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Altenburg Jugendliche wollen Verein Jugendcafé Altenburg gründen
Region Altenburg Jugendliche wollen Verein Jugendcafé Altenburg gründen
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11:08 04.09.2018
Versammelt um zu gründen: Janek Voos (hinten links) und seine Mitstreiter wollen den Verein Jugendcafé Altenburg gründen.
Versammelt um zu gründen: Janek Voos (hinten links) und seine Mitstreiter wollen den Verein Jugendcafé Altenburg gründen. Quelle: Jugendforum Altenburg
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Altenburg

Jahrelang waren sie das „Vorzimmer des Kreisjugendrings“, wie Janek Voos vom Jugendforum Altenburg scherzhaft feststellte. Doch nun wollen die 14 Jugendlichen Nägel mit Köpfen machen. Die jüngste Zusammenkunft im Ratssaal des Rathauses war als Gründungsversammlung für den Verein Jugendcafé Altenburg angekündigt. Und wenngleich es bis zur Vereinsgründung noch ein paar Hürden zu überwinden gibt: Der Anfang für das erste Altenburger Café in Jugend-Regie ist gemacht.

Der Start am Freitagabend war zunächst eine „vorbereitende Sitzung“. Zunächst einmal muss die Anschubfinanzierung stehen. „Die Eintragung ins Vereinsregister und auch der Notar kosten, wobei wir für den Moment noch nicht genau wissen, woher das Geld dafür kommt“, bekannte Voos. Auf jeden Fall nicht – wie angedacht – vom Jugendforum. Etwa 1500 bis 2000 Euro , so schätzte der Schüler des Friedrichgymnasiums und Kopf des Caféprojekts, bräuchten er und seine Mitstreiter, um ihrem Baby entspannt auf die Füße zu helfen.

Es wäre ein entscheidender Schritt auf dem Weg zu einem Jugendcafé für Altenburg, das „viel mehr als nur einen Raum zum gemeinsamen Abhängen und Freunde treffen“ bieten möchte. „Wir wollen einen Ort schaffen, mit dem wir Jugendlichen uns identifizieren können. Wo gemeinsame Projekte gestartet werden und Ideen aktiv ausgetauscht werden können“, umreißt es Mitstreiter Valentin Rühlmann.

Umfrage gibt den Gründern Recht

Das Konzept dafür haben sich die jungen Gründer nicht einfach aus den Fingern gesogen, sondern bereits im Mai mit den Ergebnissen einer Umfrage unter 172 Jugendlichen abgeglichen. Drei Viertel der Teilnehmer reagierten mit einem „Daumen hoch“ für das Unterfangen, während der Weiterentwicklung des klassischen Jugendclubs nur 6,7 von 10 möglichen Sternen gegeben wurden. „Modern und hipp“, „nicht zu laut“, „wie ein ’richtiges’ Cafe“ waren oft genannte Wünsche der Befragten.

Erste Schritte im Paul-Gustavus-Haus

Auch wenn die Finanzen noch zu klären sind, eine vorläufige Heimat wird der baldige Jugendcafé-Altenburg-Verein in der Wallstraße im Paul-Gustavus-Haus finden. Bereits ab 16. September organisieren die Jugendlichen den dortigen „Kaffeeklatsch“ mit, um zum Teil erste Gastroerfahrungen zu sammeln und die Abläufe kennenzulernen. „Plan ist, dass wir uns dann eine Woche aussuchen, in der wir unter uns sind“, erzählt Voos. Wahrscheinlich sei der Freitag, weil am schülerfreundlichsten. Noch weiter in die Zukunft geschaut, schweift der Blick gen ehemaliges Kinder- und Jugendcenter. „Wenn der Umzug der Farbküche ins Reichenbachsche Palais durch ist, wollen wir dort irgendwann eigene Räume beziehen.“ Das große Ziel: „Erste Anlaufstelle für alle coolen Jugendlichen mit Ideen zu werden“ – und davon gibt es reichlich im Altenburger Land, sind die Vereinsmitglieder in spe überzeugt.

Allen voran Janek Voos, der Anfang 2018 die Idee zum Café hatte und diese seitdem konsequent vorantreibt. Neben der Schule befasst er sich nach der Schule intensiv mit allen Aspekten einer Vereinsgründung, knüpft Kontakte und kümmert sich. „Wir wollen beweisen, dass wir gemeinsam was bewegen können. Dass wir eine Stimme haben und mit unserem Café andere Jugendliche anziehen, denen es ähnlich geht“, betont der Schüler.

Von Maike Steuer