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Altenburg Koproduktion „Clowns“ nimmt am Altenburger Theater Form an
Region Altenburg Koproduktion „Clowns“ nimmt am Altenburger Theater Form an
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17:29 27.02.2019
Voller Einsatz: Ines Buchmann (l.) im Zusammenspiel mit ihrer rumänischen Bühnenpartnerin. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

Es ist fast schon ein wenig spartanisch auf der Bühne im Großen Haus des Altenburger Theaters. Wo am Sonntag noch mit der Opern-Inszenierung „Oedipe“ am ganz großen inszenatorischen Rad gedreht wurde, bewegen sich nun die Darsteller mal mit besockten Füßen, mal barfuß über die Bretter, aus Boxen am Bühnenrand klingt klassische Musik.

Stück eröffnet Reihe „Heimat Europa

Geprobt wird an diesem Mittwochvormittag ein Teil der Choreografie für „Clowns“, mit dessen Uraufführung Mitte März die neue Reihe „Heimat Europa bei Theater&Philharmonie Thüringen eröffnet werden soll. „Eine physische Grenzerfahrung“, verspricht der Untertitel des Projekts und tatsächlich geht das Ensemble an Grenzen – metaphorisch und auch im Wortsinn.

Im Mittelpunkt der Inszenierung, so Dramaturgin Svea Haugwitz, steht dabei der europäische Staatenbund, dessen verbindende Elemente, aber auch die spezifischen Eigenheiten jeder einzelnen Nation. „Wir möchten zeigen, dass man auch in der Einheit durchaus seine Individualität bewahren kann“, versucht sie, den Ansatz in Worte zu fassen. „Wie leben wir zusammen, was sind die Unterschiede, was eint uns?“, das seien die Fragen, mit denen sich „Clowns“ auseinandersetze. Es gehe darum, eingefahrene Mechanismen zu überwinden, sich wieder neu und ohne Vorurteile kollegial zu begegnen.

Die Choreografie gibt lediglich einen groben Rahmen vor. Wie dieser von den Darstellern ausgefüllt wird, ist zu einem guten Teil Ergebnis von Improvisation. Quelle: Mario Jahn

Internationales Ensemble

Themen, die schon in der Zusammensetzung des Ensembles selbst aufgegriffen werden. Gemeinsam mit vier Schauspielern des Altenburg-Geraer Theaters stehen vier Gastdarsteller des rumänischen Teatrul National „Marin Sorescu“ aus Craiova auf der Bühne, angeleitet von den beiden Choreografen Katerina Vlasova und Amadeus Pawlica. Zwei Teile á 45 Minuten werden seit Anfang Februar erarbeitet. Am Ende, so Haugwitz, soll eine Mischung aus modernem Tanz und „physical theatre“ stehen, die ganz ohne Worte ihre Geschichte transportiert.

Vor diesem Hintergrund böten sich Clowns als Protagonisten geradezu an, weiß die Dramaturgin. „Gerade für die Choreografen sind sie spannend, schließlich bieten sie einen naiven, puristischen Blick auf die Welt, können ohne die Zwänge der Gesellschaft agieren.“ So brauche es letztlich nur eine gedankliche Klammer, innerhalb derer sich das Tanztheater entfalten könne.

Herausforderung und Anreiz für Darsteller

„Wir arbeiten entsprechend eher in Etappen, legen eine grobe Struktur an und füllen diese dann auf“, erklärt Choreograf Amadeus Pawlica. Es sei an den Darstellern selbst, innerhalb der jeweiligen Szene einen eigenen schauspielerischen Weg zu finden, ergänzt Haugwitz. Entsprechend ist „Clowns“ auch kein fixes Gebilde, das auf der Bühne errichtet wird, sondern ein Stück im Fluss, das viel von Improvisation, von Aktion und Reaktion lebt.

Ein Ansatz, der für das Ensemble so manche neue Herausforderungen, aber auch Chancen bereit hält, wie Schauspieler Thorsten Dara erklärt. Dabei ist es weniger das rein körperliche Agieren, als vielmehr die Anlage der Rolle, die den Reiz des Projekts ausmache, erklärt er. „In der Regel erhalte ich schon über den Text eines Stücks viele Informationen über meine Figur, ihren Charakter und ihre Motivation. Hier muss ich all das selbst finden. Die Arbeit ist dadurch aber auch freier und kreativer, es geht viel stärker ums Ausprobieren.“ Das bedeutet zwar größere Anstrengungen als gewohnt, erlaubt ihm jedoch auch, bisher eher unbekannte Seiten von sich auf der Bühne zu präsentieren.

“Clowns“ setzt auf eine Mischung aus Tanz und „physical theatre“ – für die Darsteller durchaus eine Herausforderung. Quelle: Mario Jahn

Wandelhafte Bühnengestaltung

Apropos Bühne: Die werde ebenso im stetigen Wandel sein und sich stetig entwickeln wie das Stück selbst, kündigt Ausstatterin Michaela Kirsche an. „Wir wollen keine Manege nachahmen, sondern das sinnliche und performative Spiel unterstützen, die Atmosphäre abstrakt übertragen.“ Mehr verraten möchte sie noch nicht – schließlich soll sich jeder Zuschauer möglichst unvoreingenommen auf die ungewöhnliche Inszenierung einlassen können.

„Clowns“: Uraufführung am 17.3. (18 Uhr) im Großen Haus. Weitere Vorstellungen am 19. (11 Uhr), 21., 22., 30. (je 19.30 Uhr) und 31.3. (18 Uhr). Bergfest-Balkan-Party am Sonnabend, 19 Uhr, im Paul-Gustavus-Haus, öffentliche Probe am 5.3. (18.30 Uhr) im Großen Haus, Theaterfrühstück am 10.3. (18 Uhr) im Heizhaus – Eintritt jeweils frei. Karten an der Theaterkasse, unter Tel. 03447 585160 und auf www.tpthueringen.de.

Von Bastian Fischer

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