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Altenburg In der Skatstadt spielt Skat kaum eine Rolle
Region Altenburg In der Skatstadt spielt Skat kaum eine Rolle
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10:06 04.10.2018
Skat und Altenburg gehören untrennbar zusammen. Allerdings spielen die weltberühmten 32 Karten in der Stadt eine eher untergeordnete Rolle. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

Ein besseres Alleinstellungsmerkmal als das Skatspiel könnte Altenburg nicht haben. Weltweit assoziiert man mit dem Namen des beliebtesten Kartenspiels der Deutschen sofort die Skatstadt Altenburg als Geburtsort. Die Magie der 32 Karten und des mittlerweile als immaterielles Kulturerbe anerkannten Spiels als Tourimusmagnet und Imageträger spiegelt sich auf sportlich-spielerischer Ebene allerdings nicht wider. Zwar ist Altenburg schon seit Jahren der offizielle Sitz des Deutschen Skatverbandes sowie des nationalen und internationalen Skatgerichtes. Allerdings ist dies eher ein verborgenes Wirken.

Zehn Skatvereine im Altenburger Land

Gleiches gilt für die derzeit noch existenten zehn Skatvereine im Altenburger Land mit immerhin rund 200 Mitgliedern. Bis Ende 2017 waren die noch in einer eigenen Verbandsgruppe unter dem Dach des Thüringer Landesverbandes vereint, die wenigstens noch sporadisch mit eigenen Turnieren und Veranstaltungsbeteiligungen für das Skatspiel die Werbetrommel rührte. Allerdings wurde diese mittlere Ebene zum Jahreswechsel abgeschafft. Stattdessen wurde ein „Verein der Skatspieler des Altenburger Landes“ ins Leben gerufen, von dem in der Öffentlichkeit aber überhaupt nichts zu hören ist. „Ja, die Abschaffung der Verbandsgruppen war nicht dienlich, weil auch diverse Veranstaltungen weggefallen sind. Das Vereinsleben läuft derzeit ziemlich isoliert ab“, klagt Stefan Sosic, der dem Verein vorsteht. Unter skatsportlichen Gesichtspunkten gab es für die aktiven Spieler zwar keinen Bruch – mit Ausnahme der weggefallenen Kreismeisterschaften finden alle höheren skatsportlichen Wettbewerbe weiterhin statt und es nehmen auch Starter aus dem Landkreis teil. Was aber dringend fehle, seien Enthusiasten, die organisatorisch Verantwortung übernehmen. „Personell ist die Decke ziemlich dünn“, so Sosic.

Landesverband beklagt Altenburger Blockadehaltung

Dem Thüringer Landesverband scheint das Dahindümpeln dieses kulturellen Schatzes in Altenburg ebenso schwer im Magen zu liegen. Landespräsident Ludwig Wahren aus Kahla: „Natürlich würden wir in Altenburg gern mehr Akzente setzen und versuchen, Ideen zu entwickeln, um das Skatspiel populärer zu machen.“ Allerdings sieht Wahren hier auch ein erhebliches personelles Problem, das offensichtlich auf persönliche Animositäten zurückgeht. Als Landesverband werde man von den Altenburgern regelrecht geschnitten. Wegen dieser spürbaren Blockadehaltung einzelner Personen sei unheimlich viel Zeit verloren gegangen.

Deutscher Skatverband sieht erhebliche Reserven

Was auch der Präsident des Deutschen Skatverbandes, Peter Tripmaker, gut weiß. Dass der DSkV gefühlt nur aller zwei Jahre nach außen in der Stadt Flagge zeigt, wenn der Internationale Skatcup des Verbandes in Altenburg stattfindet, weist Tripmaker zwar als falsch zurück: „Wir veranstalten hier jedes Jahr ein Benefiz-Turnier. Zudem findet jede erste Präsidiumssitzung im Jahr in Altenburg statt wie auch unser Verbandstag vor zwei Jahren“, sagt er. Allerdings räumt auch Tripmaker ein, dass es bezüglich Altenburg und Kulturerbe Skat noch erhebliche Reserven gibt. „Für einen Dachverband wie den DSkV ist es schwierig, daran etwas zu ändern. Vorrangig liegt diese Aufgabe beim Thüringer Landesverband sowie den hiesigen Altenburger Skatern. Dass da noch etliche Reserven ruhen, gebe ich offen und ehrlich zu. Mein erklärtes Ziel ist es schon immer gewesen, Altenburg auf einen Stand zu heben, den es als Wiege des Skatspiels verdient hätte“, erklärte Tripmaker.

Konkrete Pläne, weitere Großveranstaltungen nach Altenburg zu holen, gab es durchaus. So sollte der Skatkongress hier stattfinden, scheiterte aber an der Tatsache, dass es in der Skatstadt nicht ausreichend Hotelbetten gibt.

Von Jörg Wolf

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