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Altenburg Känguruschule in Ehrenberg wird 20 – und plant den Schulhof neu
Region Altenburg Känguruschule in Ehrenberg wird 20 – und plant den Schulhof neu
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18:17 02.07.2019
Vier spannende Schulhofkonzepte haben die Känguru-Schüler im Zuge einer Projektwoche erarbeitet. Quelle: Mario Jahn
Ehrenberg

Großes Gewusel herrschte am Donnerstagabend in der Ehrenberger Känguruschule. Kein Wunder, möchte man denken, sind doch Schulen generell ziemlich belebte Orte. Diesmal stand allerdings nicht der Unterricht im Vordergrund, sondern die intensiv vorbereitete Umgestaltung des Schulgeländes.

Vier mögliche Schulhofkonzepte erarbeitet

Möglich gemacht wurde das Vorhaben durch 5000 Euro Preisgeld, das die Schule im Zuge des Wettbewerbs „10 grüne Schulhöfe für Thüringen“ als sogenannte Planungsschule erhalten hatte – als einzige Bildungsstätte im Altenburger Land (OVZ berichtete). Im Rahmen einer Projektwoche hatten die Kinder Ende Mai gemeinsam mit ihren Lehrern zahlreiche Ideen für das Vorhaben gesammelt. Ein Baumhaus wurde gewünscht, ein Klassenzimmer im Freien, Rückzugsorte oder Stellen, an denen man sich künstlerisch und kreativ betätigen kann. Vor allem aber deutlich grüner, so der Tenor der Knirpse, solle das Gelände künftig sein. In ausgefeilten Modellen hatten die vier Stammgruppen ihre Vorschläge festgehalten, am Ende wurden die Geeignetsten davon durch eine Planerin zusammen geführt und sollen nun mittelfristig umgesetzt werden.

Seit zwei Jahrzehnten wird an der Känguruschule in Ehrenberg bereits unterrichtet. Passend zum Jubiläumsjahr soll nun auch der Schulhof neu gestaltet werden. Die Schüler stellten nun ihre Konzepte vor.

Schulgründung war Premiere im Freistaat

Verständlich, dass die Freude unter den Kindern groß ist, ist doch die anstehende Umgestaltung ein wunderbares Geschenk zum in diesem Jahr ebenso anstehenden 20. Jubiläum der Einrichtung. Dabei reichen die Wurzeln der Känguruschule sogar noch weiter zurück. „Begonnen hat alles 1996. Damals hat sich aus einer Elterninitiative heraus ein Verein gegründet. Ziel war es, eine Alternative zu staatlichen Lernformen zu schaffen“, blickt Schulleiter Daniel Beutler zurück. Das Besondere: Von Anfang an wurde in Ehrenberg ganz bewusst ein integratives Konzept verfolgt, sollten Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam lernen. Eine absolute Premiere im Freistaat, die auch die Landesregierung überzeugte. 1999 erteilte das Kultusministerium die Genehmigung zum Betrieb für die Känguruschule, seit 2006 ist die Einrichtung auch staatlich als Ersatzschule anerkannt.

Unterricht im Zwei-Pädagogen-System

Das besondere Unterrichtskonzept verfängt bis heute. „Wir werden im kommenden Schuljahr voraussichtlich 84 Kinder unterrichten“, kann Schulleiter Beutler berichten. Das ungebrochene Interesse sei sicher auch dem im Verhältnis zu mancher staatlichen Schule deutlich höheren Personalschlüssel zu verdanken. „Jede Stammgruppe wird im Zwei-Pädagogen-System unterrichtet, einem Grundschullehrer steht jeweils ein Sonderpädagoge zur Seite“, führt Beutlers Stellvertreterin Franziska Reise aus. Gut drei Stunden die Woche steht klassischer Frontalunterricht auf dem Programm, den Rest der Zeit bearbeiten die Kinder weitgehend selbstständig ihren Wochenplan – selbstverständlich mit fachkundiger Unterstützung an ihrer Seite.

„Paradiesische Zustände“ für Lehrkräfte

Die so geschaffene Atmosphäre sei es wohl auch, die der Känguruschule über all die Jahre eine stabile Personaldecke gesichert habe. „Wir sind hier tatsächlich wie eine kleine Familie“, betont Franziska Reise. „Wer hier arbeitet, für den geht es vor allem darum, den Kindern gerecht zu werden. Mit dem Zwei-Pädagogen-Konzept herrschen hier eigentlich beinahe paradiesische Zustände“, sagt sie ganz ohne Übertreibung. Entsprechend macht man sich in Ehrenberg auch wenig Sorgen, durch die 2017 wieder eingeführte Verbeamtung von Lehrern im Freistaat weniger Bewerber zu finden.

Schulprofil soll angepasst werden

Daneben wissen die Lehrer auch die Elternschaft im Rücken: „Wir haben eine breite Unterstützung, nicht zuletzt, was Arbeiten im und ums Schulgebäude herum angeht“, freut sich Reise. In die Ausrichtung des pädagogischen Konzepts werden die Erwachsenen ebenfalls mit eingebunden. Gerade auf diesem Gebiet ist künftig einiges geplant, kann die stellvertretende Leiterin verkünden. „Wir wollen unser Schulprofil anpassen, einen noch größeren Fokus auf Umwelt- und Gesundheitserziehung legen, die Bewegung der Kinder noch stärker fördern.“

Nun steht allerdings zunächst einmal das Jubiläum im Vordergrund. Am 7. September steigt die große Geburtstagsparty. Um 14 Uhr wird zur Feierstunde in die Ehrenberger Mehrzweckhalle geladen, im Anschluss lockt auf dem Schulgelände ein kunterbuntes Festprogramm – erste Aktionen zur Umgestaltung des Schulhofes inklusive.

Für Letztere ist die Känguruschule als freie Einrichtung auch auf Spenden angewiesen. Wer den neuen Schulhof unterstützen möchte, kann per Mail an mail@grundschule-kaenguru.de Kontakt aufnehmen.

Von Bastian Fischer

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