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Altenburg Karl-Heinz Bernhardt zeigt erste Schau in Altenburg
Region Altenburg Karl-Heinz Bernhardt zeigt erste Schau in Altenburg
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11:00 20.06.2018
Mit der Ausstellung im Lindenau-Museum präsentiert sich Stipendiat Karl-Heinz-Bernhardt erstmals einer breiten Öffentlichkeit. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

Schlag auf Schlag geht es derzeit im Lindenau-Museum. Nach der Eröffnung der Exposition „Das Runde und das Eckige – Fußball in der Kunst“ und den mannigfachen Angeboten zur Museumsnacht wird am Mittwoch, den 20. Juni, die nächste Sonderschau eröffnet. Im Mittelpunkt steht der Gewinner des Lindenau-Stipendiums 2018, Karl-Heinz Bernhardt. Um 18.30 Uhr sind Interessierte herzlich zur Vernissage eingeladen.

Förderung im Geiste des Gründers

Das Bernhard-von-Lindenau-Stipendium wird seit 2006 im Wechsel mit dem Gerhard-Altenbourg-Preis vergeben. Es soll Absolventen von Kunsthochschulen den Weg in die eigene, womöglich verheißungsvolle Karriere erleichtern. So wie im Fall des 38-jährigen Karl-Heinz Bernhardt, der sein Studium an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) absolvierte – zunächst zwischen 2007 und 2009 im Fachgebiet Medienkunst, anschließend bis 2016 in der Klasse für Installation und Raum bei Professor Joachim Blank.

Mit der Stipendien-Förderung greifen die Initiatoren die Intentionen des Museumsgründers Bernhard August von Lindenau auf, der der gezielten Förderung begabten Nachwuchses besonderes Augenmerk schenkte. Das Stipendium ist mit 10 000 Euro dotiert und mit einem dreimonatigen Studienaufenthalt im Kulturhof Garbisdorf, einer Ausstellung im Lindenau-Museum und einem Katalog verbunden. Ein beträchtliches Startkapital für junge bildende Künstler, die so unmittelbar nach dem Studium eine Chance zu unabhängiger Arbeit sowie die Gelegenheit, sich einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen, erhalten.

Abkehr vom klassischen Konzept

Im jüngsten Jahrgang ist der 1980 in Dresden geborene, jetzt in Leipzig lebende Karl-Heinz Bernhardt der glückliche Gewinner. Der Medien- und Objektkünstler erhielt sein Diplom 2016 an der HGB für seine fünf Skulpturen der „Serie A“. Im Rahmen des Stipendiums schuf er in der weiteren Folge die fünf Werke der „Serie B“. Beide Werkgruppen werden in der Ausstellung im spannungsvollen Miteinander und Gegenüber präsentiert.

Die eigenwillig-anspruchsvollen Texte des begleitenden Katalogs bescheren dem Kunstbetrachter zusätzliche Anregungen und begeben sich in einen den Blick erweiternden Dialog mit den offerierten Exponaten. Und mehr noch: So wie Bernhardts Kunstwerke sich landläufiger Erwartungshaltung und leichtfertiger Einordnung widersetzen, so entfernt sich auch der Katalog vom gängigen klassischen Konzept. Auf besonderen Wunsch des Künstlers, wie Bernhardt anmerkt.

Den Kern der Publikation bilden fünf Texte zu je einer Arbeit der Serie A. Sie wurden von fünf durch den Künstler ausgewählten Autoren mit unterschiedlichen biografischen Hintergründen und Berufen verfasst. Auf diese Weise entstanden sehr persönliche Werkbetrachtungen mit ganz verschiedenen Ansätzen.

Sinnlich-dingliche Präsenz

Die kompakten, zumeist quaderförmigen Skulpturen des diesjährigen Stipendiaten vereinen in sich Gestaltungselemente von Objektkunst, Architektur und Kunsthandwerk. Zu den verwendeten Materialien zählen maßgeblich Holz und Beton – „der findet sich in fast jeder meiner Arbeiten“, so der Schöpfer – darüber hinaus aber auch Metall und verschiedene Alltagsgegenstände: Gefundenes, Geformtes, Zweckentfremdetes.

Kuratorin Sophie Thorak zeigt sich begeistert: Die Skulpturen seien technisch-handwerklich sehr sorgfältig gearbeitet, dies habe sie bereits in der Diplomausstellung der HGB fasziniert. Dem pflichtet auch Museumsdirektor, Roland Krischke bei: „Aufgrund der nahtlosen Übergänge der Einzelkomponenten nimmt man die Werke trotz stofflicher Heterogenität als überzeugende Einheiten wahr. Sie besitzen eine starke sinnlich-dingliche Präsenz und dadurch eine große Suggestionskraft.“

Verführung zum Abtasten

Dem wird ebenso der aufgeschlossene Museumsbesucher zustimmen können, der dank der großzügigen Ausstellungsgestaltung die Möglichkeit erhält, die zehn Einzelarbeiten zu umkreisen. Gerade diese „Verführung“ zu einem optischen Abtasten aus jedem Blickwinkel erhöht den Reiz: Mit jeder Ansicht ergeben sich neue Details und überraschende Perspektiven.

Bei aller vordergründigen Klarheit bleiben Bernhardts Arbeiten nicht konkret deutbar und sind wohl eher Ausdruck des spielerischen Umgangs mit den Möglichkeiten des Schöpferischen. „Die Exponate sind weitestgehend frei von konkreten Bezügen auf gesellschaftliche oder historische Problemkomplexe oder in der Kunst zuvor Gewesenes“, bestätigt Sophie Thorak derlei Eindrücke. Und sie ergänzt: „Die Arbeiten erheben die Abwesenheit eines klar benennbaren Themas zur Qualität. In den Materialien, der Art der Verarbeitung, Formung, Verbindung und den sich daran knüpfenden Assoziationen vereinen sie Ideen von Natur, Kultur, Industrie und Urbanität sowie transzendentale Konzeptionen“, spannt sie einen weiten Bogen.

So wie auch der Ausstellungsbesucher seiner Fantasie freien Lauf lassen kann – ab Mittwoch, den 20. Juni, um 18.30 Uhr bis zum 26. August im Lindenau-Museum.

Von Frank Engelmann

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