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Altenburg Mängel in der Fahrzeughalle der Altenburger Feuerwehr werden zur Umweltgefahr
Region Altenburg Mängel in der Fahrzeughalle der Altenburger Feuerwehr werden zur Umweltgefahr
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17:09 15.04.2019
Das Pflaster in der Altenburger Feuerwehr-Fahrzeughalle ist an einigen Stellen bereits mit austretenden Flüssigkeiten kontaminiert. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

Die Altenburger Feuerwehr ist Helfer ist der Not. Jetzt wird sie selbst zur Gefahr. Die erst vor sieben Jahren fertiggestellte neue Wache am Weißen Berg weist erhebliche Mängel auf, die sogar das Erdreich verschmutzen könnten. Grund des Übels ist die Fahrzeughalle, die nur gepflastert ist, also nicht über eine dichte Bodenplatte aus Beton verfügt.

Deshalb dringen Flüssigkeiten – wie Öle und Diesel – in das Pflaster ein und führen im darunterliegenden Erdreich zu einer schädlichen Bodenveränderung. Dies bestätigte das Landratsamt nach einer entsprechenden OVZ-Anfrage. „Die Leichtflüssigkeiten gelangen nicht in die dafür vorgesehenen Abscheideanlage“, heißt es. Außerdem seien Rohrleitungen undicht. Der Ölabscheider als solches funktioniere jedoch. Daher sei eine Ableitung von Leichtflüssigkeiten in das Abwassernetz der Stadt nicht zu befürchten. Die vorhandenen Mängel führen dazu, dass Leichtflüssigkeiten eine schädliche Bodenveränderung hervorrufen.

Schädliche Bodenveränderung

Schon jetzt befänden sich diverse Ölflecken in der Fahrzeughalle. Die zuständige Behörde des Landratsamtes habe deshalb eine ausgehende Umweltgefährdung, insbesondere wegen einer schädlichen Bodenveränderung, bemängelt. Von den Fahrzeugen abtropfende durch Waschprozesse anfallende Leichtflüssigkeiten können aufgrund der Mängel den Boden unter dem Feuerwehrgebäude kontaminieren. Von einer Beeinträchtigung des Grundwassers geht das Landratsamt aufgrund der geologischen Verhältnisse allerdings nicht aus.

Ursachen müssen abgestellt werden

Dennoch hat die Kreisbehörde die Stadtverwaltung aufgefordert, die Schäden zu beseitigen und auch die Ursachen abzustellen. Ein erster Termin dafür war Ende Dezember 2018, der jedoch nicht eingehalten wurde, da Altenburg um Aufschub bat. Dieser wurde nun bis Ende Juni gewährt, unter der Maßgabe, dass diese zeitliche Verzögerung nicht zu einer erhöhten Schadenslage führt. Auch dürfe die schädliche Bodenveränderung sich räumlich nur auf das Erdreich unter dem Feuerwehrgebäude begrenzen.

Bodenplatte wäre besser

Das Landratsamt verlangt, dass das kontaminierte Bodenpflaster ausgetauscht wird. Der Stadtverwaltung wurde dringend nahegelegt, die Fahrzeughalle mit einer Bodenplatte aus geeignetem Beton auszustatten, da dies einer fortwährenden Umweltgefährdung sowie einem ständigen Sanierungsaufwand vorbeugt. Im Klartext: Bleibt die Halle weiterhin nur gepflastert, könnte auch in Zukunft Öl ins Erdreich gelangen – und das Spiel beginnt von vorn.

Gutachten soll Aufschluss bringen

Dennoch wird keine Bodenplatte gegossen. Das erklärte Altenburgs Oberbürgermeister André Neumann (CDU) gegenüber der OVZ. Es würden lediglich die Pflastersteine erneuert, für eine neue Bodenplatte fehle das Geld. Ob es bereits zu einer schädlichen Bodenveränderung gekommen sei und deshalb ein Sanierungsplan erstellt werden müsse, werde durch ein Gutachten noch eindeutig geklärt, sagte Neumann. Sei dies der Fall, werde auch das Erdreich gereinigt.

Das Feuerwehr-Depot wurde im Juni 2012 nach knapp zweijähriger Bauzeit eingeweiht. Es kostete fünf Millionen Euro, 1,6 Millionen davon waren Fördermittel vom Land und vom Kreis.

Weitere Mängel

Neben dem Pflaster statt einer Bodenplatte weist das Gebäude weitere Mängel auf. So ist die Rutschstange, mit der die Kameraden im Alarmfall vom Ober- schnell in das Erdgeschoss gelangen, offenbar nie in Betrieb genommen worden, da die automatische Entriegelung des Zugangsbereichs nicht funktioniert. Das verwendete Bodenpflaster erweist sich auch für vorhandene Container als ungeeignet, in denen diverse Ausrüstungsgegenstände, zum Beispiel für den Katastrophenschutzzug des Kreises, lagern. Da die Container beim Bewegen das Pflaster bereits beschädigt haben, dürfen sie in der Halle nicht mehr abgestellt werden. Auch Türen sollen sich bei Sonneneinstrahlung verziehen.

Von Jens Rosenkranz

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