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Altenburg „Jagdauf am See“ lockt alljährlich Tausende zum Haselbacher See
Region Altenburg „Jagdauf am See“ lockt alljährlich Tausende zum Haselbacher See
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09:36 16.06.2019
Großevent im kleinen Wintersdorf: Das „Jagdauf am See“ lockt alljährlich tausende Besucher an den Strand des Haselbacher Sees. Quelle: Fotos (4): E.S. Photographie
Wintersdorf

Eine unscheinbare Lagerhalle irgendwo im Altenburger Land: kahle Wände, hohe Regale, typischer Industriecharme. Nein, auf den ersten Blick weist herzlich wenig darauf hin, dass hier Jahr für Jahr die Vorbereitungen für eines der größten Musikevents der Region getroffen werden. Denn hier schlägt das Herz des „Jagdauf am See“, das alljährlich tausende Freunde elektronischer Musik ans Ufer des Haselbacher Sees lockt.

Geburtstagsparty gab Initialzündung

Angefangen, erinnert sich Organisator Marco Quaß, hat alles jedoch eine ganze Nummer kleiner. Bereits zu Schulzeiten hatte er begonnen, auf verschiedenen Veranstaltungen die Plattenteller zu bedienen. „Irgendwann kamen ein Freund und ich auf die Idee, doch mal eine größere Geburtstagsparty zu veranstalten.“ Gesagt, getan, nur ein Name musste her. „Im Fernsehen lief damals gerade ,Jagd auf Roter Oktober’ mit Sean Connery. Entsprechend hieß unsere Feier dann eben ,Jagd auf den 29. September’“, grinst Quaß noch heute.

Am Ende sollte nicht nur die Namensfindung ein Selbstläufer werden: „Wir hatten mit etwa 300 Gästen gerechnet, letztlich wurden es über 700“, staunt Marco Quaß noch immer über den großen Zuspruch. Und das Partykonzept kam an: „Immer wieder gab es in den Wochen danach Anfragen, wann denn wieder eine ,Jagd auf’-Party steigt. Wir haben dann eine Nacht drüber geschlafen und uns entschieden, einen weiteren Anlauf zu starten.“

Eine Nacht Feiern, Tanzen, Spaß haben: Das bietet das „JAAS“ jedes Jahr – und lockt damit tausende Besucher in die Nordregion des Altenburger Landes.

Open-Air statt Clubbetrieb

Eine goldrichtige Entscheidung: Aus einer Nachfolge-Veranstaltung wurden schnell mehrere, die Besucherzahlen stiegen stetig. „Als wir dann einmal auf einen Freitagabend beinahe 4000 Leute, auch aus Gera und Greiz, gezogen haben, war klar, dass da noch mehr geht“, so Quaß. Über drei Jahre wurde regelmäßig zu Parties in eine angemietete Halle in der Altenburger Poststraße geladen, „Wir hatten zwischenzeitlich sogar den Plan, einen festen Club in Altenburg zu etablieren“, beschreibt Quaß die Anfangszeit. Hohe Auflagen verhinderten letztlich das Vorhaben, dämpften aber nicht den Tatendrang des Jagdauf-Teams. „Vor elf Jahren haben wir dann überlegt, auf dem Gelände des Aqua Fun in Wintersdorf ein Open Air zu veranstalten – und einfach mal zu gucken, was passiert.“

Die Angst vor der Pleite

Es geschah das, was bisher nahezu immer passierte, wenn das Team etwas anfasste: Die Premiere wurde ein voller Erfolg. „Wir haben im ersten Jahr schon 1200 Leute erreicht. Inzwischen sind wir regelmäßig bei 3900 Besuchern“, freut sich auch Quaß’ Mitstreiter Thomas Schlicht, der die 2019 gegründete Jagdauf Eventservice GbR als Co-Geschäftsführer leitet.

Allerdings, können beide aus Erfahrung berichten, hielt die Entwicklung des „Jagdauf am See“ auch manchen Stolperstein bereit. „In den ersten fünf Jahren haben wir eigentlich nur investiert, 2011 sogar mal richtig Miese gemacht, standen fast vor der Pleite“, blickt Marco Quaß zurück. Nur der breiten Unterstützung und dem Zuspruch des Umfelds war es zu verdanken, dass man nicht die Flinte ins Korn warf. Zähigkeit, die sich auszahlte: „Nach sechs Jahren haben wir erstmals schwarze Zahlen geschrieben.“

Familiärer Charakter und ein richtiger Riecher

Es dürfte nicht zuletzt auch die Philosophie sein, die das „Jagdauf am See“ über die Jahre zum Erfolg getragen hat, sind sich Quaß und Schlicht sicher. „Wir sind hier nicht aufs große Geldverdienen ausgelegt, sondern wollen das Festival bewusst familiär halten“, betont Thomas Schlicht. Das gilt auch für die Organisation: Nach wie vor wird das Gelände komplett in Eigenregie gestaltet, Einlass, Bars und Stände von Freunden und Bekannten betreut. „Wir wohnen im Prinzip die letzten anderthalb Wochen vor dem Festival durchgehend auf dem Gelände. Das ist im Prinzip wie Klassenfahrt“, grinst Marco Quaß. „Die komplette Deko wird von uns selbst gebaut, das Gelände jedes Mal vollständig gestaltet, wir sind von der ersten bis zur letzten Minute im Einsatz.“ Dazu kommt, dass Quaß und Co. in Sachen Künstlerauswahl über ein mehr als glückliches Händchen verfügen. „Wir hatten immer wieder Künstler zu Gast, die genau zum Zeitpunkt des Festivals ganz oben in den Genre-Charts standen. Das war bei der Buchung teilweise noch gar nicht abzusehen, kommt aber natürlich richtig gut an“, kann Thomas Schlicht berichten.

Szene-Zusammenhalt wird groß geschrieben

Und nicht zuletzt, auch da sind sich Quaß und Schlicht einig, sei es natürlich auch das regionale Publikum und die hiesige Szene, die die Veranstaltung tragen. „Die Altenburger sind dafür, dass hier oft wenig los ist, immer sehr dankbar, wenn etwas stattfindet. Wir haben ein sehr gemischtes Publikum, sind im besten Sinne Massenkompatibel.“ Daneben brauche man innerhalb der lokalen Szene kein Konkurrenzdenken zu fürchten – im Gegenteil. „Wir sprechen uns untereinander ab, helfen uns in Sachen Lineup und Terminplanung von Veranstaltungen“, erläutert Marco Quaß. „Es gibt hier einfach kein Gegeneinander.“

Die Zukunft ist gesichert

Für die Zukunft ist das „JAAS“, wie die Veranstaltung inzwischen auch ganz offiziell abgekürzt wird, gut aufgestellt. „In diesem Jahr ist das Gelände etwas vergrößert, wir hoffen auf etwa 5000 Besucher“, kündigt Marco Quaß an. Daneben soll auch die erstmals im Januar 2019 gestartete Winterauflage nächstes Jahr in eine neue Runde gehen.

Und das, obwohl nach dem zehnten Geburtstag im vergangenen Jahr noch zur Debatte stand, das Kapitel zu schließen. „Allerdings haben wir inzwischen einige neue Großsponsoren ins Boot holen können, auch das Feedback der zuständigen Behörden in Meuselwitz war durchgängig positiv.“ Für die kommenden drei Jahre sei der Fortbestand des „JAAS“ gesichert. Wie es danach weitergeht, wird wohl dann wieder in der Tradition der Macher entschieden – ganz spontan eben.

Das JAAS-Programm 2019

Eine Nacht zum Tanzen, Feiern und Seele baumeln lassen: Das möchte das „JAAS“ auch zu seiner elften Auflage bieten. Am Sonnabend, den 27. Juli, verwandelt sich der Strand am Haselbacher See wieder in eine große Party-Location.

Auf drei Floors locken dann zahlreiche Künstler mit abwechslungsreichem Programm. So haben sich etwa The Stickmen aus Großbritannien angekündigt. Das Duo aus DJ und Drummer will mit einer ausgefeilten LED-Show das Publikum zum Kochen bringen. Daneben stehen mit Drenchill und David Puentez zwei weitere Hochkaräter in den Startlöchern.

Und auch in der zweiten Reihe warten größere und kleinere Namen: Neben den Gebrüdern Brett, Housekasper, Zahni und Reche & Recall werden auch Marco Quaß und sein DJ-Kollege Marc Heydecke alias DIA Plattenpussys wieder an den Tellern stehen.

Ab 20 Uhr wird zum Tanzen geladen, bis etwa 6 Uhr kann dann durchgängig gefeiert werden. Neben der Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln stehen auch wieder Parkflächen für Privatautos zur Verfügung. Zelten ist, wie in den Jahren zuvor, nicht gestattet. Unter 18-jährige Besucher benötigen einen ausgefüllten „Muttizettel“.

Tickets für das „JAAS“ 2019 sind zu 21,90 Euro im Vorverkauf unter www.jagdauf.de/tickets zu erwerben. Dort findet sich auch eine Übersicht zu allen Vorverkaufsstellen.

Von Bastian Fischer

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