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Altenburg Landrat entfacht Debatte über die Zukunft von Gymnasien in Meuselwitz und Schmölln
Region Altenburg Landrat entfacht Debatte über die Zukunft von Gymnasien in Meuselwitz und Schmölln
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07:14 16.01.2019
Gehen die Gymnasien Meuselwitz und Schmölln im Bereich der Oberstufe bald eine Kooperation mit dem Friedrichgymnasium in Altenburg ein? Quelle: Mario Jahn
Altenburg/Schmölln/Meuselwitz

Erneut ist eine Debatte um die Zukunft der Oberstufen der Gymnasien in Meuselwitz und Schmölln entbrannt. Für den Anlass sorgte Landrat Uwe Melzer (CDU), der in einem Zeitungsinterview eine Auslagerung der elften und zwölften Klassen an die zwei Altenburger Gymnasien ins Spiel brachte. Für Meuselwitz hatte er dies bereits im November angeregt (OVZ berichtete). Nun ist auch Schmölln dabei. Der OVZ sagte Melzer, dass dies nur eine mögliche Variante sei. Damit wolle er alle Verantwortlichen auffordern, über Lösungen nachzudenken und darüber zu reden.

Mindestzahlen werden nicht erreicht

Anlass für Melzer Vorstoß ist offenbar, dass die Landesregierung bei ihren geplanten Untergrenzen bei den Schülerzahlen von 540 bei Gymnasien bleibt. Vor allem Schmölln und Meuselwitz liegen weit darunter. Doch selbst das Friedrich- und das Lerchenbergymnasium erreichen in den nächsten Jahren diese Anforderung nicht.

„Wir müssen uns den Realitäten stellen“, sagte Melzer. Dazu sei es nötig, über alles reden zu können, auch über Kooperationen. Trete das neue Schulgesetz in Kraft, könne er nicht mit Gymnasien kommen, die nur 300 Schüler haben und nicht genehmigt werden. Sein Ziel sei, alle Gymnasien zu erhalten und zunächst die Klassen fünf bis zehn überall abzusichern. Danach gehe es darum, die zahlenmäßigen Vorgaben der Landesregierung zu erfüllen. An diesen Lösungen müssten sich alle beteiligen, forderte Melzer. Ein Modell könnten Kooperationen sein. Komme es zu solchen, würden dann auch die vom Land geforderten Mindestschülerzahlen erreicht.

Kritik aus Schmölln

Ihm sei bekannt, das es beispielsweise aus Schmölln zu Kritik und Irritationen wegen seiner Äußerung kam. Er habe Schulleiterin Martina Pleuße angeboten, sofort mit ihr und dem Förderverein über Zukunftsmodelle zu reden. Das Schmöllner Gymnasium werde nicht infrage gestellt, betonte der Landrat. Schon gar nicht angesichts der erst kürzlich fertig gestellten Millionen-Investition in den Anbau und die Renovierung.

Schrade zeigt sich verwundert

Schmöllns Bürgermeister Sven Schrade (SPD) und der Vorsitzende des Fördervereins des Roman-Herzog-Gymnasiums, Matthias Itzerott, hatten mit Verwunderung auf Melzers Vorstoß reagiert. Die Infragestellung der Oberstufe am Gymnasium in Schmölln komme zur Unzeit und sorge für Unruhe bei Lehrern, Eltern und all denjenigen, die sich entscheiden, ihre Kinder im nächsten Jahr auf das Roman-Herzog-Gymnasium zu schicken, erklärten Beide in einer Pressemitteilung. Sie gingen davon aus, dass die Oberstufe selbstverständlich künftig am Gymnasium Schmölln verbleibe und nicht nach Altenburg ausgelagert werde.

Erst neues Schulgesetz abwarten

Die Leiterin des Veit-Ludwig-von-Seckendorff-Gymnasiums Meuselwitz, Jutta Maria Steinert, bezeichnete die Äußerungen des Landrats als problematisch. Sie verstehe dessen Ansinnen, da eine breit angelegte Diskussion fruchtbar sei. Allerdings liege des neue Schulgesetz noch nicht vor und man müsse abwarten, welche Mindestzahlen, auch für die anderen Schularten, dann wirklich gefordert werden und welche Ausnahmen es gibt. Die Oberstufe in Meuselwitz infrage zustellen, sei kontraproduktiv, sagte Steinert. Viele Eltern würden ihre Kinder dann gleich in Altenburger Gymnasien anmelden, um einen später drohenden Schulwechsel zu vermeiden.

Eltern wollen Planungssicherheit

Die SPD-Kreisvorsitzende Katharina Schenk warf dem Landrat vor, erneut und ohne offensichtlichen Grund eine Diskussion über den Erhalt der Oberstufen in Schmölln und Meuselwitz vom Zaun zu brechen. Dabei sei es doch die CDU-Fraktion im Kreistag gewesen, die die vormalige Landrätin für eine unglücklich platzierte Äußerung zum selben Thema scharf kritisiert hatte. Spekulationen um Oberstufen in frisch sanierten Gymnasien seien nicht hilfreich, sagte Schenk. Eltern wollen Planungssicherheit, wenn sie sich für eine Schule entscheiden.

Schule erhöht Lebensqualität

Schenk warf Melzer vor, ein Schulsterben auf dem Schleichweg einzuläuten. Ihrer Ansicht nach sehe das der CDU-Landtagsabgeordneter Christoph Zippel ganz anders, der jüngst vor einem Schulsterben im Altenburger Land warnte. Für die SPD stehe fest, dass funktionierende Schulen eine Mindestschülergröße brauchen, um Qualität und Finanzierbarkeit in der Waage zu halten. Schulverbünde, die zum Beispiel Lehrer spezieller Fächer miteinander teilen, können helfen, um auch Standorte mit geringerem Zulauf zu erhalten. „Ein Schulstandort trägt wesentlich zur Lebensqualität für Familien bei. Und gerade die sind es doch, die wir im Altenburger Land halten wollen“, sagte die Vorsitzende.

Von Jens Rosenkranz

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