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Altenburg Kunz, Ernst und Albrecht sind erwachsen geworden
Region Altenburg Kunz, Ernst und Albrecht sind erwachsen geworden
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13:54 20.06.2018
Für den Prinzenraub laufen derzeit Proben im Agnesgarten. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

Das Wörtchen „kleine“ haben die Macher des alljährlichen Freilicht-Spektakels auf dem Altenburger Schloss rund um den Prinzenraub mittlerweile gestrichen. „Denn nach fünf Jahren dieser einst zu Recht kleine Festspiele genannten Aufführungen trifft dieses Attribut jetzt nicht mehr zu“, sagt Eva Pommer, Vorstandsmitglied im gleichnamigen Förderverein, der nach dem Aus der zwischen 2005 und 2011 auf dem Schloss präsentierten Festspiele 2013 einen ganz bescheidenen Neuanfang wagte, um die Mitspieler bei der Stange und vor allem diese einzigartige Altenburger Kriminalgeschichte im Gedächtnis der Menschen zu halten. „Aber jedes Jahr sind wir ein kleines Stückchen weiter gewachsen. Mit klein hat das nichts mehr zu tun“, hebt Pommer mit Blick auf den 5. bis 7. Juli hervor, wenn die sechste Auflage ansteht.

Erstmals an drei Tagen im Agnesgarten

„Erstmals werden wir das Open-Air-Stück im Agnesgarten des Schlosses an drei Tagen anbieten“, schildert Pommer. „Neuerdings werden dort vor bis zu 200 Zuschauern in den zumeist ausverkauften Vorstellungen auch wieder mehrere Ebenen bespielt, kommen eine Lichtchoreografie sowie für die bessere Verständlichkeit der Akteure auch Mikroports zum Einsatz.“

In Szene gesetzt wird das rund 90-minütige Spektakel von 47 Darstellern sowie weiteren 23 Helfern, zählt Pommer auf. Und die kommen beileibe nicht nur aus der Skatstadt selbst, sondern auch aus dem gesamten Kreis sowie sogar aus Leipzig, Ronneburg, Regis-Breitingen und Borna. Neu ist dieses Jahr ebenso eine zusätzliche Nebenbühne, auf der sich die ebenerdig stattfindenden Szenen an einer für alle Zuschauer erhöhten Stelle und damit gut sichtbar abspielen.

Erinnerung an 1455

„Kauffungens Ehre“ heißt das Stück rund um die historisch verbürgte Entführung der Prinzen Ernst und Albrecht in der Nacht zum 7. Juli 1455 durch Ritter Kunz von Kauffungen aus dem Altenburger Schloss. Es stammt aus der Feder von Schauspieldirektor Manuel Kressin und erntete bereits im Vorjahr sehr viel Beifall. „Aber wer das Stück schon im Vorjahr gesehen hat, braucht keine Sorge zu haben, dann erneut 1:1 das gleiche Stück wieder zu sehen. Im Gegenteil: Wir haben an allen Szenen gearbeitet, sie umgestellt und ergänzt“, wirbt Pommer.

Heiße Probenphase

Derzeit befindet sich das ausschließlich aus Hobbydarstellern mit dem Faible fürs Spielen besetzte Ensemble in der heißen Probenphase auf dem Schloss. Zweimal pro Woche wird für mehrere Stunden zum Pauken gebeten, jetzt – je näher die Premiere rückt – mit steigender Intensität. „In der finalen Phase stehen dann die Durchlaufproben an.“

Bereits im Vorfeld haben die Prinzenräuber einige hohe Hürden genommen, die niemand vorab sehen konnte. So fällt Regisseur David Schönherr wegen Erkrankung langfristig aus. „Da sind wir kurzerhand eingesprungen. Wir haben uns ja mittlerweile die Arbeitsstile von vier verschiedenen Regisseuren genau angeschaut und mit ihnen gearbeitet. Da hat man vieles förmlich aufgesogen“, erklärt Eva Pommer. Und auch von Manuel Kressin sowie Anja Borcherding vom Theater kommt in Sachen Regie sehr viel Unterstützung. „Sobald beide ihre beruflichen Verpflichtungen am Theater erfüllt haben, stehen sie uns komplett zur Verfügung.“

Zig Helfer und Sponsoren

Stichwort Engagement: Eva Pommer müsste eine ganz lange Liste von Helfern sowie Sponsoren aufzählen, ohne deren Hilfe diese wunderbare und nie erwartete alljährliche Wiederbelebung dieses Kapitels Altenburger Geschichte nie möglich gewesen wäre. „Allen gilt unser herzlicher Dank.“

Aktuell läuft der Ticketvorverkauf für die insgesamt vier Vorstellungen, die am 5. und 6. Juli um 20 Uhr sowie am 7. Juli 17.30 und 20.30 Uhr beginnen. Wer sich zur spannenden Unterhaltung auf dem sommerlichen Schlosshof hinreißen lassen möchte, muss sich auch nicht auf das eigentliche Stück beschränken. Schon 90 Minuten vor dem Beginn gibt es ein buntes Unterhaltungsprogramm, an dem unter anderem das Puppentheater Dombrowski, ein Barbar sowie ein Hofnarr mitwirken und es alles für das leibliche Wohl gibt.

Tickets in der Tourismusinformation

Tickets zu zehn Euro (ermäßigt 7 Euro) gibt es in der Tourismusinformation Altenburger Land, Markt 10, sowie der Altenburger Tourismus GmbH, Markt 17.

Von Jörg Wolf

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