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Altenburg In der Mühle Schelchwitz finden Natur, Technik und Kultur zueinander
Region Altenburg In der Mühle Schelchwitz finden Natur, Technik und Kultur zueinander
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11:25 09.09.2019
Jan Godts (r.) zeigt den Besuchern zum Tag des offenen Denkmals die Schelchwitzer Mühle. Quelle: Mario Jahn
Schelchwitz

Einfach mal schauen – unter diesem Motto kamen viele interessierte Besucher am Sonntagvormittag zur Mühle nach Schelchwitz, die 1309 erstmals urkundlich erwähnt wurde. So auch Familie Grießner aus Remsa, die mit Tochter Mina (7) und Sohn Marlo (10) kamen und „noch nie hier waren, Eindrücke sammeln und einfach alles kennenlernen wollen“.

Mit Engagement und hohem Aufwand hat Jan Godts, Eigentümer und Architekt, das Areal für die Besucher vorbereitet. Bereits gegen 10 Uhr fand die erste Führung statt. Originell und vor allem sehr anschaulich stellte Godts zunächst die Geschichte der Mühle vor, die er 2002 erwarb.2018 erhielt Godts für die Sanierung den Denkmalschutzpreis des Altenburger Landes.

Zeitzeugen zeigen Mühlengeschichte

Ein Infoblatt erleichterte das Verständnis und vor allem das Merken der bewegten Historie. Fotografien, Bilder, die wie kleine Infopoints auf dem Hof und im Turbinenhaus aufgebaut und zu sehen sind, fungierten als „Zeitzeugen“ und zeigten ein Stück Mühlengeschichte, die Jan Godts in den Führungen mit den Ergebnissen der Revitalisierung bis heute verband. Heute ist kaum mehr vorstellbar, dass das Mühlenareal nach der Wende bis 2002 eher als Müllkippe genutzt wurde. Von den kulturhistorischen und technischen Wertschöpfungen zeugen insbesondere der Aufbau des Wohnhauses, der Stallungen, des Turbinenhauses mit Turbine, die Freilegung und Revitalisierung des Mühlengrabens, die Uferbefestigungen und der liebevoll angelegte Bauerngarten. Roland und Helga Heinig aus Altenburg brachten es auf den Punkt: „Herr Godts hat hier so viel gemacht und viel Kraft gebraucht“. Beide sind zum Denkmaltag immer unterwegs, dieses Mal wollten sie „Kindheitserinnerungen auffrischen“, da Roland Heinig als Kind mit seinem Vater Getreide zur Mühle brachte. “Emotionen, die für die Familie wichtig sind“, so Helga Heinig.

Turbinenhaus ist besonders interessant

In dieser offenen Atmosphäre fiel es den Besuchern leicht, Fragen zu stellen oder einfach nur zu schauen, so wie Christel und Wolfgang Erler aus Ponitz. Da sie selbst einen Vier-Seitenhof haben, lassen sie sich gern mal überraschen, zumal Wolfgang Erler zu Beginn selbst hier einige Reparaturarbeiten erledigte.

Im Turbinenhaus der Mühle Schelchwitz lassen sich die Besucher die Funktionsweise erklären. Quelle: Ute Hirsch

Besonders das Turbinenhaus war für Technikbegeisterte äußerst interessant. Vor allem Fragen zur Aufarbeitung, zum Aufbau und zur Leistung der Turbine, anno 1930, angetrieben durch die Wasserkraft des Mühlgrabens, standen im Mittelpunkt. Beeindruckend ist, wie diese traditionelle Technik mit modernen Sensoren überwacht wird. Der Einklang mit der Revitalisierung des Mühlengrabens ist klar erkennbar, denn in dem Graben sind Bachforellen, Flusskrebse und Muscheln angesiedelt. Die anschließende Wanderung zur Pleißefurt war bei diesem herrlichen Wetter einfach nur schön. Falken nisten auf dem Mühlendach, selbst Jungstörche kamen im Sommer „zu Besuch“. Jan Godts erklärte und zeigte den ursprünglichen Weg über die Pleiße, Teil der alten Handelsstraße nach Kohren Sahlis. Historisches zur Eselsbrücke und zum Eselsweg der nach Altenburg führte, sorgte zusätzlich für einen Aha-Effekt.

Anstrengung und Motivation nötig

Das Erreichte, was an diesem Tag so leicht erschien, erforderte viel Anstrengung und Motivation. So erzählte Godts, dass das Hochwasser von 2013 vieles zerstörte, was gerade aufgebaut war. Auch Einbrüche führten zu erheblichen Verlusten von historischen Material und Gegenständen. Trotzdem ist für die nächsten Jahre noch viel angedacht. In fünf Jahren soll die gesamte Mühle begehbar sein.

Von Ute Hirsch

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