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Altenburg Kanisterwasser und Trockenklo: Nabu-Jugend-Camp bei Haselbach
Region Altenburg Kanisterwasser und Trockenklo: Nabu-Jugend-Camp bei Haselbach
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15:43 02.09.2019
Unter der Zeltplane suchten einige Naturfreunde Schutz vor der Sonne, saßen fachsimpelnd zusammen. Quelle: Christiane Leißner
Haselbach/Altenburg

Hinter den Naturfreunden des Altenburger Landes liegt ein ereignisreiches Wochenende. Nicht nur, dass sich Zikadenspezialisten aus ganz Mitteleuropa in Altenburg trafen, Vorträge hörten und auf Exkursion gingen, um die Lebensbedingungen der Zikaden in der Bergbaufolgelandschaft zu analysieren. Auch das jährliche Sommerfest des Naturschutzbundes (Nabu) im Altenburger Land stand an. Mitglieder und Freunde des Nabu trafen sich am Aussichtsturm zwischen den Haselbacher Teichen zum Plausch unter der Zeltplane.

Ein zwangloses Zusammensein mit Bratwürsten und Salaten sowie passend geschmückten Biertischgarnituren mit Paradiesäpfeln, Holunderbeeren und Hagebutten. „Seit zwei oder drei Jahren bin ich Mitglied beim Nabu“, erzählte Besucher Manfred Rude, der mit zwei Freunden gekommen war. Er schätze die Naturverbundenheit und den Ausgleich zu Belastungen im Alltag.

Naturschutzjugend campiert über Nacht

Das Treffen am Samstag war nicht zuletzt ein Stelldichein junger Leute. Denn auch viele Mitglieder der Naju, der Naturschutzjugend des Nabu-Landesverbandes Thüringen, waren vor Ort, hatten ein Camp aufgebaut. Die Untere Naturschutzbehörde musste erst zustimmen, ehe es den Betreuern und ihren Schützlingen erlaubt wurde, ihre Zelte ausnahmsweise im Naturschutzgebiet an den Haselbacher Teichen aufzuschlagen.

„Das Ganze hat mehr als nur einen Hauch von Abenteuer“, schwärmte Daniel Werner, einer der erwachsenen Begleiter. „Wir haben ein Trockenklo gebaut, kochen auf zwei Gasflammen und bringen Wasser im Kanister mit, damit wir uns waschen können. Und heute Abend geht es noch auf eine Fledermaus-Exkursion.“ Beim Campen möglichst wenig in die Natur eingreifen, darum ging es bei all den Entbehrlichkeiten unter freiem Himmel. Ein kleiner Eingriff war jedoch notwendig, ehe die Zelte aufgebaut werden konnten: Wildschweine hatten die Wiese umgepflügt, so dass die Oberfläche erst einmal geebnet werden musste.

Vogelbeobachtungen stehen im Mittelpunkt

Bei dem Naju-Treffen, an dem Jugendliche aus ganz Thüringen teilnahmen, standen dieses Mal Vogelbeobachtungen im Mittelpunkt. An den Haselbacher Teichen konnten die 13- bis 16-Jährigen mit etwas Geduld auch Seeadler und Rohrdommeln beobachten. „Von Juni bis August haben wir fast an jedem Wochenende Veranstaltungen in Thüringen, oft themenbezogen, wie zum Beispiel ein Camp zur Luchsbeobachtung“, schilderte Daniel Werner. „Es gibt auch Kinder-Camps, die für 8- bis 12-Jährige konzipiert sind.“

Die Naturbetrachtung und Pflege folge dabei einem ganzheitlichen Ansatz – Arbeitseinsatz inklusive. Am Samstagvormittag haben die Jugendlichen das Drüsige Springkraut an den Teichen dezimiert, einen Neophyten, der einheimische Arten aus ihrem angestammten Lebensraum verdrängt. Am Sonntag machten die Jugendlichen noch eine Exkursion zu den Eschefelder Teichen.

Noch keine Naju-Gruppe im Altenburger Land

In der Naju sind alle Mitglieder des Naturschutzbundes unter 27 Jahren versammelt. In nahezu allen Landesteilen Thüringens sind sie in Kinder- oder Jugendgruppen organisiert. Im Altenburger Land allerdings fehlt eine solche Gemeinschaft noch. Anja Rohland aus Haselbach, die beim Nabu selbst aktiv ist und drei Kinder hat, möchte deshalb eine Regionalgruppe der Naturschutzjugend gründen. Sie hofft, genügend Interessenten zu finden.

Von Christiane Leißner

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