser Landesstraße in Lohma ausgebaut werden. Wie Helbig informierte, habe das Straßenbauamt zugesichert, die Trasse bald zu sanieren und Platz für den für Schulkinder so wichtigen Fußweg zur Bushaltestelle zu schaffen.

Die Bauaufträge waren dann schnell vergeben. Im ersten Komplex wurden fünf Firmen unterschiedlicher Gewerke beauftragt, die ehemalige Begegnungsstätte im Mühlenweg bis Ende des Jahres zu einer Wohnung umzubauen. „Dafür haben wir bereits schriftliche Mieteranfragen“, so Helbig zur OVZ. Bis zu 50 000 Euro wird der Umbau kosten. Deutlich mehr, nämlich über 330 000 Euro – zu 100 Prozent geförderte – wird die Beseitigung von Hochwasserschäden am Bachlauf in Neuenmörbitz, am Ufer der Leuba in Niederhain sowie an den Prallhängen an der Wiera kosten. Helbig: „Vereinfacht ausgedrückt werden dort die Ufer mit Flussbausteinen repariert.“

Von Jörg Reuter