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Altenburg Lehrermangel an Lutherschule nur ein halbes Jahr aufgeschoben
Region Altenburg Lehrermangel an Lutherschule nur ein halbes Jahr aufgeschoben
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11:08 11.08.2018
Vor der Lutherschule Altenburg demonstrieren bereits am 27. Juni Eltern einer zweiten Klasse dafür, dass ihre Lehrerin erhalten bleibt. (Archivbild)
Vor der Lutherschule Altenburg demonstrieren bereits am 27. Juni Eltern einer zweiten Klasse dafür, dass ihre Lehrerin erhalten bleibt. (Archivbild) Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

Am 27. Juni – wenige Tage vor dem Beginn der Sommerferien – kochte an der Grundschule Martin Luther in Altenburg der Unmut nochmals so richtig hoch. Eltern und Großelter organisierten gemeinsam mit ihren Kindern eine Demonstration an der Schule und später auf dem Altenburger Markt, um ihren Protest gegen den frappierenden Lehrermangel an der Einrichtung nach außen zu tragen.

Lehrerin ersatzlos gestrichen

Der Tropfen, der das Fass damals endgültig zum Überlaufen brachte, war die Nachricht, dass einer zweiten Klasse die beliebte Klassenlehrerin abgezogen werden sollte, damit sie eine neue erste Klasse übernehmen kann. Dafür war eigentlich der Einsatz einer Kollegin vorgesehen, die bis letztes Schuljahr eine vierte Klasse unterrichtete. Aber da diese Kollegin eine Zusatzausbildung für Förderschulen hatte, wurde sie vom Staatlichen Schulamt kurzerhand und ersatzlos von der Lutherschule abgezogen und hinterließ eine nicht mehr zu schließende Lücke.

Interimslösung gefunden

Schulleiter Steffen Naundorf hat in der Ferienzeit nun alle Hebel in Bewegung gesetzt, um diese Lücke zu füllen. „Vorerst für ein halbes Jahr kann die jetzige dritte Klasse ihre Klassenlehrerin behalten. Es wurde auch dank persönlicher Kontakte von mir und Bekannten eine neue Kollegin gefunden, die zumindest ein halbes Jahr bei uns einsteigt“, so Naundorf. „Aber ein Grund zur Freude ist das keineswegs. Vielmehr wird das ganze Problem nur um sechs Monate vertagt und spätestens zum Schulhalbjahr wieder akut. Dann stehen wir wieder vor den gleichen Problemen“

„Schulamt reagiert zu spät“

Harsche Kritik übt Naundorf in diesem Zusammenhang auch am Schulamt. „Dort wird viel zu spät reagiert, wenn Lehrerstellen leer sind. Schon wenn sich so eine Vakanz andeutet, müsste doch gleich ausgeschrieben werden, was aber nicht passiert. Stattdessen scheint man dort abzuwarten.“ Sicher habe es eine Ausschreibung für neue Kollegen an der Lutherschule gegeben. „Nur gemeldet hat sich darauf keiner.“

So gehe es beileibe nicht nur der Lutherschule, sondern auch etlichen anderen Einrichtungen. „Auch bei uns ist jetzt beileibe nicht alles abgedeckt. Beispielsweise obliegt der Bereich Sport unserer Fantasie“, so Naundorf weiter.

Weitere Demo geplant

Der Lehrermangel ist laut dem Vorsitzenden der Kreiselternschaft, Christian Hoffmann, nur eine Baustelle in hiesigen Schulen. „Für uns stellen sich neben dem akuten Lehrermangel etliche weitere Fragen. Beispielsweise, wie der bauliche Zustand der Gebäude ist und wo Schulschließungen drohen. Das alles wollen wir bei einer großen Demonstration am 29. August auf dem Theatervorplatz ansprechen und laden zu dieser Demo Eltern, Schüler und Lehrer sowie Vertreter aus der Politik und aus allen Schulen des Landkreises in der Zeit von 16 bis 18 Uhr herzlich ein“, so Hoffmann.

Von Jörg Wolf