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Altenburg Landwirte im Altenburger Land fordern bessere Rahmenbedingungen
Region Altenburg Landwirte im Altenburger Land fordern bessere Rahmenbedingungen
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19:25 20.03.2019
Bernd Apel (r.) kritisiert zur Mitgliederversammlung des Kreisbauernverbands in Starkenberg die Rahmenbedingungen für Landwirte. Quelle: Jörg Reuter
Altenburg/Starkenberg

Ein Bekenntnis zur modernen Landwirtschaft, mehr gesellschaftliche Akzeptanz und gesetzliche Regelungen, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen: Das forderte Bernd Abel, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes unter anderem am Dienstag in Starkenberg zur Mitgliederversammlung des Verbandes. Neben einer Bilanz der vergangenen Saison und einem Bericht über die Verbandsarbeit, nutzte Apel seinen Rechenschaftsbericht auch zum Äußern von Kritik an den Rahmenbedingen für die Arbeit der Landwirte.

Zu wenig Wissenschaft entscheidet

„2018 war für uns ein insgesamt schwieriges Jahr“, erklärt der Kreisbauernchef. Denn die Landwirte seien stärker denn je einer emotionalen und zunehmend aggressiven, oft unsachlichen Diskussion ausgesetzt. Das beginne laut Apel bereits auf der Ebene der Gesetzgeber. Beispielhaft verwies er auf die Düngeverordnung, Förderobergrenzen, das Pflanzenschutzverbot auf ökologischen Vorrangflächen, den Entwurf des Thüringer Wasserschutzgesetzes oder die öffentliche Diskussion um den Einsatz von Glyphosat durch Landwirte.

„Aktuell kommt noch dazu, dass durch die Bundesregierung Änderungsvorschläge zum Düngerecht auf den Weg gebracht werden sollen, die eine bedarfsgerechte Pflanzenernährung unmöglich machen und zu Ertrags- und Qualitätseinbußen führen.“ Auch das vorgeschlagene generelle Verbot der Herbstdüngung auf Raps und Wintergerste sei in keinster Weise nachvollziehbar. Es gehe so jeder fachlich sinnvolle Handlungsspielraum für die Feldarbeit verloren. Apel forderte deswegen mehr wissenschaftlich basierte Entscheidungen. „Uns ist schon klar, dass eine Demokratie von der Auseinandersetzung lebt. Daher müssen wir Landwirte diese Auseinandersetzung auch annehmen und öffentlich gegen selbst ernannte Natur- und Tierschützer ankämpfen“, so Aple weiter.

Wetterkapriolen und Preisverfall

Probleme bereitete den Betrieben darüber hinaus Hitze und Trockenheit. Wegen der Wetterkapriolen konnten oft nicht die erwarteten Erträge eingefahren werden. „Besonders bei Raps, Zuckerrüben, Feldfutter und auf dem Grünland bekamen wir dies zu spüren.“ Apel lobte in diesem Zusammenhang die staatliche Dürrehilfe und berichtete, dass drei Anträge aus dem Altenburger Land positiv beschieden wurden.

Die Tierbestände – Rinder, Schweine, Geflügel, Puten und Bienen – seien im Landkreise derweil auf stabilem Niveau. Jedoch ist die Einnahmesituation der Tierhalter schwierig. So seien etwa die notwendigen 40 Cent pro Liter Milch wieder nicht erreicht worden. „Der Durchschnittsauszahlungspreis lag 2018 bei 35,6 Cent pro Liter Milch.“ Besonders dramatisch seien die Einnahmen in der Schweineproduktion eingebrochen. Im Verbandsgebiet habe 2017 der durchschnittliche Preis pro Kilogramm Schlachtschwein noch 1,62 Euro betragen. 2018 waren es nur noch 1,42 Euro. „Will die Gesellschaft den Produktionszweig Schweinehaltung ruinieren?“, fragte Apel rhetorisch.

28 Betriebe bilden grün aus

Ein wichtiges Thema auch in der Landwirtschaft sei die Berufsausbildung. In der Region gibt es 28 Ausbildungsbetriebe für grüne Berufe. Zurzeit gebe es dort Ausbildungsverträge mit 17 Lehrlingen zum Landwirt sowie zehn Tier- und fünf Pferdewirten. Daneben lassen sich zwei junge Menschen zur Fachkraft für Agrarservice und zwei als Gärtner ausbilden. Hinzu kommen noch fünf angehende Milchtechnologen.

Von Jörg Reuter

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