Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Altenburg „Jagdauf am See“ lockt erneut tausende Gäste an den Haselbacher See
Region Altenburg „Jagdauf am See“ lockt erneut tausende Gäste an den Haselbacher See
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:24 29.07.2019
Eines der Highlights des diesjährigen „JAAS“: Die Briten „The Stickmen“ absolvierten am Haselbacher See erst ihren zweiten Deutschland-Auftritt überhaupt. Quelle: Foto: Eva Anna-Lena Zorn
Wintersdorf

Der Strand war gestaltet mit Sitzgelegenheiten und bunt-leuchtenden Skulpturen, eine große Bühne und zwei Zelte boten für jeden Musikgeschmack eine Anlaufstelle und unterschiedliche Bars, Essens- sowie Promotionsstände standen entlang des Geländes des „Jagdauf am See“ (JAAS)-Festivals. Der Haselbacher See lädt sonst zum idyllischen Baden ein, doch einmal im Jahr, am Gipfel des Festivalsommers, verwandelt sich das ehemalige Tagebaurestloch in ein Mekka für alle Partyliebhaber im und um das Altenburger Land.

Vergangenen Sonnabend um 20 Uhr war es soweit, die Tore zum JAAS öffneten sich und dann hieß es zehn Stunden lang - Musik, Party und Feiern bis zum Sonnenaufgang. Bereits zum elften Mal beherbergt das Gelände des Aqua Fun Wintersdorf e.V. die Veranstaltung. Heiße Atmosphäre am kühlen See – eine unschlagbare Kombination.

Brandgefährliche Anreise

Die Anreise über den Wintersdorfer Ortsteil Waltersdorf war allerdings mehr als brandgefährlich. Durch eine in Flammen stehende Agrarfläche wurde die Strecke zum Festivalgelände zeitweise gesperrt. Ein Helikopter der Thüringer Polizei flog dabei mehrfach über die Großveranstaltung, um Wasser zur Brandbekämpfung aus dem See zu holen. Auf dem Jagdauf-Gelände selbst bekamen die Veranstalter unterdessen nur wenig vom Feuer mit. Hier wurde koordiniert, was das Zeug hält. Das Vierergespann aus dem DJ-Duo Marco Quaß und Marc Heydecke sowie die beiden Mitorganisatoren Thomas Schlicht und Steve Nierlein standen in den Startlöchern, um wieder eine unvergessliche Nacht auf die Beine zu stellen.

Vorbereitung hatte nur ein Thema: die Hitze

Beim Rückblick auf die vergangen Tage und Wochen stand natürlich nur ein Thema im Mittelpunkt: „Die Hitze!“ „Sonnenbrandopfer gab es und ich glaube einige von uns haben mittlerweile eine Staublunge vom Aufbau“, konnte Steve Nierlein berichten. Und Thomas Schlicht kommentierte dazu: „Wir sind aller drei Stunden in den See gesprungen. Ohne See wäre das Projekt dieses Jahr undenkbar gewesen.“ Einer der weniger vom Badespaß hatte, war Marco Quaß. „Ich habe mich um den Ablauf, die Künstlerbetreuung und das Booking gekümmert.“ Und die Eventplanung sowie die Auftritte als DJ scheinen ihm im Blut zu liegen, denn nicht nur als „DIA Plattenpussys“ bringt er gemeinsam mit seinem Kumpel Marc den Dancefloor zum Beben, sondern auch in der Act-Auswahl für das JAAS beweist er Jahr um Jahr ein gutes Pokerhändchen.

Entspannen, bevor es wieder auf die Tanzfläche geht: Am Seeufer lud wie gewohnt eine große Chillout-Area zum Ausruhen ein. Quelle: Eva Anna-Lena Zorn

Hoch gepokert, viel gewonnen

Hoch gepokert, das wurde in diesem Jahr mit den Briten „The Stickmen“. Die Gruppe aus DJ und Drummer war bisher nur für einen Gig in Deutschland. „Wir haben die beiden über Instagram einfach angeschrieben und gleich eine Zusage bekommen, sozusagen zum zweiten offiziellen Auftritt und dann gleich in unserer Region“, erklärt Marc Heydecke stolz. Maskiert, im LED-Anzug, mit Drumsticks, Mikrofon und jeder Menge Energie, stellten die „Stickmen“ das JAAS völlig auf den Kopf. Ein phänomenaler Höhepunkt des Festivalfiebers, den die „DIA Plattenpussys“ als absolute Allstars und der „HouseKaspeR“ im Anschluss ausnutzten und dem Publikum weiter einheizten.

180 Personen helfen hinter den Kulissen

Unterdessen sind alle Gewerke am Rotieren. Fast 180 Personen – Orga, Security, Barpersonal – helfen, damit über 3000 Gäste einen angenehmen Abend verbringen. Einer davon ist Christian Plastinca. Er sitzt im Holzturm gegenüber der Mainstage und ist für die Videografiken auf den Bildschirmen verantwortlich.

Ein neonleuchtendes Schild mit der Aufschrift „Personal und Artist/DJ“ hängt über einem Wohnwagenanhänger. Aus dem Fenster an der Seite des Wagens blicken zwei freundliche Gesichter. Antje und Susi sind erprobte JAAS-Helferinnen. „Wir haben zum Beispiel schon an der Bar oder am Einlass mitgearbeitet.“ Viel zu tun, das gebe es immer. Darüber hinaus stecke jede Menge Herzblut in der gesamten Organisation und Deko.

Besucher und Veranstalter sind zufrieden

Lea Rohland aus Pegau war dagegen das erste Mal beim JAAS. Ihre beiden Freundinnen haben sie überredet zum Feiern mitzukommen. „Das Gelände ist sehr schön gestaltet und wir freuen uns schon auf die Gebrüder Brett im Techno-Zelt“, erklärt die 19-Jährige. Wiederkommen wolle sie auf jeden Fall.

Das sollte die Veranstalter doch fürs nächste Jahr positiv stimmen. Marco Quaß resümiert gegen Ende: „Es war der ganz normale Wahnsinn. Die Crew hat sich aufs Neue selbst übertroffen und das Schönste kommt ja erst noch: der Sonnenaufgang überm See.“

Von Eva Anna-Lena Zorn

Es ist durchaus ein Paukenschlag in der Meuselwitzer Wirtschaftsszene: Der traditionsreiche Klaviermechanik-Hersteller Louis Renner wird verkauft. Neuer Eigner ist der Klavierbauer Steinway & Sons. Die Jobs an den Standorten in der Schnauderstadt und im baden-württembergischen Gärtringen sollen erhalten bleiben.

29.07.2019

Die weitere Verzögerung beim Breitbandausbau stellt im Altenburger Land ein echtes Hemmnis dar. Denn ohne schnelles Internet kommt der Kreis wirtschaftlich nicht aus dem Knick. Schließlich ist es für Privatleute wie Unternehmen das wichtigste Standortargument, argumentiert unser Autor.

29.07.2019

Über drei Jahre hat Fritz Quoika die Ausbildung zur Fachkraft für Agrarservice im Agroservice Altenburg-Waldenburg absolviert. Seit Kurzem ist er Facharbeiter, wurde übernommen und sitzt seit einem halben Jahr auf seiner Stammmaschine.

29.07.2019