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Altenburg In Meuselwitz und Lucka werden Stadträte kräftig durchgeschüttelt
Region Altenburg In Meuselwitz und Lucka werden Stadträte kräftig durchgeschüttelt
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09:34 28.05.2019
Die Kommunalwahlen haben die Stadträte in der Nordregion kräftig durcheinander gewirbelt. Quelle: Mario Jahn
Meuselwitz/Lucka

Jubel auf der einen, Katerstimmung auf der anderen Seite: In der Nordregion hat die Kommunalwahl für Umwälzungen gesorgt. Besonders die etablierten Parteien mussten in Meuselwitz und Lucka teils herbe Schlappen einstecken.

Blitzstart für Neue Meuselwitzer Mitte und AfD

Gerade in der Schnauderstadt treten die politischen Verschiebungen deutlich hervor: Sowohl CDU (13,7%) und Linke (14,5%), als auch die Bürger für Meuselwitz (BfM; 14,3%) haben ihre Sitze im Stadtrat mitunter halbiert (siehe Kasten unten). Im Gegenzug sammelte die neu gegründete Neue Meuselwitzer Mitte (NMM; 11,7%) mit Stand Montagnachmittag drei Sitze, die erstmals angetretene Alternative für Deutschland (AfD) wurde mit 24,5 Prozent stärkste Fraktion – und sicherte sich mit theoretisch sechs Sitzen gar einen mehr, als Kandidaten zur Wahl standen.

Entsprechend zufrieden klingt AfD-Spitzenkandidat Thomas Hoffmann. „Das Ergebnis ist überragend“, so der Maler- und Lackierermeister, der ebenso wie seine Mitstreiter noch ohne kommunalpolitische Erfahrung ist. Der Erfolg zeige, dass die Meuselwitzer mit der bisherigen Stadtratsarbeit unzufrieden sind. „Das sieht man auch daran, dass die NMM ebenfalls drei Sitze bekommen hat.“ Man wolle sich nun etwa für eine verbesserte Finanzlage, mehr Gewerbeansiedlungen und den Breitbandausbau stark machen.

Freude herrscht auch in den Reihen der NMM. „Der Fraktionsstatus war das Ziel, das haben wir erreicht“, betont Spitzenkandidatin Antje Ulich. Zum Erfolg habe nicht zuletzt der modern geführte, auch auf junge Wähler ausgerichtete Wahlkampf beigetragen. In der kommenden Legislaturperiode gelte es nun, endlich an einem Strang zu ziehen, um die Stadt voranzubringen, Mehrheiten für Sachentscheidungen zustande zu bringen. „Wir sind von den Bürgern gewählt, für die haben wir nun Verantwortung.“

Frust bei CDU und Linken

Frust hingegen bei CDU (13,7%) und Linken (14,5%). Selbstverständlich sei man mit dem Ergebnis alles andere als zufrieden, so Linken-Stadträtin Angela Pechmann. Im Wahlausgang zeige sich eine generelle Unzufriedenheit der Bürger, die nicht zuletzt der finanziellen Schieflage der Stadt geschuldet ist. Zwar habe die Linke stets versucht, durch Transparenz und Kontinuität in der Stadtratsarbeit zu punkten. „Aber das geht eben auch nur mit Mehrheiten.“ Künftig wolle man noch mehr auf Arbeit an der Basis setzen, etwa auf eine Art Seniorenbeirat, einen Mieterbeirat bei der Städtischen Wohnungsgesellschaft hinarbeiten und die Kommunikation mit den Vereinen vertiefen. Mit Blick auf die AfD, betont Pechmann, dominiere die Skepsis. „Persönlich kann ich mir eine Zusammenarbeit nicht vorstellen.“ Die Partei müsse nun beweisen, dass der Vertrauensvorschuss der Wähler gerechtfertigt ist und vernünftige Vorschläge liefern.

Für CDU-Mann Matthias Wittig ist vor allem die zerstrittene bürgerliche Mitte in Meuselwitz ausschlaggebend für den Stimmverlust. „Hätten wir uns in den vergangenen Jahren nicht selbst so zerlegt, wäre das Ergebnis wohl deutlich besser ausgefallen“, übt er Selbstkritik. So sei das Resultat auch als Warnschuss von durch Zwistigkeiten im Stadtrat frustrierten Wählern zu sehen. Mit Blick auf die AfD – aber auch die Linke – will Wittig „keinen Dogmatismus“ aufkommen lassen und mahnt stattdessen, verstärkt Sacharbeit zu betreiben.

Die BfM-Fraktion war am Montag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Bürgermeister Udo Pick wollte die Wahl als Stadtoberhaupt nicht weiter kommentieren.

Optimismus trotz Stimmverlust in Lucka

In Lucka nimmt hingegen CDU-Fraktionschef Hans-Thomas Veldmann die Bundespartei ins Visier. „Zur Wahl 2014 hatten wir noch eine andere Ausgangsposition, die CDU stand bundesweit besser da.“ Die Auswirkungen von Flüchtlings- oder Klimapolitik etwa seien jetzt auch in Lucka durchgeschlagen. Daneben hätten auch personelle Verluste, wie etwa der Tod des langjährigen Ratsmitglieds Dieter Kieminski, zum schwachen Ergebnis von zwölf Prozent beigetragen. Dennoch wolle man die insgesamt erfolgreiche Arbeit der vergangenen Legislatur fortsetzen.

Die ist auch für Brigitte Richter von den Bürgern für Lucka (BfL) ausschlaggebend für den deutlichen Stimmenzuwachs auf 60,1 Prozent. „Und ja, der Bürgermeister-Bonus dürfte geholfen haben“, gibt sie zu. Man wolle nun die Stadt weiter voranbringen, etwa das Straßensanierungskonzept und das Fußwegeprogramm weiterführen.

Stadtrat Meuselwitz

AfD

Thomas Hoffmann: 1006

Carsten Leibnitz: 985

Noah Wendler: 515

Tommy Beer: 287

Harald Hecht: 451

UWW

Klaus-Peter Liefländer: 772

Andreas Förtsch: 368

Michael Blawatt: 347

Mario Kroll: 96

BfM

Lutz Hempel: 390

Thomas Heimbach: 278

Udo Pick: 646

CDU

Matthias Wittig: 578

Christopher Köhler: 436

Birgit Reichel: 252

Die Linke

Peter Bergner: 642

Gert Pietsch: 373

Angela Pechmann: 445

NMM

Antje Ulich: 336

Tina Rolle: 476

Janet Riese: 151

SPD

Alexander Paulicks: 168

Eberhard Hanisch: 237

Stadtrat Lucka

BfL

Kathrin Backmann-Eichhorn: 1513

Brigitte Richter: 328

René Stolz: 337

Yvonne Töpfer: 67

Christoph Pörschmann: 184

Michael Fleck: 86

Matthias Schütz: 68

René Zimmermann: 58

Mario Pfaff: 70

Peter Fischer: 110

CDU

Hans-Thomas Veldmann: 281

Frieder Scheibner: 97

LWV

Günther Näther: 121

Lars Wölfing: 114

Die Linke

Antje Nebel: 141

SPD

Ralf Schütze: 222

Zahl hinter Namen = Zahl der Stimmen

Von Bastian Fischer

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