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Altenburg Landschaftspflegeverband Altenburger Land stellt Froschzäune auf
Region Altenburg Landschaftspflegeverband Altenburger Land stellt Froschzäune auf
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05:18 15.03.2019
Rund 4,5 Kilometer Amphibien-Zäune stellt der Landschaftspflegeverband im gesamten Kreis, wie hier im Leinawald, auf. Quelle: Jörg Reuter
Nobitz/Altenburg

Der Frühling ist für Amphibien die Zeit der Partnersuche und des Laichens. Frosch, Molch und Co. wandern dafür zurück zu den Gewässern, in denen sie einst selbst als Kaulquappe das Licht der Welt erblickt haben. Für viele Tiere führt aber der Weg zurück zu ihrer alten Kinderstube über viel befahrene Straßen. Eine Todesfalle für liebestolle Lurche, weshalb der Landschaftspflegeverband derzeit im Landkreis rund viereinhalb Kilometer „Froschzäune“ aufstellt. Anfang der Woche arbeitete der Trupp entlang der Straße durch den Leinawald.

Helfer tragen 1260 Lurche über die Straße

Halbzeit, verkündet Hartmut Reinhold, der Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbandes Altenburger Land. In den vergangenen zwei Wochen hat das Team – neben Reinhold sind das sechs Leute vom zweiten Arbeitsmarkt – circa zwei Kilometer Zaun aufgestellt und alle paar Meter Eimer vergraben. „Angefangen habe ich aber eigentlich schon im Februar mit dem Reparieren der fest installierten Amphibien-Leiteinrichtungen hier im Leinawald“, sagt Reinhold und verwies auf die Betonelemente links und rechts der Fahrbahn kurz nach dem Flugplatz Richtung Sachsen.

Solche festen „Krötenwälle“ samt Krötentunnel wünscht er sich auch für das erste Stück bis zur Landesgrenze. „Es ist kaum zumutbar, die Straße ist so stark befahren. Das ist sowohl beim Auf- und Abbauen der mobilen Zäune gefährlich als auch für den ehrenamtlichen Helfer, der die Tiere über die Straße trägt“, so Reinhold. Denn für alle 19 Stellen im Kreis gibt es jeweils einen ehrenamtlichen Tierschützer, der zweimal täglich die Eimer abläuft und entleert. „Allein hier im Leinawald haben wir im Vorjahr 1260 Tiere über die Straße getragen“, zitiert Reinhold seine Daten. Jedoch seien es vor 20 Jahren noch rund 3000 Amphibien gewesen.

Die Statistik des Landschaftspflegeverbandes belegt einen Rückgang der Populationen von jährlich fünf Prozent, erklärt Reinhold gegenüber der OVZ. Ein Grund sei eben der Straßenverkehr. Vor dem könnten effektiv nur die Elterntiere geschützt werden, weil diese bei einer Temperatur von zehn bis elf Grad Celsius bis etwa Mitte April wandern. Die Rückwanderung der Jungtiere ziehe sich dagegen über einen zu langen Zeitraum, sodass die neue Generation Lurche nur mit fest installierten Amphibien-Leiteinrichtungen geschützt werden könne.

Springfrösche gibt es nur im Altenburger Land

Die einzige Springfrosch-Population Thüringens ist im Altenburger Land zu finden. Quelle: Nabu

Im Leinawald würde davon unter anderem der Springfrosch profitieren. Er ist eine ganz besondere Art unter den etwa 15 in der Region heimischen Frosch-, Kröten-, Unken- und Molcharten. „Der Springfrosch kommen in Thüringen nur im Kammerforst, im Haselbacher Moor und im Leinawald vor“, erklärt Alexander Borowski von der Naturforschenden Gesellschaft Altenburg. Erst 2018 wurden die Springfrösche, die vor ungefähr drei Jahrzehnten aus dem Kohrener Land eingewandert sind, kartiert. „Wir wollten wissen, ob es die Art noch gibt und wie groß die Population ist“, so Borowski.

Im Ergebnis zeigte sich, es gibt nach wie vor Springfrösche im Altenburger Land. Und auch die Populationen des Waldbewohners sind recht groß. Das zeigte sich unter anderem daran, dass der Laich der Springfrösche selbst in Pfützen oder mit Wasser gefüllten Spurrinnen im Wald zu finden war. „Wenn die Tiere untypische Gewässer zum Laichen nutzen, bedeutet es aber auch, dass die Tiere zu wenige Gewässer finden“, erläutert der Mitarbeiter der Natura 2000-Station „Auen, Moore, Feuchtgebiete“. Es könnte also noch einiges getan werden, sagt Borowski weiter.

Von Jörg Reuter

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