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Altenburg Lindenau-Museum: Landkreis holt sich Zehn-Millionen-Baukredit
Region Altenburg Lindenau-Museum: Landkreis holt sich Zehn-Millionen-Baukredit
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19:04 20.12.2018
Das Lindenau-Museum soll ab 2020 umfassend saniert, umgebaut und erweitert werden. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

Es gibt viele plakative Worte für monetäre Unterstützung: Geldsegen, Finanzspritze, Fördermittelübergabe. Seit Mittwochabend ist ein Begriff im Altenburger Land offiziell eingeführt, der nicht ganz so klangvoll ist: Schuldendiensthilfe. So nennt der Freistaat Thüringen jenen Startzuschuss, mit dem die geplante Sanierung des Altenburger Lindenau-Museums angeschoben werden soll. Den entsprechenden Bewilligungsbescheid überbrachte am Mittwoch Klaus Sühl, der Thüringer Staatssekretär für Infrastruktur und Landwirtschaft. Das Papier hat einen Wert von 11,6 Millionen Euro.

Anders als bei klassischen Fördermitteln, fließt bei der Schuldendiensthilfe kein Geld vom Land aufs Landkreiskonto. Vielmehr hat sich der Freistaat verpflichtet, für einen Kredit gerade zu stehen, den der Landkreis für die Museumssanierung aufnehmen soll. Das Altenburger Land soll sich bei einer Bank ein Zehn-Millionen-Euro-Darlehen besorgen, der Freistaat kommt dann – voraussichtlich bis 2032 – für die jährliche Tilgung und die Zinsen auf.

Jährlich eine Million Kredittilgung

Das sei ein Kniff, um den Investitionshaushalt des Landes zu entlasten, erklärte Klaus Sühl. „Wir haben in Thüringen mehrere solcher großen Bauprojekte. Würden die sich alle mit ihren Gesamtkosten im Landes-Etat niederschlagen, wäre der ziemlich aufgebläht. Völlig unnötig, da solch große Summen ohnehin nicht binnen eines Jahres ausgegeben werden, weil sie sich nicht so schnell verbauen lassen.“ Mit der Schuldendiensthilfe schlägt sich das Großvorhaben Lindenau-Museum im Landeshaushalt nicht auf einen Schlag mit zehn Millionen, sondern jährlich mit rund einer Million Euro Kredittilgung nieder. Dafür laufen allerdings Zinsen in Millionenhöhe auf.

„Auf die Leistungsfähigkeit des Landkreises hat die Kreditaufnahme keine Auswirkungen“, betonte Vize-Landrat Matthias Bergmann. Fürs Altenburger Land zähle unterm Strich: Es kann gebaut werden. 2020 soll die rund dreijährige Sanierung des Lindenau-Museums starten. Wie berichtet, soll die Kulturstätte in der Gabelentzstraße vollständig barrierefrei gestaltet werden. Im Rahmen der anstehenden Arbeiten, für die das Museum ab Anfang 2020 vollständig leergezogen wird, erhält das Museum zudem eine Klimatechnik, die für den internationalen Leihverkehr unabdingbar ist.

Deutliche Erweiterung des Ausstellungsbereichs

Die Sammlungen werden völlig neu und familiengerecht präsentiert, ist Museumsdirektor Roland Krischke voller Vorfreude. Es sollen auch zeitgemäße sanitäre Bereiche, eine Garderobe und ein Museumsladen entstehen. Das Gesamtprojekt umfasst darüber hinaus die Erweiterung der Einrichtung um Flächen im Herzoglichen Marstall und die Instandsetzung des Schlossparks inklusive Besucherführung zu den musealen Einrichtungen. Durch den Auszug von Büros, Depots und Werkstätten aus dem Lindenau-Museum werde im Erdgeschoss Platz geschaffen für einen neuen Ausstellungsbereich mit rund 200 Quadratmetern, der vor allem dem Museumsgründer Bernhard von Lindenau und seiner Museumsidee gewidmet sein soll.

Für all diese Bauarbeiten und neue Ausstattung wird allerdings weit mehr Geld gebraucht als zehn Millionen Euro. In Aussicht stehen 48 Millionen, seit im November der Haushaltsausschuss des Bundestages 24 Millionen Euro frei lenkte, mit der Maßgabe, dass sich das Land ebenfalls mit 24 Millionen beteiligt (die OVZ berichtete). Ein Großteil dieser Summe ist aktuell jedoch noch nicht in Bescheiden fixiert. „Dafür ist erst einmal eine Bund-Länder-Finanzierungsvereinbarung abzuschließen“, erklärte Bernd Wenzlau, Fachbereichsleiter im Landratsamt.

Noch weitere Abstimmungen über Finanzierung nötig

Wann genau und aus welchen Töpfen die übrigen Millionen kommen, sei noch nicht geklärt, konstatierte Klaus Sühl und wollte an dieser Stelle nicht tiefer ins Detail gehen. Da seien noch Abstimmungen nötig, sagte er. „Für die ausstehende Förderung des Landes rechne ich bis Mitte nächsten Jahres mit einem Förderbescheid“, sagte Landrat Uwe Melzer (CDU). In Rede stehen aktuell außerdem rund 1,37 Millionen Euro Eigenbeteiligung des Landkreises. Das ist, wie Melzer erklärte, aber noch nicht das letzte Wort.b „Wir werden versuchen, den Eigenmittelanteil zu reduzieren.“

Unterstützung soll der Landkreis zudem vom Landesamt für Bau und Verkehr bekommen, um das Riesenprojekt bauplanerisch zu stemmen. „Es ist der Landesregierung wichtig, die peripheren Regionen im Freistaat zu unterstützen“, unterstrich der Staatssekretär.

Zuwendungen kommen Personaldecke zugute

In diesem Sinne hat der Freistaat ab diesem Jahr auch seine jährlichen Zuwendungen an das Lindenau-Museum aufgestockt, was der Personaldecke zugute kommt. Dank zusätzlicher 100 000 Euro wurden Honorarkräfte unter Vertrag genommen und soll 2019 eine neue halbe Stelle für Pressearbeit und Social Media sowie eine weitere halbe Stelle für Museologie geschaffen werden. „Das hilft, den aktuell anstehenden Generationswechsel in der Belegschaft zu bewältigen“, sagte Roland Krischke.

Das Lindenau-Museum beherbergt Kunstsammlungen von der Antike bis zur Gegenwart, darunter 180 italienische Tafelgemälde, die den internationalen Ruf des Museums begründet haben, sowie viele Werke, die der Öffentlichkeit noch kaum bekannt sind, wie etwa das mehrere 10 000 Blatt umfassende Grafik-Kabinett mit der weltgrößten Sammlung an Werken von Gerhard Altenbourg.

Von Kay Würker

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