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Altenburg Jahresempfang: Zur Silberhochzeit im Theater erklingt die „verkaufte Braut“
Region Altenburg Jahresempfang: Zur Silberhochzeit im Theater erklingt die „verkaufte Braut“
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21:03 03.05.2019
Ganz ausgezeichneter Auftritt: Am Ende des Empfangs versammelten sich die Geehrten sowie Kommunalpolitiker auf der Theaterbühne. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

Der erste Jahresempfang des Landkreises mit Landrat Uwe Melzer (CDU): Das war ganz großes Theater.­­­ Und angesichts der langen Chronik, die es am Freitagabend 25 Jahre nach der Gründung des Altenburger Landes aufzuarbeiten galt, hätte der Start beschwingter kaum sein können. Das Orchester des Theaters Altenburg-Gera intonierte spielfreudig Smetanas „Springtanz“ aus der Oper „Die verkaufte Braut“. Der Musentempel, erstmals als Veranstaltungsort für diesen Empfang ausgewählt, zeigte, was er an Klangvolumen zu bieten hat, streute manche stimmgewaltige Arie zwischen die Lobeshymnen am Rednerpult.

Stimmgewaltig: Miriam Zubieta, János Ocsovai und Anne Preuß, geleitet von Kapellmeister Thomas Wicklein (von links). Quelle: Mario Jahn

Warum nun gerade „Die verkaufte Braut“ ausgewählt wurde, um den Rückblick auf die Zusammenlegung der Kreise Altenburg und Schmölln einzuleiten, wurde nicht näher erläutert. Deutlich wurde zumindest: So beschwingt wie beim Springtanz ging es im vergangenen Vierteljahrhundert nicht immer zu. Uwe Melzer erinnerte an Hochwasserkatastrophen 2002 und 2013, an die Beinahe-Gebietsreform bis vor rund zwei Jahren, an die bis heute nicht gelösten Problemthemen Schulnetzplanung und Breitbandausbau.

Rückblick auf die Erfolge

In erster Linie aber nutzte der Landrat die Silberhochzeit, um das Altenburger Land anhand der Erfolge zu skizzieren – seien es Schulsanierungen oder Klinikneubau, Bundesgartenschau oder S-Bahn-Anbindung, die 48 Millionen Euro fürs Lindenau-Museum oder der bevorstehende Theaterumbau für 12 Millionen. Nicht zuletzt: „Wir haben im Altenburger Land viele gute Firmen, die sogar auf dem Weltmarkt führend sind.“ Allerdings: „Große Konzerne haben sich bei uns nicht niedergelassen.“

Michael Apel wird Wirtschaftsförderer

Doch was nicht ist, kann ja noch werden – zumal der neue Wirtschaftsförderer auch schon gefunden ist, wie Melzer verriet. Michael Apel, bislang Projektleiter von Genial hoch drei und damit Starthelfer für diverse Initiativen in der Region, übernimmt zum 1. Juni den Stuhl von Wolfram Schlegel, wenn der in Rente geht.

25 Jahre Altenburger Land, das war eine Zeit des Aufbaus und des Gestaltens, bilanzierte Melzer. Und ein bisschen auch des Schwundes: Aus 121 000 Einwohnern im Jahr 1994 wurden bis heute gut 90 000. Doch immerhin: Es sind noch eine Menge übrig. Und einige von ihnen prägen den Landkreis auf ganz besondere Weise – etwa durch ihr Ehrenamt oder durch wirtschaftliche Erfolge.

13 Medaillen für besondere Verdienste

Grund genug für Uwe Melzer, die Zahl der höchsten Würdenträger des Altenburger Landes binnen eines Abends gravierend zu steigern. Stolze 13 Frauen, Männer, Firmen und Gruppen erhielten am Freitag die „Medaille für besondere Verdienste“ – der Peak in der Spannungskurve aller Auszeichnungen dieses Landkreises. Geehrt wurden unter anderem Melzers Vorgänger im Amt, Michaele Sojka (Linke), und Christian Gumprecht (CDU), der erste Landrat vor Ort. Vermutlich hätte auch Sieghardt Rydzewski (parteilos) ein Wertmetall bekommen, hätte er es nicht schon längst.

Landrat Uwe Melzer (rechts) zeichnet das Altenburger Folkloreensemble aus. Quelle: Mario Jahn

Die Medaillen wurden an Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport verliehen, „die stellvertretend für viele andere stehen, die unser schönes Altenburger Land mit großer Tatkraft vorangebracht haben“, betonte Melzer. Auch bei den Laudatoren achtete er auf die repräsentative Mischung. Und so muss es kein Zufall sein, dass in einem der ältesten Landkreise Deutschlands auch eine Schülerin, Maria Sell, ans Rednerpult trat, die in Rositz bei „Jugend forscht“ gepunktet hat – mit dem Projekt „Die technische Optimierung eines klassischen Rollators für den Alltagsgebrauch“.

Die Geehrten

Christian Gumprecht: ab 1990 erster Landrat des Kreises Altenburg, 1994 bis 2000 des Altenburger Landes. „Er verstand es, den Altenburger und Schmöllner Raum miteinander zu verzahnen“, so Laudator Uwe Melzer.

Michaele Sojka: Landrätin von 2012 bis 2018. Laudator Bernhard Stengele: „Ihr Handeln an der Spitze des Landkreises war von tief verankerten Grundwerten bestimmt: Gerechtigkeit, Mitgefühl und Kultur waren die Richtschnur.“

Johannes Ungvári: Altenburger (Ober)Bürgermeister von 1990 bis 2000. „Sein Engagement ist geprägt von hoher Fachkompetenz, Sachlichkeit, Offenheit und Loyalität“, würdigte Sparkassenchef Bernd Wannenwetsch.

Hans-Jürgen Heitsch: geehrt für 43 Jahre Ehrenamt als Göllnitzer Bürgermeister. Für mindestens 25 Jahre als Gemeinde-Oberhaupt wurden ausgezeichnet: Rolf Hermann (Löbichau), Stefan Jakubek (Posterstein), Klaus Herrmann (Treben), Wolfram Schlegel (Starkenberg).

H-O-T Servicecenter Schmölln GmbH & Co. KG: „Der anerkannte Fachbetrieb gehört zu den profiliertesten Firmen in der Region“, honorierte Bürgermeister Sven Schrade.

Kerstin Fröhlich: Vorstandsvorsitzende der Kriebitzscher Agrargenossenschaft. Laudator Michael Apel: „Sie führt einen sehr erfolgreichen Landwirtschaftsbetrieb und nimmt zudem gesellschaftliche Funktionen wahr.“

Dirk Heyer: Wettbewerbsleiter von „Jugend forscht – Schüler experimentieren“. „Er kümmert sich seit 2004 akribisch um alle Wettbewerbsmodalitäten“, berichtete Schülerin Maria Sell.

Altenburger Folkloreensemble: „Seit 1980 repräsentieren ihre Auftritte in der stolzen Bauerntracht das Altenburger Land mit seinen kulturellen und kulinarischen Eigenheiten“, sagte Laudatorin Romy Strobel.

Org-Team des Skatstadtmarathons: „Ein großartiger Lauf braucht ein großartiges Organisationsteam“, so Laudator Roland Krischke. Die bundesweit beliebte Veranstaltung findet im Juni zum elften Mal statt.

Von Kay Würker

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