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Altenburg Lebenshilfe – gesungen und getanzt
Region Altenburg Lebenshilfe – gesungen und getanzt
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05:05 15.05.2019
Die Musikschule Altenburger Land bietet Kreativkurse in den Werkstätten in Windischleuba an. Quelle: Mario Jahn
Windischleuba

Inbrünstig legt Ulrike los und stimmt ihre Strophe von „Frag doch mal den Regenbogen“ an. Das Singen bedeutet ihr sehr viel, das merkt man mit jedem Ton. Auch ihre sechs Mitstreiter sind mit Feuereifer bei der Sache. Für 45 Minuten jeden Freitagmorgen gibt nicht ihr Alltag mit Behinderung oder die Arbeit in den Werkstätten der Altenburger Lebenshilfe den Takt vor, sondern Musiktherapeutin Christine Burger.

Der Sportraum wird zur Bühne

Seit Februar 2018 verlegt die gebürtige Regensburgerin ihren Arbeitsplatz zwei Mal die Woche von der Altenburger Musikschule in den Windischleubaer Fünfminutenweg, um mit einigen der 300 Werkstattmitarbeiter zu tanzen, zu musizieren oder eben zu singen. Klingt ganz leicht, kostete aber so manches Chormitglied anfangs Überwindung, erinnert sich Burger. „Manche haben am Anfang gar nix gemacht.“

Udo hingegen blüht genau wie Anja bei jedem Lied auf. „Au ja, das Affenlied“, freut die sich, als Christine Burger den Soundtrack vom „Dschungelbuch“ einlegt. Schnell noch eine paar Instrumente an die Teilnehmer verteilt – und im Sportraum groovt’s. Aber längst nicht mehr nur dort: „Zur Weihnachtsfeier haben wir ein paar Lieder gesungen und auch schon ,Hakuna Matata‘ aus dem König der Löwen aufgeführt“, plaudert die Kursleiterin aus dem Nähkästchen.

Vielfältige Kursangebote

Doch die Kreativkurse sind bei weitem nicht die einzigen „arbeitsbegleitenden Angebote“, aus denen die Mitarbeiter wählen können: „Es gibt einen Skatkurs, eine Fußballmannschaft, einen Töpferkurs und so genannte Projektausfahrten – zum Beispiel zum Flughafen Leipzig/Halle, zur Himmelsscheibe von Nebra oder in den Filmpark Babelsberg“, zählt Werkstattleiterin Christine Seiler auf. Anspruch sei es, ein möglichst breites Angebot bieten zu können – und damit die Vielfältigkeit zu spiegeln, die auch ihre Klienten mit ihren ganz unterschiedlichen physischen und psychischen Einschränkungen mitbringen.

Kreativladen kehrt heim

Deshalb durchläuft jeder zu Beginn eine dreimonatige Eingangsphase, um zu schauen: Passt das überhaupt und ist das die richtige Werkstatt? Es folgen zwei Jahre im Berufsbildungsbereich und ultimativ, aber leider nicht in jedem Falle, der Wechsel an einen „richtigen“ Arbeitsplatz in einem Unternehmen der Region. „Denn eigentlich sind wir ,nur‘ Reha und zuständig für die Eingliederung jedes Einzelnen“, erläutert Seiler.

Wer bleibt, für den findet sich eine Aufgabe zum Beispiel in der hauseigenen Wäscherei oder Töpferei, der Holzwerkstatt oder Näherei. Auch der Kreativladen kehrt nach seinem zweieinhalbjährigen Ausflug in die Kronengasse 2 gegenüber der Schnuphase’schen Buchhandlung zurück in die Hauptwerkstatt am Fünfminutenweg Süd 11.

25 Jahre Lebenshilfe

Im Laufe der vergangenen 25 Jahre ist so eine ganz eigene Welt entstanden – in die dank der Kooperation mit der Musikschule Altenburger Land noch mehr Bewegung reinkam. Inzwischen kümmert sich Christine Burger um ein Dutzend Tänzer in zwei Kursen, mit denen sie improvisiert, Folkloristisches einübt oder entspannende Qigong-Übungen macht, eine vierköpfige Band und eben den Chor. „Alleine sind wir einsam, stark sind wir gemeinsam“, singen sie und treffen damit den Nagel auf den Kopf.

Von Maike Steuer

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