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Altenburg Kabeldiebstahl bei der Kohlebahn – mindestens 8500 Euro Schaden
Region Altenburg Kabeldiebstahl bei der Kohlebahn – mindestens 8500 Euro Schaden
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17:13 07.05.2019
Wie die unbekannten Täter in den Lokschuppen gelangten, ist derzeit völlig unklar. Die E-Lok ist derzeit nicht fahrbereit.
Wie die unbekannten Täter in den Lokschuppen gelangten, ist derzeit völlig unklar. Die E-Lok ist derzeit nicht fahrbereit. Quelle: Mario Jahn
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Meuselwitz

Eine böse Überraschung gab es am Montagmorgen, als die Kohlebahner im Kulturbahnhof Meuselwitz ihr Tagwerk begannen. Unbekannte waren am Wochenende auf bislang unbekannten Wegen in den Lokschuppen gelangt und hatten es dort vor allem auf die seit Saisonende im vergangenen Jahr abgestellte E-Lok abgesehen. Dort verschwanden vor allem Kupferkabel. Jetzt ist die Lok lahm gelegt.

„Uns ist es ein völliges Rätsel, wie die Täter ins Innere gelangten. Denn Einbruchsspuren waren nirgends zu finden. Entweder hatten die Täter einen Schlüssel oder sie haben sich abends mit einschließen lassen“, sagt Vereinsmitglied Joachim Döhler. Dafür spreche auch, dass die Kohlebahner Montagmorgen das Tor 9 geöffnet vorfanden. „Das lässt sich nur von innen öffnen. Vermutlich sind die Einbrecher daraus getürmt“, so der 65-Jährige entrüstet.

Mit einer Säge kappten die Unbekannten die dicken Verbindungskabel aus Kupfer zwischen Aggregat und E-Lok. Quelle: Mario Jahn

Verheerende Schäden

Die Schäden sind verheerend. „Nach ersten groben Schätzungen und ohne das genaue Wissen, was eine Neubeschaffung der oftmals nicht mehr produzierten Kabel kostet, gehen wir von einem Schaden von mindestens 8500 Euro aus“, rechnet der Kohlebahner vor. Nach Meinung des Experten müssen bei dem Bruch auch Leute mit Fachkenntnis am Werk gewesen sein. „Sie haben sämtliche Verbindungskabel zwischen dem Stromaggregat und der Lok mit einer Spezialsäge gekappt. So eine Säge haben wir selber gar nicht in unserem Bestand. Zudem sind weitere zwölf Meter Kupferkabel aus einem offenen Personenwagen weg, wie auch die fachgerecht entfernten Anschlusskabel aus zwei Reservemotoren“, zählt Döhler auf. Gleich am Montag erstattete der Verein Anzeige bei der Polizei. Ob die einen schnellen Fahndungserfolg haben wird, steht derzeit freilich in den Sternen.

„Auf jeden Fall ist die E-Lok, die ja der Star unter unseren Loks war, vorerst nicht mehr fahrbereit. Wir wissen auch nicht, ob und wann wir Ersatz für die entwendeten Kabel gefunden haben.“

Offenbar war diese Säge das Tatwerkzeug. Quelle: Mario Jahn

Interimslösung für gesperrten Abschnitt gefunden

Dabei sollte die 75 Tonnen wiegende EL-3 erstmals am Himmelfahrtstag in dieser Saison rollen. Und zwar auch über den derzeit wegen der zu verfüllenden Hohlräume gesperrten Streckenabschnitt. Döhler und seine Kollegen waren mittlerweile nicht untätig und haben eine Interimslösung gefunden. „Wir wollen die betroffenen Flächen mit einer Unterbrückung mit Stahlträgern versehen, über die die Züge dann vorsichtige im Schritttempo rollen können“, erklärt Döhler. Die Finanzierung übernimmt der Verein in Vorkasse.

Zug zu Himmelfahrt soll auf jeden Fall rollen

Die Fahrt zu Himmelfahrt werde auf jeden Fall stattfinden, aber ob dafür die E-Lok vorgespannt werden kann, ist derzeit noch völlig unklar. „Weil beispielsweise mit den Kabeln auch so genannte Kragenstecker verschwunden sind, deren Produktion nur in der DDR erfolgte“, so der Experte.

Nicht der erst Zwischenfall

Es war keineswegs der einzige Zwischenfall bei der Bahn. Erst vor 14 Tagen wurden durch Unbekannte die Kabel für die gesamte Bahnsteigbeleuchtung gestohlen und müssen nun ersetzt werden. Seit 2013 gibt es leider regelmäßig derlei Angriffe, bei denen gestohlen oder blindwütig zerstört wird. Beispielsweise im Juni 2016 war eine Reservelok Angriffsziel von Dieben, die Fahrschalteteile und Kupferkabel stahlen. Der Schaden damals betrug allein um die 20 000 Euro.

Von Jörg Wolf