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Altenburg Kaum Chancen für neue Umgehungsstraße zur Sandgrube in Frohnsdorf
Region Altenburg Kaum Chancen für neue Umgehungsstraße zur Sandgrube in Frohnsdorf
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04:29 29.03.2019
Im Langenleuba-Niederhainer Ortsteil Beiern sind die Straßen, wie hier die Landesstraße 1357, nicht gerade für LKW-Verkehr angelegt. Quelle: Jörg Reuter
Altenburg/Beiern

Landrat Uwe Melzer (CDU) will sich einmal vor Ort über die Optionen einer eventuellen Umgehungsstraße zwischen den Dörfern hin zur Sandgrube Frohnsdorf informieren. Das teilt das Landratsamt auf OVZ-Anfrage mit. Diesem neuen Termin war ein Gespräch vorausgegangen, zu dem Melzer kürzlich Bürgermeister, Vertreter der Firma Heim und der Bürgerinitiative Beiern eingeladen hatte. Im konstruktiven Dialog seien die Argumente aller Beteiligten ausgetauscht worden, heißt es dazu aus der Kreisbehörde.

15 Jahre bis zur Umgehungsstraße

Dem widerspricht Dirk Lohse, einer der führenden Köpfe der Bürgerinitiative, nicht. Dennoch fällt seine Begeisterung verhalten aus. „Die haben uns schon ziemlich den Wind aus den Segeln genommen“, bilanziert der Anwohner. Der Wunsch der Bürgerinitiative, eine Zufahrt zur Sandgrube in Frohnsdorf zu schaffen, die die Dörfer im Großen und Ganzen umgeht, „würde selbst bei optimalen Bedingungen bis zur Fertigstellung zehn bis 15 Jahre dauern, wurde uns erklärt, was uns wenig hilft“, so Lohse. Denn das sei ein viel zu großer Zeitraum, in dem sich nichts am Verkehr ändern würde.

Wie berichtet, wehren sich die Bewohner des Langenleuba-Niederhainer Ortsteils gegen den LKW-Verkehr, der durch ihr Dorf rollt, denn dieser verursacht Lärm und Schmutz und ist zudem gerade für Kinder gefährlich, weil es in weiten Teilen keine Fußwege gibt. Hintergrund der Proteste sind die Pläne der Firma Heim, der seit den 1990er-Jahren die Grube gehört. Demnach wird das Bergbauunternehmen in Frohnsdorf über 40 Jahre täglich rund 2000 Tonnen Sand und Ton abbauen. Das bedeutet An- und Abfahrt zusammen von 140 LKW pro Tag auf den Straßen des Wieratals.

Göpfersdorfer gegen Träume aus Beiern

Dafür verlangt die Bürgerinitiative den Bau einer alternativen Straße außerhalb aller Ortschaften. Drei alternative Routen schlägt die Bürgerinitiative vor, jedoch existiert nicht ein Weg durchgängig. Das bedeutet, es müsste wenigstens teilweise ein komplett neue Straße gebaut werden. Dies ist außerordentlich voraussetzungsreich. Das beginnt schon bei den enormen Investitionen im Millionen-Bereich, die die Firma Heim tragen soll. Außerdem müssten auch Flächen erworben werden - unter anderem auf Göpfersdorfer Flur. Dazu positionierte sich jüngst Gemeinderat Jörg Schumann und erklärte in der öffentlichen Sitzung: „Was die Träumereien aus Beiern betrifft, ich bin da glasklar dagegen. Ich will diese Straße quer durch unser Land nicht.“

Unterm Strich schwant Lohse inzwischen, dass die Ideen der Bürgerinitiative nicht umzusetzen sind, was nicht allen gefällt. „Meine Frau zum Beispiel ist stinksauer.“ Daran ändern offensichtlich auch die Vorschläge der Firma Heim nichts. Wie Lohse erklärt, bietet das Unternehmen zum einen an, die existierende Zufahrt an Lohses Haus vorbei zu asphaltieren. Darüber hinaus solle beim nächsten Treffen mit dem Landrat die Möglichkeit einer Umgehungs-Werkstraße für Beiern geprüft werden. Diese könnte dann an die 50 Prozent des Heim-Verkehrs aus Beiern heraus lenken. „Den Verkehr an sich bekommen wir aber aus Beiern nicht raus. Und er wird wohl eher noch zunehmen, wenn die Landesstraße gemacht ist“, schätzt Lohse ein.

Bürgermeister sucht weiter nach Lösung

Tot sei das Projekt aber noch nicht, betont Niederhains Bürgermeister Carsten Helbig (SPD) gegenüber der OVZ. „Wir sind noch dabei, eine Lösung zu finden. Dazu sind auch noch weitere Gespräche anberaumt.“ Auch Helbig findet es außerordentlich wünschenswert, wenn Beiern verkehrstechnisch entlastet würde. „Aber eines ist auch klar: Der Sandabbau in Frohnsdorf muss dabei möglich sein und bleiben.“

Von Jörg Reuter

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