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Altenburg Klinikum Altenburger Land baut Notaufnahme für 1,1 Millionen Euro aus
Region Altenburg Klinikum Altenburger Land baut Notaufnahme für 1,1 Millionen Euro aus
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19:35 04.06.2019
Am Klinikum Altenburger Land wird gebaut. Um die aktuelle Notaufnahme sanieren zu können, zieht diese in der nächsten Woche für Monate in ein Interim. Dafür ist gerade eine neue Zufahrt entstanden. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

Das Klinikum Altenburger Land baut seine Notfallversorgung deutlich aus und deswegen die Notaufnahme um. Die Maßnahme beginnt nächste Woche und soll mehrere Monate dauern, teilte das Klinikum am Dienstag mit. Um die Räume im Keller von Gebäude C (an der Zufahrtsstraße) sanieren zu können, zieht die Notaufnahme am Mittwoch, 12. Juni, komplett um. Bis die Sanierung fertig ist, womit nicht vor 2020 gerechnet wird, geht es in ein Interim ins Erdgeschoss des Gebäudes A, wo früher das Medizinische Versorgungszentrum war.

Ziel: Bessere Versorgung von Notfällen rund um die Uhr

Der Umbau kostet nach derzeitigem Planungen rund 1,1 Millionen Euro. „Wir setzen das Geld ein, um die Diagnose- und Behandlungsbedingungen in der Notaufnahme für Patienten und Mitarbeitende zu verbessern“, sagte Geschäftsführerin Gundula Werner zur momentan größten Investition des kommunalen Krankenhauses auf OVZ-Nachfrage. „Es ist uns wichtig, bestmögliche Voraussetzungen zu schaffen, um rund um die Uhr Anlaufstelle für alle medizinischen Notfälle zu sein.“

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Ganz konkret soll es in der umgebauten Notaufnahme mehr Raum für Ersteinschätzungen, die sogenannte Triagierung, und einen speziellen Aufnahmetresen dafür geben. Zudem plant man, dass Patienten bis 24 Stunden nach Aufnahme in der Notaufnahme bleiben können – in Beobachtungsbetten. Zur Anzahl wollte sich das Klinikum aber noch nicht äußern. Nach OVZ-Informationen will man zunächst mit zwei Betten beginnen und später auf bis zu neun ausbauen.

Genaue Dauer der Baumaßnahme derzeit unklar

Neben intensiverer Diagnostik zielt das Krankenhaus mit der Modernisierung auf eine bessere Patientenversorgung – inklusive der Möglichkeit, in der Notaufnahme ein kleines Essen zu bekommen. Auch IT-seitig werde viel aktualisiert, so Sprecherin Christine Helbig. „Die digitale Patientenakte, bereits gelebte Praxis auf fast allen Stationen, wird auch in der Notaufnahme eingeführt.“

Wie lange der Umbau dauert, kann derzeit niemand genau sagen. „Wir sind bestrebt, die Baumaßnahme so schnell wie möglich abzuschließen“, sagte der Technische Leiter Tilo Knoblauch. „Sie wird jedoch bis in das nächste Jahr hinein andauern.“ Zu Verzögerungen könne es kommen, wenn man auf unvorhergesehene Schwierigkeiten im Haus stoße oder wegen hoher Auslastung, schwer Baufirmen finde.

Die Notaufnahme im Altenburger Klinikum wird deutlich erweitert. Mehrmonatige Bauarbeiten stehen bevor, weshalb die Einrichtung am 12. Juni an einen Ausweichstandort zieht. Die Vorbereitungen für diesen außergewöhnlichen Umzug laufen bereits.

Patienten werden trotz Umzugs behandelt

Bis die neue Notaufnahme steht, zieht diese erst einmal in das Interim. Der Weg dorthin führt ab 12. Juni über den Parkplatz 3 direkt vorm Klinikum und den Haupteingang weiter durch das Foyer nach links und ist ausgeschildert. Zwar wird die Notaufnahme an diesem Tag von 6 bis 18 Uhr von der Rettungsleitstelle abgemeldet, dennoch eintreffende Notfälle werden aber behandelt. Jedoch könne das länger als sonst dauern, bittet Andrea Krammer, Bereichsleiterin der Pflege in der Notaufnahme, schon jetzt um Verständnis. Vor diesen Hintergrund appelliert das Klinikum zudem, sich bei gesundheitlichen Problemen zu fragen, ob der Besuch wirklich nötig ist.

„Der Umzug der Notaufnahme ist eine Herausforderung für alle Beteiligten“, erklärte Sprecherin Helbig. Schließlich kommen durchschnittlich 70 bis 80 Notfall-Patienten täglich ins Klinikum. 2018 waren etwa 22 000 der insgesamt 42 000 Patienten Notfälle. Das Spektrum reichte dabei von der Magenverstimmung bis zur lebensgefährlichen Verletzung. Dementsprechend ist am Mittwoch deutlich mehr Personal präsent als sonst – so gibt es etwa Lotsen, die helfen, sich in der Ausnahmesituation zurecht zu finden und entscheiden, ob noch in der alten oder neuen Notaufnahme behandelt wird.

Nur noch Kleinigkeiten am Interim zu tun

Das Gros der vorbereitenden Arbeiten im Interim ist bereits abgeschlossen. Dazu gehörte laut Helbig auch der Bau der neuen Zufahrt für die Rettungsfahrzeuge, die von einem Zelt überdacht ist, aber nur noch Platz für einen statt zwei Krankenwagen bietet. Zudem wurde ein Patientenzimmer zu einem Schockraum mit ableitfähigem Fußboden ausgebaut. Ein weiteres wird zum Röntgen dienen, das wegen des Strahlenschutzes mit Blei beplankt wurde. In den nächsten Tagen fallen daher nur noch Kleinigkeiten an: einräumen, beschriften, reinigen.

Der aufwendige Umbau der Notaufnahme erfolgt laut Klinikum wegen der jüngst beschlossenen Neugliederung der Notaufnahmen. Dem ging eine mehrmonatige Planung voraus, die das Interim als günstigste Lösung hervorbrachte. Dabei werden aber auch Besucher-Parkplätzen teilweise gesperrt. „Wer außerhalb der gekennzeichneten Flächen parkt oder die Kurzzeitplätze widerrechtlich nutzt, wird abgeschleppt“ kündigt Technik-Chef Knoblauch an. Denn bei der Rettungseinfahrt gehe es um Leben oder Tod.

Von Thomas Haegeler