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Altenburg Kürbis, Zucchini & Co.: Altenburger hat ein Faible für Riesengemüse
Region Altenburg Kürbis, Zucchini & Co.: Altenburger hat ein Faible für Riesengemüse
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17:57 12.09.2019
Christian Köhler mit einem seiner Riesengemüse: Der Kürbis wird zur Rositzer Kirmes 250 Kilogramm wiegen. Quelle: Mario Jahn
Altenburg/Nissma

Zu behaupten, Christian Köhler ist mit einem grünen Daumen gesegnet, wäre fast noch eine Untertreibung. Denn in seinem Kleingarten im anhaltischen Nißma gleich hinter der Landesgrenze bei Meuselwitz gedeihen dank hingebungsvoller Hege und Pflege durch den 69-jährigen Altenburger Kürbis, Zucchini & Co. zu echten Giganten. „Aktuell wiegt mein größter Kürbis 250 Kilogramm“, berichtet Köhler. „Und ein Long Gourt, eine bohnenähnlich aussehende andere Kürbissorte, misst sagenhafte 305 Zentimeter. Die Marrow – eine Zucchini-Art – bringt derzeit um die 30 Kilogramm auf die Waage.“

Kürbisse werden zu Riesen

„Gerade bei meinen schwersten Kürbissen habe ich das Gewicht von Jahr zu Jahr verdoppelt“, sagt der Hobbygärtner. Brachten die größten Exemplare 2017 um die 50 Kilo auf die Waage, so waren es 2018 bereits rund 100. Und der aktuelle Rekordkürbis toppt das erneut um Längen. Der 250-Kilo-Riese, der soeben für den Wettbewerb bei der Rositzer Kirmes am Wochenende gepflückt wurde, ist so gewaltig, dass sogar der Rositzer Bauhof mit Transporter und mehreren Mitarbeitern anrücken musste, um ihn zu verladen und abzuholen. „Bei jedem Gießen verbraucht der um die 70 Liter. Und zugelegt hat er pro Tag um die drei Kilo“, sagt Köhler mit sichtlichem Stolz. Wenngleich er einräumt, dass er mit solchen Angaben noch weit von denen entfernt ist, die so richtige Rekordkürbisse bringen. Denn die legen sogar um die zehn Kilo am Tag zu, schildert der Altenburger.

Schon als Schüler den grünen Daumen entdeckt

Das Faible für vegetarische Rekordmarken war bei Christian Köhler schon beizeiten geweckt. „Das ging eigentlich schon in meiner Schulzeit los, als ich mich sehr für Biologie interessierte. Es ist einfach faszinierend zu sehen, welch große Pflanzen aus einem vergleichsweise winzigen Saatkorn entstehen können“, sagt der 69-Jährige, der vom ersten Tag an fast jedes Gewächs von der Saat bis zur vollen Größe zieht.

Köhlers Leidenschaft für Pflanzen trat aber über etliche Jahre erst einmal in den Hintergrund. Er arbeitete als Konstrukteur, nebenher kam 1987 der Garten in Nißma als Zeitvertreib für die ganze Familie hinzu. Seit einem Unfall 1989 erlebt Köhler, wie erholsam engagierte Gartenarbeit sein kann. „Vor meinen Füßen explodierte damals ein Knaller, der bei mir einen Tinnitus ausgelöst hat. Doch wenn ich im Garten am Werkeln bin, ist der bis heute wie weggeblasen.“

Christian Köhler hat ein Händchen fürs Große. Das beweist der Blick in seinen Kleingarten in Nißma gleich hinter der Landesgrenze.

Ein grüner Daumen und als Konstrukteur ein ausgemachter Tüftler – das sind zwei Leidenschaften, die sehr gut zusammenpassen. Christian Köhler probierte alles aus. „Erst zog ich sehr gern Tomaten, habe 300 verschiedene Sorten als Samen da. Allein in diesem Jahr wachsen bei mir um die 60 Sorten“, plaudert er. So richtig hemmungslos seiner Leidenschaft nachgehen kann er aber erst seit 2016, als er sich in der Nißmaer Anlage für sein Hobby eigens eine zweite Parzelle anmietete. Während er Garten Nummer eins mit seiner Frau teilt, hat er den zweiten für sich allein. „Dort kann ich nun werkeln, wie ich will“, sagt der Altenburger zufrieden. Sechs bis sieben Stunden an jedem Tag, im Sommer wie im Winter ist er draußen in seinem – ja man kann es getrost so nennen – grünen Labor.

Guter Kompost mit argentinischen Waldschaben

Dort hat Köhler quasi nebenher so einige Testreihen parallel am Laufen. „Beispielsweise Brombeeren und Himbeeren an der Stange. Daneben stelle ich auch meinen eigenen Kompost für die Pflanzen her. Da wird kein Krümel zugekauft.“ Allein schon daraus macht der Hobbygärtner eine Wissenschaft, überlässt nichts dem Zufall. Im Kompost leben zum Beispiel auch Engerlinge, die Totholz zersetzen, und argentinische Waldschaben. Regenwürmer züchtet er ebenso selbst. Am liebsten direkt aus dem jeweiligen Samen zieht Köhler die Pflanzen. Auch Bäume gehören bei ihm zum Repertoire.

„Ich tüftle eben sehr gerne und suche nach den besten Lösungen. Das kommt sicher auch von meinem Beruf.“ Weshalb Köhler im Eigenbau auch das Zelt und den Tunnel aus Folie für seine Lieblinge entwarf und baute. Auch die ausgeklügelte Bewässerungsanlage konzipierte er selbst. „All das zusammen und natürlich noch viel Hingabe und Pflege und das ein oder andere Geheimnis lassen die Pflanzen so gedeihen.“

Ausgediente Riesen landen auf dem Kompost

Und was passiert mit all den Riesen, wenn sie an ihrem irdischen Ende angelangt sind. Christian Köhler sieht das pragmatisch. „In jedem Ende liegt auch ein neuer Anfang. Die alten Pflanzen und Früchte wandern einfach auf den Kompost. Die Riesen können ohnehin nicht gegessen werden. Und außerdem“, lacht er, „mag ich keinen Kürbis.“

Die Rositzer Kirmes beginnt am Donnerstagabend mit der Doppeldeckerparty im Festzelt. Bis Sonntagnachmittag währt das üppige Programm, darunter am Samstag nach 16 Uhr die Prämierung der Riesengemüse.

Von Jörg Wolf

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