Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Altenburg Lehrling erfüllt sich den Traum von einer großen Landmaschine
Region Altenburg Lehrling erfüllt sich den Traum von einer großen Landmaschine
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:07 29.07.2019
Fritz Quoika hat beim Agroservice Altenburg-Waldenburg Fachkraft für Agrarservice gelernt. Inzwischen ist die große Düngerspritze seine Stammmaschine. Quelle: Jörg Reuter
Ehrenhain

Sein Ziel sei es gewesen, einmal hinter dem Steuer einer der großen Landmaschine zu sitzen. „Und so ist es gekommen“, sagt Fritz Quoika und startet die Feldspritze aus dem Haus Challenger. Seit einem halben Jahr habe er seine Stamm-Maschine, erzählt der 19-Jährige und platzt fast vor Stolz. Nicht nur, dass er sich damit einen Traum erfüllen konnte, den er schon als kleiner Junge hatte, es ist auch ein großer Vertrauensbeweis durch seinen Ausbildungsbetrieb und Arbeitgeber, den Agroservice Altenburg-Waldenburg. Schließlich bewege er ein Gerät, das eine sechsstellige Summe kostet. „Das darf längst nicht jeder Azubi“, sagt Geschäftsführer Eric Göpel, kaum weniger stolz auf den ambitionierten Mitarbeiter.

Praktika, Lehre, Festanstellung

Dass die in Ehrenhain ansässige Firma den frisch gebackenen Facharbeiter nach seiner Ausbildung übernahm, ist dann auch wenig überraschend. Erst am 3. Juli endeten für Quoika die drei Jahre Ausbildung zur Fachkraft für Agrarservice. „Das habe ich nicht einen Tag bereut“, meint er. Bereits als kleiner Junge sei er von den Traktoren und Erntemaschinen auf den Feldern rund um sein Heimatdorf Kraasa begeistert gewesen, obgleich niemand in seinem Umfeld in der Landwirtschaft tätig war. Letztlich habe seine Begeisterung für Traktoren und Co. dann auch zu seiner Ausbildung geführt. „Als es darum ging, was wir lernen wollen, habe ich Praktika in der Landwirtschaft absolviert und gemerkt, dass ist es, was ich tun möchte“, erinnert sich Quoika. Der Beruf Fachkraft für Agrarservice, sei für ihn dann auch deshalb spannend, weil es eine noch ziemlich neue Ausbildung ist.

Als sich Quoika 2016 für die Lehre in Ehrenhain beim Agroservice bewarb, gab es das Berufsbild gerade einmal zehn Jahre. „Es wurde 2006 entwickelt und ist ein Mix aus den Berufen Landwirt und Kfz-Mechaniker beziehungsweise Landmaschinenschlosser“, erläutert Göpel. Geschaffen unter anderem für Lohnunternehmer, die als Dienstleister mit ihren Spezialgeräten für die Landwirte tätig sind. Die Lohnunternehmer werden gebucht, weil beispielsweise die selbstfahrenden Feldspritzen so viel kosten, dass es sich gerade für kleinere Betriebe nicht lohnt, diese für eine Hand voll Einsätze pro Jahr selbst zu erwerben. Der Landwirt, der seine Äcker behandeln möchte, kauft bei Firmen wie dem Agroservice die benötigte Dienstleistung. Weil die teuren Maschinen inzwischen kleine High-Tech-Wunder sind, können und werden sie in der Regel mit geschultem und eingearbeitetem Personal vermietet. Und das sind zukünftig die Fachkräfte für Agrarservice.

Naturverbunden und technikaffin

„Zu dem Beruf gehört zum einen die umfassenden landwirtschaftliche Ausbildung ohne Tierhaltung“, sagt Quoika. Schließlich sei das Lenken der Feldspritze das eine, der richtige Einsatz der Mittel, deren Dosierung und Auswahl das andere. Den größten Teil der praktischen Ausbildungsinhalte bekam er beim Agroservice Altenburg-Waldenburg vermittelt, was darüber hinaus dort nicht möglich war bei einem Kooperationspartner, so der Jungfacharbeiter, bevor er die Formalitäten mit den letzten Düngemittel-Lieferanten des Tages klärt. “Ja“, sagt Quoika, auch das Annehmen von Dünger oder das Reinigen und Einlagern von Getreide, das nun noch bis zum Feierabend ansteht, gehöre zu den regelmäßigen Tätigkeiten.

„Voraussetzung, um den Beruf zu erlernen, ist ein mittlerer Bildungsabschluss, eine gewisse Naturverbundenheit, Freude an Technik sowie die Bereitschaft, wetter- und saisonbedingte Arbeitszeitschwankungen zu akzeptieren“, erklärt Göpel. Dazu gehöre natürlich auch, dass – Stammmaschine hin Stammmaschine her – die Mitarbeiter der Firma da eingesetzt werden, wo sie gebraucht werden. Morgens 6.30 Uhr geht es damit beim Agroservice los. Jetzt zur Hochzeit der Getreideernte kann es abends auch mal länger gehen. Das sollte jeder wissen, der im Ackerbau tätig sein möchte. „Und leider können wir mit aktuell 670 Euro Entgelt im dritten Lehrjahr auch nicht mit den Vergütungen der Industrie mithalten“, ist Göpel ehrlich.

Fritz Quoika (l.) macht sein Job beim Agroservice Altenburg-Waldenburg Quelle: Jörg Reuter

Doch was nütze ihm ein gut bezahlter Job, den er nicht gern ausübe, fragt Quoika rhetorisch. Er ist leidenschaftlich gern auf den Äckern unterwegs. „Am liebsten habe ich den landwirtschaftlichen Teil bei meinem Job, denn ich arbeite gern mit Pflanzen, etwas weniger gern schraube ich in der Werkstatt an den Maschinen“, gesteht der junge Mann. Aber auch der Mechaniker-Teil gehöre notwendigerweise zum Beruf. Deshalb gehört dieser auch zur Ausbildung. Dabei erlernen die Azubis Wartung, Pflege sowie das Reparieren der Maschinen und deren Bedienung. Angefangen beim Steuern bis hin zum Einsatz der eingebauten Technik. „Das Praktische habe ich selbstverständlich hier in der Firma gelernt, bin ich zum Beispiel monatelang auf der Spritze mitgefahren, bis ich selbst ans Steuer durfte“, sagt Quioka. „Und die Theorie, dazu gehören auch die ganze Computer- und Steuertechnik, gab’s natürlich in der Berufsschule.“

Diese war für ihn in Wurzen, nicht gerade der Nabel der Welt, gibt der Ex-Azubi zu. Dennoch habe er die 13 Wochen im Jahr dort stets genossen. Denn im Internat und der Klasse war er unter Gleichgesinnten. „Das Schöne war, dass alle ähnlich getickt haben. Wir waren erst eine gute Gemeinschaft, aus der sich dann Freundschaft entwickelt hat.“ Aber auch die Lehrer, an die er sich er erinnert, bekommen von Quoika durch die Bank weg gute Noten ausstellt.

Von Jörg Reuter

Endlich kommt eine Auskunft zum Thema Breitband in Meuselwitz und dann ist es eine schlechte Nachricht: Das schnelle Internet für den Landkreis lässt weiter auf sich warten – und es kann sogar bis 2025 dauern.

28.07.2019

Thüringens Kulturminister Benjamin-Immanuel Hoff (Linke) hat sich beeindruckt vom sanierten Herrenhaus auf der Burg Posterstein gezeigt. Bei seiner Stippvisite im Sprottetal stellte er zudem Hilfe für das nächste Mammutprojekt in Aussicht. Daran knüpfte Hoff aber eine Bedingung.

28.07.2019

Dass der Lkw-Verkehr an der Ecke Nord- und Weinbergstraße in Meuselwitz zu Problemen führt, sollte jedem klar sein, der sich einmal die Gegebenheiten vor Ort ansieht. Das Meuselwitzer Rathaus wäre gut beraten, hier mit Fingerspitzengefühl vorzugehen, statt zu sehr auf Paragrafen zu reiten, findet unser Autor in seinem Kommentar.

28.07.2019