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Altenburg Luckas Bürgermeisterin Kathrin Backmann-Eichhorn setzt 2019 auf Wiederwahl
Region Altenburg Luckas Bürgermeisterin Kathrin Backmann-Eichhorn setzt 2019 auf Wiederwahl
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09:49 03.02.2019
Kathrin Backmann-Eichhorn will dieses Jahr als Bürgermeisterin von Lucka wiedergewählt werden. Seit rund zwölf Jahren hat sie den Chefinnensessel im Rathaus inne. Quelle: Foto: Bastian Fischer
Lucka

Bauvorhaben, Bushaltestellennetz sowie Kommunal- und Bürgermeisterwahl: Auf Lucka kommen ereignisreiche Monate zu. Die OVZ hat mit Bürgermeisterin Kathrin Backmann-Eichhorn über anstehende Herausforderungen, gemeisterte Aufgaben und einen Rekord auf dem Bürgermeisterstuhl gesprochen.

Was hat das Jahr 2018 aus Luckaer Sicht bewegt?

Das war zum einen sicher der endgültige Stopp der Pläne zur Wiederinbetriebnahme der Müllverbrennungsanlage im Industriepark Nord. Daneben haben wir endlich nach beinahe zwölf Jahren das Verfahren zur 1. Änderung des Bebauungsplans Industrie- und Gewerbepark Lucka in der Hemmendorfer Straße abgeschlossen. Damit besteht nun für alle dortigen Gewerbetreibenden Planungssicherheit – und der Weg für den Bau eines Hochwasserschutzbeckens in der Altstadt ist frei. Abgeschlossen werden konnte zudem der grundhafte Ausbau der Pestalozzistraße und des Verbindungswegs zur Kita. In der Kita sind wir inzwischen in den dritten Bauabschnitt zur Instandsetzung gestartet. Bis heute beschäftigen uns zudem noch die Nachwirkungen von Sturmtief „Friederike“, nach wie vor werden etwa am Prößdorfer See noch Beräumungen durchgeführt. Leider hatten wir auch einige Todesfälle zu beklagen: Neben den beiden Stadträten Peter Wittenberger und Dieter Kieminski mussten wir auch von unserem Ehrenbürger Hans Taube Abschied nehmen.

In Lucka stehen am 26. Mai Bürgermeisterwahlen an. Werden Sie erneut antreten?

Ja, definitiv. Ich bin mit Leib und Seele, Tag und Nacht Bürgermeisterin und sehe für mich keine interessantere Aufgabe. Zudem möchte ich die Investitionen in Infrastruktur, in Straßen- und Wegebau sowie die Kita fortführen.

Seit der Wende hat sich in Lucka kein Stadtoberhaupt für volle zwei Amtszeiten im Rathaus halten können, Ihnen jedoch dürfte das Kunststück gelingen. Was ist Ihr Geheimnis?

Mit Augenzwinkern würde ich sagen: Ich bin die erste Frau im Amt. (lacht) Spaß beiseite. Ich denke es ist vor allem die Liebe zu meinem Beruf, ich habe mich mit ganzer Kraft ins Amt gestürzt. Ich habe bereits lange vor meiner Wahl 2007 hier in der Verwaltung gearbeitet und viel Erfahrung gesammelt, mich zur Verwaltungsfachwirtin weiterbilden lassen. Das alles und ein gutes Team in der Verwaltung haben den Erfolg möglich gemacht. In zwölf Jahren sind rund 5,5 Millionen Euro Fördergelder nach Lucka geflossen, wir hatten jedes Jahr einen soliden Haushalt und haben eine gute Konsolidierung durchlaufen. Und nicht zuletzt habe ich auch bei Widerspruch oder persönlichen Angriffen die Flinte nicht ins Korn geworfen.

Dieser Widerspruch war auch in den vergangenen Monaten im Stadtrat immer wieder zu beobachten.

Zu meiner ersten Wahl bin ich als Einzelkandidat angetreten, unterstützt von ortsansässigen Parteien und Gruppen. Diese Unterstützung wurde – zumindest auf einer Seite – über die Zeit immer weniger. Entsprechend gab es Zeiten im Stadtrat, in denen manches nicht gelungen ist, etwa ein Haushalt abgelehnt wurde, wodurch 180 000 Euro Förderung für den Straßenbau verloren gingen. Wir haben die Maßnahme dann zwei Jahre später umgesetzt – deutlich teurer, als zuvor geplant. Insgesamt hat sich die Arbeit mit dem Stadtrat aber gut entwickelt, mit den Bürgern für Lucka (BfL) und der CDU gibt es Mehrheiten, die erfolgreiches Arbeiten ermöglichen. Das zeigt, dass es in Lucka Menschen gibt, die die Stadt nach vorne bringen, etwas bewegen wollen. Ich lasse mich auch nicht ins Bockshorn jagen von jenen, die mir immer und immer wieder mit unhaltbaren Vorwürfen und persönlichen Anfeindungen gegenübertreten. Das auszuhalten, gehört zu meinem Job und auch zur Demokratie.

Gibt es denn von Ihrer Seite Pläne, die aufgeheizte Stimmung im Stadtrat künftig etwas herunterzufahren, etwa mit einem runden Tisch?

Von mir geht das Hochkochen ja nicht aus. Ich werde weiter so verfahren wie bisher. Jeder Stadtrat hat das Recht, in den Sitzungen Fragen zu stellen. Die werde ich weiterhin gesetzmäßig beantworten und die Themen abarbeiten. Ein runder Tisch ist aus meiner Sicht auch nicht der richtige Weg. Das ist in der Vergangenheit ja bereits passiert, etwa im Streit um die Vorhaben des Wellpappenwerks. Das war ein richtiger Kampf. Es ist der einzige Großinvestor, der in Lucka 300 Arbeitsplätze geschaffen hat – ich verstehe nicht, wieso man dagegen Front machen muss. Wir haben damals durchaus kontrovers diskutiert, auch mit Herrn Eikemeier, waren jedoch stets lösungsorientiert und immer auf der Suche nach einem Kompromiss. Am Ende ist es ohnehin so: Die Verwaltung macht Vorschläge und der Rat beschließt über deren Umsetzung. Und die Mehrheit der Räte ist mir in den meisten Fällen gefolgt – weil es eben auch gute Ideen waren.

Ende vergangenen Jahres sind Sie der CDU-Fraktion im Kreistag beigetreten. Kann dieser Schritt künftig Vorteile für Lucka bringen?

Ich sehe es eher andersherum: Die CDU hat mich in der vergangenen Wahlperiode unterstützt, jetzt gebe ich mit meiner Stimme im Kreistag etwas zurück. Ich habe mit der CDU in Lucka gute Erfahrungen gemacht, warum sollte ich also nicht meine Erfahrung auch in den Dienst der Kreistagsfraktion stellen?

Dennoch dürfte es doch ein Nutzen sein, etwa mit Landrat Uwe Melzer ein Fraktionsmitglied in höchster Position zu wissen und Luckaer Projekte so mehr in den Fokus rücken zu können.

Sicher, in den kommenden beiden Jahren stehen etwa die Arbeiten zum Ausbau der Prößdorfer Hauptstraße an, die gemeinsam mit dem Kreis und dem ZAL erfolgen. Dort sehe ich durchaus eine gute Zusammenarbeit mit dem Land- ratsamt, mit Herrn Melzer und dem zuständigen Fachdienst. Ich wüsste aber darüber hinaus nicht, mit welchem Problem ich von Lucka in Richtung Kreis marschieren und um Hilfe bitten sollte. Sollte das doch einmal nötig werden, ist es natürlich von Vorteil, wenn man mit den entsprechenden Stellen gut zusammenarbeiten kann.

Welche Projekte möchten Sie 2019 – auch über einen möglichen Wahlsieg Ende Mai hinaus – in Lucka umsetzen?

Eines der größten Vorhaben ist sicher der Ausbau der Prößdorfer Hauptstraße. Die Chancen für einen positiven Fördermittelbescheid stehen derzeit gut. Wenn die Maßnahme abgeschlossen ist, können 90 Prozent der dortigen Grundstücke ans Klärwerk angeschlossen werden. Das ist ein wichtiger Schritt, auch um unsere Bäche sauber zu bekommen, was für mich oberste Priorität hat. Daneben wird die Turnhalle nach der Sanierung der Außenfassade nun innen saniert, auch die Instandsetzung der Fußwege wollen wir weiterführen. Noch im Frühjahr soll zudem eine neue Bushaltestelle in Breitenhain entstehen, im Nachgang sind weitere innerstädtische Haltepunkte geplant. Ältere Einwohner müssen teils über einen Kilometer bis zum Bus zurücklegen, das möchten wir ändern. Hierzu laufen bereits Gespräche mit der Thüsac. Auch der Generalentwässerungsplan und das Abwasserbeseitigungskonzept sollen zusammen mit dem ZAL weiter ungesetzt werden, um den Anschlussgrad zu erhöhen. Und nicht zuletzt wird auch geplant, den Vorplatz der Bibliothek und den nahen Parkplatz neu zu gestalten.

In der Nordregion ist inzwischen wieder ein stärkerer Zuzug zu verzeichnen. Profitiert auch Lucka von diesem Phänomen?

Die Abwanderung in der Stadt stagniert mittlerweile nahezu. Während gerade um die Jahrtausendwende herum teils mehrere hundert Menschen die Stadt verlassen haben, kehrt sich der Trend langsam um. Auf den natürlichen Rückgang haben wir natürlich keinen Einfluss, trotzdem lässt sich gegen den Wegzug einiges tun. In Sachen Infrastruktur, mit Spiel- und Sportplätzen, der Kita, den Schulen und der regen Vereinslandschaft ist Lucka bereits sehr attraktiv. Daneben wollen wir auch weitere Eigenheimstandorte schaffen. Für Bereiche am Mühlgraben und an der Meuselwitzer Straße laufen bereits Bauleitplanverfahren, auch nahe dem Netto-Markt und in der Friedrich-Ebert-Straße werden durch die Hermesmeier GmbH freie Bauplätze ausgewiesen. Insgesamt können so mittelfristig 20 bis 25 Bauplätze entstehen.

Von Bastian Fischer

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