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Altenburg Jazzklub eröffnet Filmfest Altenburg mit Hommage an Robert Wyatt
Region Altenburg Jazzklub eröffnet Filmfest Altenburg mit Hommage an Robert Wyatt
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12:48 12.09.2019
„Max Andrzejewski´s Hütte & guests“ spielen am Freitag im Paul-Gustavus-Haus in Altenburg. Quelle: Foto: Dovile Sermokas
Altenburg

Die Sommerpause beim Jazzklub Altenburg ist vorbei und der Musik-Förderverein legt gleich bei seinem ersten Konzert im zweiten Halbjahr mit einer Premiere los. Denn am Freitag ist der Jazzklub mit dem Konzert um 20 Uhr im Paul-Gustavus-Haus Altenburg mit der Band „Max Andrzejewski´s Hütte & guests play the music of Robert Wyatt“ Teil vom erstmals stattfindenden Filmfest Altenburg.

Robert Wyatt – lebende Ikone alternativer Musik

Zur Eröffnung des dreitägigen Cinematic Festivals wird es zunächst den Eröffnungsfilm „Paradox“ (Niederlande, 17 Min.) geben, ehe dann gleich im Anschluss die sechsköpfige Band um den in Berlin lebenden Schlagzeuger Max Andrzejewski die Bühne in der Fabrikhalle des Paul-Gustavus-Hauses betreten wird. Das neue Programm von Max Andrzejewski´s gefeierter Band Hütte – mit Gästen und zum ersten Mal mit einem Tribute – dreht sich um den großen britischen „Antihelden“ Robert Wyatt. Damit geht die Band nach einer exzessiven Mittelamerika-Tour auch hierzulande auf Reisen und präsentiert das neue Album: „Max Andrzejewski´s Hütte & guests play the music of Robert Wyatt“. Robert Wyatt, eine der lebenden Ikonen alternativer Musik und Schöpfer „wärmender Outsider-Balladen“, freute sich über diese Auseinandersetzung mit seinem Werk.

Mr. Wyatt, der Schlagzeuger und ein Gründungsmitglied von „Soft Machine“ und „Matching Mole“, Vertreter der sogenannten Canterbury-Szene in den 60er- und 70er-Jahren: Seit seinem Fenstersturz 1973 ist er querschnittsgelähmt und danach mit anrührender Stimme und einer wieder und immer wieder anderen Musik unterwegs. Ein Exzentriker, der bei aller gnadenlosen Analyse der Gesellschaft seinen Humor und die feine Ironie nicht vergisst. „Als ich das zum ersten Mal gehört habe“, erinnert sich Max Andrzejewski, „hat mich das sehr berührt.“ Zerbrechlicher Gesang, schrullige Arrangements und eine stets ein bisschen verwirrende Mischung der Instrumente. Da kam die Einladung der 42. Leipziger Jazztage zu einem britischen Tribute-Programm im vergangenen Jahr gerade recht. Andrzejewski entschied sich für Robert Wyatt, wohl auch weil er Parallelen zu seinen Hütte-Alben hörte und Wyatt als einen integren Bruder im Geiste wahrnahm. Dessen schnelle Brüche und harte Stilwechsel übertrug der 33-jährige Drummer in seine Sprache und das zu diesem Anlass zusammengestellte Sextett blieb auch über den Festivalauftritt hinaus stabil.

Große Bögen und besonderer Sound

In neun Songs werden große Bögen gespannt, ein Sound wird kreiert, der zurückverweist auf den Miles Davis von „Bitches Brew“. Farbenreich, detailscharf und fern des Epigonalen erkennt man die Musik der Originale wieder und hört sie doch vollständig neu. Die ausdrucksstarke Stimme Cansu Tanrikulus raut die Songs weit jenseits des Cleanen auf, diese „revolutionären Lullabies“, die nicht funktionieren, wenn sie zu schön gesungen werden. Dazu erdiges Saxofon von Johannes Schleiermacher oder schwelgerische Flöten, ein stoischer Bass von Andreas Lang, Keyboardschwaden, punktgenaues Schlagzeug und Gitarrenlinien von Tobias Hoffmann, wie man sie im Rock noch nicht gehört hat. Eine Mischung, die das Abgründige einfängt. Eine in vielen Farben schillernde Hommage, die das Filmfest Altenburg am Freitag um 20 Uhr (Einlass ab 19 Uhr) im Paul-Gustavus-Haus eröffnen wird.

Die Karten für das Konzert gibt es bereits im Vorverkauf sowohl bei der Altenburg Tourismus GmbH (Markt 17) als auch bei der Tourismusinformation Altenburger Land (Markt 10) sowie als Reservierung über die Jazzklub-Homepage (www.jazzklub-altenburg.de) und natürlich auch an der Abendkasse.

Von Thomas Trummer

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