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Altenburg Kohlebahn bangt weiter um Zukunft
Region Altenburg Kohlebahn bangt weiter um Zukunft
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18:12 26.04.2019
Die Bahnstrecke der Kohlebahn ist auf einer Länge von 360 Meter gesperrt. Quelle: Mario Jahn
Meuselwitz

Kohlebahnchef Karsten Waldenburger versteht die Welt nicht mehr. Seit vergangenem Herbst sind circa 360 Meter der Schmalspurstrecke gleich hinter dem Start- und Zielpunkt am Meuselwitzer Kulturbahnhof wegen gefährlicher Hohlräume aus dem bis Anfang des 19. Jahrhunderts betriebenen untertägigen Braunkohleabbaus vollständig für den für den Zugverkehr gesperrt (OVZ berichtete). Aktuell ist die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbauverwaltung (LMBV) dabei, die Hohlräume zu verfüllen, was beim derzeit an den Tag gelegten Tempo locker bis ins Jahr 2021 dauern könnte.

Vollsperrung bleibt

Solange bleibt der Streckenabschnitt voll gesperrt und muss mit Schienenersatzverkehr zwischen Meuselwitz und Wintersdorf bedient werden. Mittlerweile hat Waldenburger schon Krisengipfel mit zuständigem Bergamt, ausführender LMBV sowie Landrat Uwe Melzer (CDU) hinter sich. Vor allem, um die die Existenz des Vereines und damit der Kohlebahn gefährdende Verfüllprozedur zu beschleunigen. „Die Ergebnisse waren mehr als ernüchternd“, sagt der Kohlebahnchef. Landrat Melzer habe zwar seine volle Unterstützung für das touristische Kleinod zugesichert und will sich bei der Thüringer Landesregierung sowie dem Aktionsbündnis Metropolregion für die Gelder stark machen, die für eine Übergangslösung nötig wären. Die hat man beim Kohlebahnverein selber ersonnen und würde auch sämtliche sich daraus ergebenden möglichen Risiken vom Bergamt und LMBV übernehmen. „Parallel zu den laufenden Verfüllarbeiten sieht der Plan vor, den gefährdeten Bereich mit in die Erde eingebrachten und verbundenen Stahlträgern mit einer Brücke zu überspannen, über die die Züge rollen könnten. Sollte es wider Erwarten dann doch zu Bodenabsenkungen kommen, würde das Gleis durch die Stahlkonstruktion regelrecht aufgefangen“, beschreibt Waldenburger die Lösung. Das dafür nötige Geld im fünfstelligen Bereich habe der Verein nicht.

Zwischenlösung abgelehnt

Bergamt wie LMBV lehnten ab, dafür Mittel zur Verfügung zu stellen. „Wir haben den Verantwortlichen mit Nachdruck unsere prekäre Situation geschildert. Aber von dort kommt nur Schulterzucken. Wir sind doch nur ein kleiner Verein und wären wohl nur eine Art Kollateralschaden. Statt dessen ziehen die ihren Plan stur nach Dienstbuch durch. Ohne zu bedenken, dass im Leben nicht alles nach Plan läuft.“

Zum Jahresende könnte Schluss sein

Was bleibt, ist die Ungewissheit bei den Kohlebahnern. „Klar ist nur, dass der Verein dies nicht endlos durchhalten wird. Ändert sich nichts, könnte zum Jahresende Schluss sein.“ Denn wie man logistisch im August die Westerntage mit einem extrem hohen Verkehrsaufkommen als finanzielle Haupteinnahmequelle absichern will – nicht nur dafür hat Waldenburger derzeit keine Lösung. „Die derzeit nutzbare Infrastruktur wäre den Anforderungen auf jeden Fall nicht gewachsen.“

Unterstützer für Kindertag gesucht

Kopfzerbrechen bereitet auch die am 1. Juni bevorstehende Kindertagsparty auf dem Kulturbahnhof nebst Fahrt mit dem Kindertagsexpress. Um die gegen 11 Uhr zu erwartenden Kindermassen nebst Angehörigen rasch per Bus von Meuselwitz gen Wintersdorf und retour transportieren zu können, sucht der Kohlebahnverein händeringend Busunternehmen, die als Sponsoring Busse nebst Personal für den Transport zur Verfügung stellen könnten.

Hilfsangebote unter Tel. 03448 752550

Von Jörg Wolf

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