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Altenburg Landratsamt lehnt zwei weitere Windkraft-Anlagen bei Löbichau ab
Region Altenburg Landratsamt lehnt zwei weitere Windkraft-Anlagen bei Löbichau ab
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11:05 20.09.2018
Die Karte zeigt in Rot die Anzahl der bereits gebauten Windkraftanlagen im Altenburger Land, wobei die vier in Wildenbörten/Drogen im Verfahren sind und jene zwei bei Löbichau nun abgelehnt sind. Grün ist die Anzahl der Windräder gekennzeichnet, die sich direkt hinter der Kreisgrenze befinden und bei der Planung neuer Anlagen im Kreis berücksichtigt werden müssen. Quelle: Landratsamt
Altenburg/Löbichau

60 Windkrafträder drehen bereits im Altenburger Land ihre Runden, einige davon sind richtige Riesen, andere etwas kleiner. Nun steht fest, dass zumindest zwei weitere nicht hinzukommen. Den Antrag zum Aufstellen dieser beiden 178 Meter großen Strommühlen bei Löbichau hat das Landratsamt abgelehnt. Darüber informierte die zuständige Fachdienstleiterin der Kreisbehörde, Birgit Seiler, die OVZ auf eine Anfrage.

Radaranlage bei Gleina würde gestört

Ein Grund für die negativen Entscheide war der Einspruch der Luftverkehrsbehörde, weil die Windräder den Flugverkehr über dem zivilen Flugplatz bei Gera-Leumnitz beeinträchtigen würden. Ebenso gewichtig war die Auffassung der Bundeswehr, die durch die Anlagen bei Löbichau die Luftüberwachung bei Gleina gestört sah, von wo aus eine Radaranlage den Luftraum beobachtet. Einsprüche dieser beiden Behörden, die militärische Belange oder die Flugsicherheit betreffen, könnten nicht ignoriert werden und führten zwingend zur Ablehnung von Anträgen für die Errichtung der Windenergie-Anlagen, erklärte Birgit Seiler.

Antragsteller ist Enercon

Laut OVZ-Informationen handelt es sich bei dem Antragsteller um Deutschlands größten Windkraft-Konzern Enercon. Allerdings ist man in der Kreisbehörde ziemlich froh über die Widersprüche von Bundeswehr und Luftverkehr. Denn in der Region um Löbichau ist eine weitere Fläche für neue Windräder beantragt. „Ein Vorranggebiet für Windkraftanlagen bei Löbichau möchte der Landkreis nicht“, betonte die Amtsleiterin.

Investoren wittern Morgenluft

Eigentlich wäre dieser Abwehrkampf gar nicht nötig. Denn im 2012 genehmigten Regionalplan Ostthüringen waren lediglich die Vorranggebiete in Waltersdorf/Rositz, Starkenberg sowie zwischen Grünberg und Nitzschka bei Schmölln vermerkt. Das aber war einigen Windkraftbetreibern schon damals zu wenig. Starkes Interesse gab es ebenso für den Fuchsberg bei Thonhausen oder zwischen Wildenbörten, Mohlis und Drogen. Nachdem der Regionalplan wegen Formfehlern vor allem im Landkreis Greiz gerichtlich als ungültig erklärt wurde und seitdem neu erstellt werden muss, wittern Windkraft-Investoren im Altenburger Land wieder Morgenluft.

Widerspruch gegen vier Spargel bei Wildenbörten

Bei Löbichau kann ihnen wegen der Bundeswehr und der Luftsicherheit womöglich der Wind aus den Flügeln genommen werden. Anträge für vier Anlagen bei Wildenbörten und Drogen musste das Landratsamt zwischenzeitlich genehmigen, weil es keine Verhinderungsgründe wie eine große Lärmbelastung oder Nähe zu Naturschutzgebieten oder gravierende Einsprüche von Behörden gab.

Landesverwaltungsamt entscheidet

Dennoch sind engagierte Anwohner gegen die Anlagen in Widerspruch gegangen. Über diesen entscheidet nun das Landesverwaltungsamt. Wann eine Entscheidung fällt, steht noch nicht fest, ebenso, ob danach die Verwaltungsgerichte angerufen werden.

Darüber hinaus steht schon fest, dass gleich hinter der Kreisgrenze in Sachsen und Sachsen-Anhalt sich fast ebensoviele Windräder drehen wie im Altenburger Land selbst – nämlich 57 Stück. Mehrere gleich neben dem Fuchsberg, wo eigentlich nie welche hin sollten, oder bei Großenstein gleich gegenüber von Löbichau.

Im Kreis stehen schon 60 Anlagen

Dabei stehen im Altenburger Land bereits 60 Windräder, die insgesamt über knapp 100 000 Kilowatt Leistung verfügen. Ein Prozent der Kreisfläche von 57 000 Hektar machen solche Anlagen aus. Bürgerinitiativen laufen seit Jahren gegen neue Anlagen Sturm. Trotz dieses Widerstands und anhaltender Anträge für den Bau neuer Räder hält die Spitze des Landratsamtes einen sofortigen Baustopp für überflüssig.

Von Jens Rosenkranz

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