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Altenburg Klinikum Altenburger Land: Notfallambulanz zieht um
Region Altenburg Klinikum Altenburger Land: Notfallambulanz zieht um
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05:45 13.06.2019
Schwestern, Medizinstudenten, Handwerker, Planer: Alle packten sie mit an, um auf der Interim-Notfallstation des Klinikums schnell in den Regelbetrieb überzugehen. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

Der Macht der Gewohnheit ein Schnippchen schlagen und nicht wie sonst am Haupteingang nach rechts abbiegen. Immer der roten Linie folgen, auch wenn es schwer fällt. Die Menschen, die am Mittwoch das Klinikum Altenburger Land als Notfall betraten, mussten umdenken. Für Besucher oder Patienten aus anderen Bereichen war das rege Gewusel im Haus und das Vorbeirollen dicht gepackter Rollwagen ein Indiz: In der Klinik bewegt sich etwas. Das Krankenhaus am Waldessaum bekommt eine neue alte Notaufnahme.

Damit in dieser Zeit niemand zwischen Baulärm und schwerem Gerät behandelt werden muss, wurde die Station übergangsweise in einem leer stehenden Flügel des Hauses beheimatet. Für das Personal hieß es deshalb am Mittwoch: räumen, schieben, installieren, montieren, koordinieren – schließlich musste vom Röntgengerät bis hin zum Katheter alles seinen Platz wechseln.

Eine Station als Allrounder

Etwa 200 Meter trennen die alten Zimmer im Untergeschoss von dem Übergangsareal im Erdgeschoss, wo einst das Medizinische Versorgungszentrum seinen Platz hatte. „Ein Umzug von einer Seite zur anderen“, so Pressesprecherin Christine Helbig. Seit einem Jahr etwa wurde das Projekt geplant. Am Mittwochmorgen gegen 6 Uhr begann das große Räumen. 18 Uhr sollte alles fertig sein. „In der Zeit sind wir bei der Rettungsleitstelle abgemeldet, das heißt, mit dem Notarztwagen kommt niemand zu uns.“ Diejenigen, die anderweitig ihren Weg fanden, wurden, wie Helbig sagte, „im fließenden Prozess“ betreut. Einen leeren Bereich im Haus für den Übergang zu haben, sei ein Luxus, erzählte sie. Eigentlich wurde in den letzten Jahren nahezu jede Station schon einmal im Erdgeschoss, Gebäude A, zwischengeparkt. Jetzt gastiert dort die Notambulanz. Und weil diese bauliche Besonderheiten erfordert, musste sie vor dem Umzug verändert werden. „Wir brauchten zum Beispiel eine Zufahrt für Krankenwagen und Bleiplatten für den Strahlenschutz im Röntgenzimmer.“

Eine ganze Station zieht um. Und mit ihr das vollständige medizinische Equipment. Quelle: Mario Jahn

„Das Personal hat berufsbedingt starke Nerven“

Am Mittwoch schließlich wurde den Räumen Leben eingehaucht. Schränke befüllt, technische Geräte angesteckt. Auf den Gängen gaben sich Handwerker, Techniker und Schwestern die Klinke in die Hand. Geordnetes Chaos dank minutiöser Planung im Vorfeld. Schon am frühen Vormittag sah vieles schon bereit zum Einsatz aus. Schwester Silke Schaefer war eine der Helferinnen an diesem Morgen. „Manchmal bin ich noch etwas orientierungslos“, sagte sie lachend, während sie durch die Zimmer wuselte. „Es ist zwar alles so, wie man es kennt, aber dann doch alles anders.“ Stressen ließ sie sich trotzdem nicht. So wie der Rest der Truppe. Nahezu geräuschlos wurden medizinische Instrumente verräumt und Monitore installiert. Hand in Hand. „Die haben berufsbedingt starke Nerven, da haut sie so ein Umzug nicht um“, konstatierte Pressesprecherin Helbig. Drei Fußlängen entfernt kramte Andreas Dorn in seinem Multifunktionswagen, auf dem so ziemlich alles liegt, was ein Haushandwerker im Krankenhaus braucht. „Für alles gewappnet, denn du weißt nie, was dich erwartet.“ Er ist einer von 30 Tüftlern im Klinikum.

Ausnahmezustand erfordert Flexibilität

Mehr als 20 000 Patienten hat die Notaufnahme der Altenburger Klinik jedes Jahr, 70 bis 80 an einem Tag. Bis zum Mittag trudelten acht Notfälle ein – ein ruhiger Morgen. Die Leitende Oberärztin der Neurologie, Anett Stoll, hielt zusammen mit einem Kollegen an der alten Basis die Stellung. „Wir nehmen die Leute hier an und verteilen sie dann auf die entsprechenden Stationen. Wir müssen einfach ein bisschen flexibel sein.“ Denn auf der alten Station erinnerte schon am späten Vormittag kaum mehr etwas an Klinikbetrieb. Fast schon gespenstisch wirken die leeren, hochgefliesten Zimmer, in denen jetzt mitunter nicht mehr steht als ein verlassener Behandlungsstuhl. Alle Zeichen auf Baustelle.

Von Lisa Schliep

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