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Altenburg Landesbehörde ermittelt nach unzulässigem Gift-Einsatz bei Monstab
Region Altenburg Landesbehörde ermittelt nach unzulässigem Gift-Einsatz bei Monstab
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05:24 13.04.2019
Gelb vom Feld bis zur Fahrbahn – bei Monstab direkt nach dem Ortsausgang rechts in Richtung Großröda wurden mutmaßlich Herbizide unzulässig eingesetzt. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

Während es für US-amerikanische Gerichte festzustehen scheint, dass das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat krebserregend ist und deswegen Opfern Millionen-Dollar-Beträge als Schadenersatz zuspricht und die Bayer-Aktie deshalb in wenigen Tagen um 20 Euro fällt, ist das Mittel in der hiesigen Landwirtschaft nach wie vor im Einsatz. Und nicht nur das: Offenbar werden beim Einsatz mutmaßlich glyphosathaltiger Herbizide auch Grenzen überschritten.

Landesbehörde nimmt vor Ort Proben

„Ich bin stinksauer! Überall rundherum sind die Felder vom Glyphosat-Einsatz gelb. Ich dachte, das Zeug ist längst verboten“, schimpfte ein Leser vor Kurzem im Gespräch mit der OVZ und berichtete etwa von einem Schlag bei Monstab, wo bis in den Straßengraben gespritzt wurde.

Für das Thüringer Landesamt für Landwirtschaft und Ländlichen Raum (TLLLR) ist dieser Vorgang offensichtlich höchst alarmierend. Auf OVZ-Anfrage hin erklärte die Behörde, sich darum zu kümmern, denn eine Beeinträchtigung der Feldrandstreifen durch Herbizide ist nicht zulässig.

„Es wurde eine Vor-Ort-Kontrolle zur Probenahme und Prüfung des Sachverhaltes durchgeführt. Das Ergebnis der Prüfung ist ein bußgeldrelevanter Tatbestand. Ein Ermittlungsverfahren wurde eingeleitet“, informiert das TLLLR am Freitag. Man sei dem geschilderten Sachverhalt unverzüglich nachgegangen. Was genau auf dem Acker zum Einsatz gekommen ist, werde noch untersucht. „Das Ergebnis können wir leider noch nicht mitteilen, da es ein aufwendiges Prozedere ist. Und um Rechtssicherheit zu gewährleisten, muss das Ergebnis auch Bestand haben“, so das TLLLR. Derartige Untersuchungen würden in der Regel zwei bis drei Wochen dauern.

Glyphosat darf genutzt werden

Darüber hinaus setze sich das TLLLR für einen sachgerechten Einsatz von zugelassenen Pflanzenschutzmitteln ein. Beispielsweise müssen berufliche Anwender von Pflanzenschutzmitteln ihre Sachkunde nachweisen. Eine Meldepflicht für den Glyphosat-Einsatz gebe es nicht, jedoch sei der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in der Schlagkartei zu dokumentieren. „Im Rahmen von Betriebskontrollen werden diese Aufzeichnungen überprüft“, so eine Sprecherin des TLLLR.

Verboten ist der sachgerechte Einsatz von Glyphosat aber nicht, betont Berndt Apel, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes, mit Verweis auf die 2017 von der Kommission der Europäischen Union verlängerte Zulassung bis 2022. Demnach darf der Wirkstoff aus dem Haus Monsanto, das inzwischen zum Bayer-Konzern gehört, noch wenigstens drei Jahre genutzt werden. „Und das tun unsere Landwirte“, sagt Apel. Doch er betont, dass im Berufsstand keine Einigkeit bestehe, wie damit umzugehen ist. „Es gibt bei uns Landwirte, die die Möglichkeiten des Erlaubten voll ausnutzen. Und es gibt andere, die nach Alternativen suchen und diese auch finden.“ Und jene Gruppe, die solche Mittel so selten wie möglich einsetzt, wachse, stellt Apel fest.

Glyphosat seit 50 Jahren im Einsatz

Dennoch verweist er auch auf die Notwendigkeit, Kulturpflanzen in bestimmten Situationen vor schädlichen Einflüssen zu schützen. So wie der Kleingärtner Unkraut jätet, müsse auch auf den Feldern gegen unerwünschte Pflanzen vorgegangen werden. Apel: „Und Glyphosat ist dafür ein Breitbandmittel, das seit 50 Jahren im Einsatz ist.“

Von Jörg Reuter

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