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Altenburg Kreistagskandidaten fordern in Altenburg bessere Kreisstraßen und attraktive Buslinien
Region Altenburg Kreistagskandidaten fordern in Altenburg bessere Kreisstraßen und attraktive Buslinien
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18:08 17.05.2019
Die Eröffnungsrunde beim DGB-Wahlforum mit Daniel Scheidel, DGB-Moderatorin Monika Sossna, Ralf Plötner, Klaus-Peter Liefländer, Chris Junk, Katharina Schenk und Frank Tanzmann (v.l.). Quelle: Mario Jahn
Altenburg

Das Altenburger Land hat seine positiven und negativen Seiten. Wo diese jeweils zu verorten sind, darin waren sich beim DGB-Wahlforum die eingeladenen Kreistagskandidaten nahezu einig. Handlungsbedarf für die kommende Wahlperiode sehen Daniel Scheidel (FDP), Ralf Plötner (Die Linke), Klaus-Peter Liefländer (Die Regionalen), Chris Junk (Die Grünen), Katharina Schenk (SPD) und Frank Tanzmann (CDU) unisono etwa beim öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und den Kreisstraßen.

Alle da außer die Bürger

Unter der Überschrift „Gute Arbeit – Gutes Leben im Altenburger Land“ hatte der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in die Destille eingeladen. Geplant war das größte Wahlforum mit nahezu allen politischen Gruppen – die AfD war nicht geladen – durchzuführen. „Alle Kandidaten, die wir gebeten haben, sind gekommen, nur leider nicht die Bürger“, beklagte DGB-Kreischef Herbert Gräfe gegenüber dem knappen Dutzend Gästen. Davon ließen sich die Kandidaten für die Kreistagswahl am 26. Mai aber nicht aus dem Konzept bringen und legten ihre Standpunkte dar.

Die FDP meint:

Was das gute Leben angeht, fand Daniel Scheidel, gebe es angesichts der Kulturlandschaft oder auch der Vielzahl an Kitaplätzen im Kreis an sich wenig Defizite. Ein großes Manko sei demgegenüber die Jugendarbeitslosigkeit. „Wir als FDP vermissen eine abgestimmte Wirtschaftsförderung zwischen den Kommunen und dem Kreis“, so Scheidel. Nach Ansicht seiner Partei werde viel zu wenig über die Wirtschaft geredet.

Die Linken sagen:

Gute Arbeit bedeute immer auch gute Löhne, betonte Ralf Plötner. Dass das kommunale Klinikum nach Tarif entlohne, sei gut und richtig. Das müsse nun auch auf dessen Töchter ausgeweitet werden, forderte er. Für ein gutes Leben im Landkreis, der laut Plötner auf Altersarmut zusteuert und in dem jedes dritte Kind von Hartz IV lebe, fordert die Linke dazu einen kostenlosen ÖPNV. „Außerdem möchte ich in Frieden hier zuhause sein, deshalb müssen wir aktiv das Hasspotenzial in der Gesellschaft abbauen.“

Die Regionalen finden:

Vom Busfahrten für lau hält Klaus-Peter Liefländer nicht viel. Ungeachtet dessen sind ein preiswerter ÖPNV und das Kreisstraßennetz auch für die Regionalen zentrale Anliegen. „Denn zum guten Leben gehört es auch, gut auf Arbeit zu kommen“, erklärte Liefländer. Außerdem seien gerade die vielen älteren Menschen in den Dörfern auf den ÖPNV angewiesen, um zum Arzt zu kommen oder Einkaufe zu erledigen. Neben anderen sollten Rufbusse eingeführt werden, um besserer Verbindungen zu schaffen. Zudem wollen die Regionalen mehr Dorfkümmerer.

Die Grünen erklären:

Ingo Prehl (Die Grünen) der später zur Runde stieß, findet die Dorfkümmerer dagegen komplett überflüssig. „Dafür gibt es die ehrenamtlichen Bürgermeister in den Gemeinden. Deren Aufgabe ist es doch, sich um ihre Kommune zu kümmern.“ Großen Nachholbedarf sehen die Grünen derweil bei der Vermarktung des Landkreises. Im Altenburger Land könne inzwischen gute Arbeit auch zu guten Löhnen gefunden werden, das wüsste aber kaum jemand. „Wir möchten deshalb, dass sich der Landkreis noch mehr auf Messen präsentiert.“

Die SPD fordert:

Katharina Schenk freute sich über die Einigkeit bei den Zielen. „Das überrascht natürlich nicht, klar wollen wir alle gute Straßen. Streit gibt es immer erst, wenn es um das Wie geht. Denn wer Geld für A ausgibt, hat dann keines mehr für B“, mahnte sie und forderte Prioritäten. Für die SPD steht Wirtschaftsförderung mit ganz oben. Diese sollte mit Gründerlotsen bereichert werden, die Investoren helfen, sich hier anzusiedeln. Priorität hätten ferner das Werben um Zuzug in den Kreis und das Fördern von Vereinen und Kultur.

Die CDU verlangt:

„Letztlich ist doch das Geld und dessen Verteilung die große Herausforderung“, meinte Frank Tanzmann, der beispielsweise auch auf den Investitionsstau an den Schulgebäuden im Kreis hinwies. Darüber hinaus hält auch die CDU ein Nachjustieren beim Thüsac-Fahrplan für notwendig. Zum Beispiel müssen die Gewerbegebiete angebunden werden – und zwar so, dass die Arbeiter zu Schichtbeginn dort ankommen und nicht irgendwann am Tag. Für eine positive Zuzugsbilanz schlägt die CDU Rückkehr-Job-Messen vor.

Von Jörg Reuter

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